Lupus-Therapie, Patienten

Lupus-Therapie: 90 Prozent der Patienten erreichen Komplettremission

28.06.2026 - 08:40:11 | boerse-global.de

Neue Zelltherapien zeigen hohe Erfolgsraten bei Autoimmunerkrankungen. CAR-T-Zellen führen bei 90 Prozent der Lupus-Patienten zur Symptomfreiheit.

Zelltherapien gegen Rheuma und Lupus: Neue Forschungserfolge
Lupus-Therapie - Nahaufnahme der Hände eines Wissenschaftlers in sterilen Handschuhen, der Zellkulturen in einer Petrischale manipuliert. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die medizinische Forschung macht einen großen Sprung nach vorne: Zielgerichtete Zelltherapien könnten Rheuma, Lupus und verwandte Erkrankungen bald deutlich besser behandelbar machen. Biotechnologische Verfahren und neue Ansätze in der Immunmodulation versprechen echte Durchbrüche.

Nabelschnurblut als Waffe gegen Rheuma

Am Universitätsklinikum Bonn arbeiten Forscher an einer neuen Form der Zelltherapie für Rheuma-Patienten mit hohem Leidensdruck. Das Verfahren nutzt Zellen aus Nabelschnurblut, um fehlgeleitete Immunzellen gezielt zu zerstören. Diese Zellen lösen die typischen Entzündungsreaktionen bei Rheuma aus.

Parallel dazu entschlüsselte ein Team aus Bonn grundlegende Mechanismen der Immunregulation. Die Studie erschien im Fachmagazin Cellular & Molecular Immunology. Die Forscher entwickelten ein neues In-vitro-Modell, um die Entstehung follikulärer regulatorischer T-Zellen (Tfr) zu untersuchen.

Die Ergebnisse zeigen: Das Protein TGF-? ist für die Differenzierung dieser Zellen notwendig und ausreichend. Der Botenstoff IL-2 wirkt dagegen hemmend. Als entscheidendes Element identifizierten die Forscher den Transkriptionsfaktor c-Maf.

CAR-T-Zellen: 90 Prozent der Patienten werden symptomfrei

Einen klinischen Durchbruch meldet das Uniklinikum Erlangen. Die CASTLE-Studie, veröffentlicht in Nature Medicine, behandelte 70 Patienten mit Lupus und Arthritis mit einer einmaligen Infusion von CD19-CAR-T-Zellen.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Bei rund 90 Prozent der Probanden trat eine dauerhafte Komplettremission ein. Viele Teilnehmer sind beschwerdefrei und brauchen keine weiteren Medikamente. Besonders bemerkenswert: Drei Patientinnen brachten nach der Behandlung gesunde Kinder zur Welt.

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Die Kosten für diese spezialisierte Therapie liegen derzeit zwischen 300.000 und 500.000 Euro pro Patient.

CRISPR-Skalpell trifft Krebszellen präzise

Über die klassischen Zelltherapien hinaus entwickeln Forscher neue molekularbiologische Werkzeuge. Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und Akribion Therapeutics arbeiten gemeinsam mit US-Universitäten an einem neuen CRISPR-Werkzeug namens CRISPR-Cas12a2.

Das System funktioniert wie ein molekulares Skalpell. Es erkennt gezielt RNA-Zielsequenzen und löst eine unspezifische Spaltung von Nukleinsäuren aus. Die Zielzelle stirbt kontrolliert ab. Experten sehen darin großes Potenzial für die Beseitigung von Krebszellen oder virusinfizierten Zellen – ohne sogenannte Off-Target-Effekte.

Ergänzend liefern Forscher der University of Alabama in Huntsville (UAH) Belege für die Wirksamkeit physikalischer Methoden. Kontinuierlicher, niedrigintensiver Ultraschall kann die Funktion von Makrophagen beeinflussen. Die Zellen wechseln von einem entzündlichen Zustand (M1) zu einem reparativen Zustand (M2). Das reduziert Entzündungsmarker und fördert die Heilung von Gelenken.

Millionen-Förderung für Immunforschung

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Die Relevanz der Forschung unterstreicht auch die staatliche Förderung: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt den Sonderforschungsbereich (SFB) 1530 bis 2029 mit rund 10,3 Millionen Euro. Beteiligt sind die Unikliniken in Köln, Essen, Frankfurt und Berlin.

Der Schwerpunkt liegt zwar auf Lymphomen. Doch die Erkenntnisse zur Steuerung von B-Zellen und Immunreaktionen liefern wichtige Synergieeffekte für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Denn beide Krankheitsbilder beruhen auf ähnlichen zellulären Fehlfunktionen.

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