Lungenkrebs-Screening, Fachgesellschaften

Lungenkrebs-Screening: Fachgesellschaften fordern CT für Raucher ab 50

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aufklärungskampagnen fördern Krebsfrüherkennung, Herzgesundheit und Mobilität; Daten aus Österreich zeigen zugleich Nachholbedarf bei Bewegung.

Gesundheitsvorsorge im Alter: Krebs-Screenings, Herztests und Sturzprävention
Ein sonnendurchfluteter Parkweg mit leeren Parkbänken unter herbstlichen Bäumen, der eine ruhige und gesundheitsfördernde Umgebung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Um die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu erhöhen und die Früherkennung chronischer Erkrankungen zu verbessern, setzen staatliche Institutionen, Fachgesellschaften und Hilfsorganisationen verstärkt auf gezielte Aufklärungsaktionen.

Im Zentrum dieser Bemühungen stehen insbesondere Menschen in der zweiten Lebenshälfte, für die Präventionsmaßnahmen wie regelmäßige Screenings, Impfungen und Mobilitätstrainings eine entscheidende Rolle zum Erhalt der Lebensqualität spielen.

Fokus auf Krebsfrüherkennung und systematisches Screening

Die Früherkennung onkologischer Erkrankungen bleibt ein Schwerpunkt der nationalen und internationalen Gesundheitspolitik. Im Rahmen der bundesweiten Krebspräventionswoche, die im September 2026 unter dem Motto „Lass mal checken“ stattfand, rückten Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) Vorsorgeuntersuchungen in den Fokus.

Laut Angaben der Deutschen Krebshilfe werden in Deutschland jährlich mehr als 55.000 Darmkrebserkrankungen diagnostiziert. Ein Fall aus Frankfurt am Main verdeutlicht die Relevanz: Bei einem Patienten wurde vor rund sechs Monaten bei einer Darmspiegelung ein Tumor entdeckt, der durch eine Operation am Universitätsklinikum Frankfurt erfolgreich entfernt werden konnte, bevor er sich weiter ausbreitete.

Während gesetzliche Krankenkassen Untersuchungen für Brust-, Haut-, Darm- und Prostatakrebs übernehmen, fordern Fachgesellschaften wie die Österreichische Röntgengesellschaft (ÖRG) und die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) die Einführung eines qualitätsgesicherten Lungenkarzinom-Screenings mittels Niedrigdosis-CT.

Diese Empfehlung richtet sich insbesondere an starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren. Auch internationale Kampagnen wie jene von Komen Italia in Rom oder die Initiative „Ottobre non solo rosa“ in der Lombardei weiten ihren Fokus aus, um neben der Brustkrebsvorsorge auch auf Haut- und Darmkrebs aufmerksam zu machen.

Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sturzrisiken

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Herzgesundheit und der Unfallverhütung. Die erste EU Screening Week, die für den Zeitraum vom 28.09. bis zum 04.10.2026 angekündigt wurde, nutzt unter anderem den Weltherztag am 29.09.2026, um für Blutdruck- und Cholesterintests zu werben.

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Die Relevanz solcher Angebote zeigten Daten aus Kärnten: Bei einer Diabetes-Vorsorgeaktion in Apotheken konnten bei knapp 5.200 Teilnehmern 178 zuvor unbekannte Diabeteserkrankungen sowie fast 2.000 Prädiabetes-Fälle identifiziert werden.

Parallel dazu gewinnt die Sturzprävention an Bedeutung. Laut der Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) sterben in der Schweiz jährlich 1.700 Menschen an den Folgen von Stürzen, wobei 95 Prozent der Opfer über 65 Jahre alt sind. Fachleute beziffern die damit verbundenen gesellschaftlichen Kosten auf jährlich 1,8 Milliarden Franken.

In den Niederlanden adressiert die „Valpreventieweek“ Ende September gezielt Senioren in Kommunen wie Ede und Wageningen, um durch Bewegungskurse wie „In Balans“ das Sturzrisiko zu minimieren. Ergänzend bieten Verkehrsbetriebe wie die BSAG in Bremen Mobilitätstrainings an, um die Sicherheit bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit Rollatoren zu erhöhen.

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Förderung der Eigeninitiative und Notfallkompetenz

Experten betonen die Bedeutung eines aktiven Lebensstils. Eine Auswertung der Medizinischen Universität Wien auf Basis der österreichischen Gesundheitsbefragung ergab, dass lediglich 29,6 Prozent der Personen ab 65 Jahren die Empfehlung von mindestens 150 Minuten aerober Bewegung pro Woche erfüllen.

Modellrechnungen der Universität deuten darauf hin, dass bei ausreichender körperlicher Aktivität signifikante Anteile von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Diabetesfällen in dieser Altersgruppe vermieden werden könnten.

Zusätzlich zur körperlichen Fitness wird die Handlungssicherheit in Notfällen gefördert. In St. Ingbert leiteten Rettungskräfte Bürger zur Herzdruckmassage an, während die Malteser in Passau spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Senioren organisieren, die Sofortmaßnahmen bei Herzinfarkt oder Schlaganfall vermitteln.

Flankierend dazu rufen Gesundheitsbehörden, wie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, zur Teilnahme an landesweiten Präventionstagen auf. Der bayerische Aktionstag am 12.10.2026 richtet sich erstmals an die gesamte Bevölkerung, um das Bewusstsein für eine gesundheitsförderliche Lebensweise dauerhaft im Alltag zu verankern.

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