Lungenkrebs, Kombinationstherapie

Lungenkrebs: Kombinationstherapie zeigt Überlebensvorteil in Phase-3-Studie

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 19:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DeLLphi-305-Studie von AstraZeneca und Amgen zeigt für Imfinz plus Tarlatamab bessere Überlebensdaten als die alleinige Immuntherapie.

AstraZeneca und Amgen melden Überlebensvorteil bei ES-SCLC
Ein steriler Labortisch mit einer Petrischale in einem modernen medizinischen Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt.

Kleinzelliger Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC) gilt als eine der aggressivsten Krebsformen mit besonders schlechter Prognose. Aktuelle Zwischenergebnisse aus der Phase-3-Studie DeLLphi-305 von AstraZeneca und Amgen deuten nun darauf hin, dass eine Kombinationstherapie den Verlauf der Erkrankung spürbar verbessern könnte.

Kombination aus Immuntherapie und bispezifischem Antikörper

In der Studie wurde die Wirkstoffkombination Imfinzi (Durvalumab) und Imdelltra (Tarlatamab) als Erstlinien-Erhaltungstherapie gegen eine alleinige Behandlung mit Imfinzi getestet. Laut einem Bericht von Reuters vom 8. September 2026 erreichte die Kombination den primären Endpunkt der Studie: eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des Gesamtüberlebens gegenüber der Monotherapie.

Nach Angaben von Amgen vom 8. September 2026 wurden für die Interimsanalyse 563 Patientinnen und Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert den beiden Studienarmen zugeteilt. Neben dem Gesamtüberleben verbesserten sich auch die sekundären Endpunkte progressionsfreies Überleben und objektive Ansprechrate signifikant, wie Amgen berichtete.

Erste Studie ihrer Art mit Überlebensvorteil

Besondere Bedeutung erhält die Interimsanalyse durch ihren Neuheitscharakter: Laut Amgen handelt es sich um die erste Phase-3-Studie mit einem bispezifischen T-Zell-Engager (BiTE), die in dieser Indikation einen Gesamtüberlebensvorteil nachweisen konnte. Tarlatamab gehört zur Klasse dieser bispezifischen Antikörper, die T-Zellen des Immunsystems gezielt gegen Tumorzellen richten.

AstraZeneca betonte laut einer über Cision verbreiteten Mitteilung vom 8. September 2026, dass Imfinzi damit die erste und einzige Immuntherapie sei, die in Kombination mit einem bispezifischen T-Zell-Engager in diesem Behandlungssetting einen Überlebensvorteil zeige. Beide Unternehmen verwiesen zudem darauf, dass das Sicherheitsprofil der Kombination konsistent blieb und keine neuen Sicherheitssignale auftraten.

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Hoher medizinischer Bedarf bei aggressiver Erkrankung

Der medizinische Bedarf für neue Behandlungsansätze bei ES-SCLC bleibt erheblich. Laut einem Bericht von Marketscreener vom 8. September 2026 sind weltweit rund 195.000 Menschen von dieser Krebsform betroffen. Unter den derzeit verfügbaren Standardtherapien liegt das mediane Gesamtüberleben demnach bei etwa einem Jahr – ein Wert, der die Dringlichkeit wirksamerer Therapieoptionen verdeutlicht.

Vor diesem Hintergrund werten die beteiligten Unternehmen die Zwischenergebnisse aus DeLLphi-305 als potenziell bedeutsamen Fortschritt. Detaillierte Ergebnisse der Studie sollen laut Amgen auf einem kommenden medizinischen Kongress vorgestellt werden, wo sie einer breiteren Fachöffentlichkeit zur Bewertung vorgelegt werden.

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Erst diese vollständige Datenpräsentation wird zeigen, in welchem Ausmaß sich der beobachtete Überlebensvorteil in absoluten Zahlen niederschlägt und wie er im Vergleich zu anderen Therapieansätzen bei dieser schwer behandelbaren Krebserkrankung einzuordnen ist.

Für Patientinnen und Patienten mit ES-SCLC, deren Behandlungsoptionen bislang begrenzt sind, könnten die Ergebnisse mittelfristig neue Perspektiven eröffnen – vorausgesetzt, die vollständigen Daten bestätigen die in der Interimsanalyse beobachteten Effekte.

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