Lungenhochdruck, Denervierung

Lungenhochdruck: Denervierung senkt Risiko für Verschlechterung um 51 Prozent

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
PADN senkte in einer Studie das Risiko klinischer Verschlechterung; beim Sinus-Reducer profitierten mehr als 70 Prozent der Behandelten.
Ein steriler, modern gestalteter Krankenhausflur mit hellen, glatten Oberflächen und sanfter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

In der Kardiologie eröffnen interventionelle Ansätze neue Behandlungspfade für schwer behandelbare Herz- und Gefäßerkrankungen. Fachberichte heben insbesondere zwei minimalinvasive Methoden hervor: die pulmonale Arterien-Denervierung bei Lungenhochdruck infolge von Linksherzerkrankungen sowie den Einsatz von Sinus-Reducern bei refraktärer Angina pectoris. Beide Ansätze zielen darauf ab, Symptome zu lindern und die Prognose von Betroffenen zu verbessern, bei denen etablierte Therapien an Grenzen stoßen.

Pulmonale Arterien-Denervierung bei Typ-2-Lungenhochdruck

Die pulmonale Hypertonie infolge von Linksherzerkrankungen, klinisch als Typ-2-Lungenhochdruck klassifiziert, stellt eine erhebliche Belastung im kardiologischen Versorgungsalltag dar. Laut Erhebungen im European Heart Journal aus dem Jahr 2016 macht diese Form 65 bis 80 Prozent aller Lungenhochdruck-Fälle aus.

Ergebnisse der multizentrischen PADN-HF-PH-Studie, die beim Kardiologiekongress ESC 2026 vorgestellt und im New England Journal of Medicine publiziert wurden, untersuchten den Nutzen einer pulmonalen Arterien-Denervierung (PADN) zusätzlich zur leitliniengerechten medikamentösen Therapie (GDMT).

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An der Untersuchung nahmen 264 Patientinnen und Patienten an 25 Zentren teil. Die Kombination aus PADN und GDMT führte im Vergleich zur reinen medikamentösen Standardtherapie zu einer Zweijahresrate klinischer Verschlechterung von 25,7 Prozent, was einer Risikoreduktion um 51 Prozent entspricht (Hazard Ratio 0,49; 95%-Konfidenzintervall 0,30–0,82; P=0,006).

Zudem verringerte sich die jährliche Rezidivrate um 35,5 Prozent. Die körperliche Leistungsfähigkeit, gemessen anhand der 6-Minuten-Gehstrecke, verbesserte sich nach zwölf Monaten im Vergleich zur Kontrollgruppe um 24,8 Meter.

Parallel dazu schreitet die klinische Erprobung international voran. Am 21. August 2026 führte die Einrichtung Henry Ford Health in Detroit als einziger Standort im Bundesstaat Michigan die ersten beiden Eingriffe im Rahmen der weltweiten PULSE-LHD-Studie durch. Dabei handelt es sich um eine randomisierte, scheinkontrollierte Untersuchung zur Denervierung bei Lungenhochdruck infolge von Linksherzerkrankungen, die vom Medizintechnikunternehmen Pulnovo Medical an Standorten in den USA und international gefördert wird. Das eingesetzte System verfügt bislang über keine Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA.

Sinus-Reducer gegen chronische Brustschmerzen

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Behandlung der refraktären Angina pectoris. Für Patientinnen und Patienten, deren chronische Brustschmerzen durch Medikamente, Bypässe oder Gefäßstützen nicht mehr ausreichend kontrolliert werden können, bietet der Sinus-Reducer eine Behandlungsoption.

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Das Implantat besteht aus einem sanduhrförmigen Drahtgeflecht, das im Herzkatheterlabor unter örtlicher Betäubung über ein Kathetersystem in eine Herzvene eingebracht wird. Der Eingriff beansprucht rund 30 Minuten.

Durch die gezielte Verengung erhöht das Gitter den Venendruck, wodurch der Blutfluss in unterversorgten Arealen des Herzmuskels optimiert und das Organ entlastet werden soll. Eine spürbare Verbesserung des Beschwerdebildes tritt typischerweise nach sechs Wochen bis drei Monaten ein.

Studiendaten belegen die Wirksamkeit dieses Eingriffs: Mehr als 70 Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten profitieren von der Implantation, während unter einer rein medikamentösen Behandlung Verbesserungsraten von rund 42 Prozent verzeichnet werden.

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de | wissenschaft | 70411602 |