Lupus-Therapie, Anifrolumab

Lupus-Therapie: Anifrolumab reduziert Infektions-Hospitalisierungen deutlich

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Johns-Hopkins-Studie mit 71 Erwachsenen verknüpft Anifrolumab mit weniger infektionsbedingten Klinikaufnahmen, nicht jedoch weniger Infektionen.

Anifrolumab bei Lupus: Weniger Infektionskliniken in Studie
Ein steriles, modernes Labor mit klinischer Ausrüstung und Glasgefäßen in einer hellen, professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung des chronischen kutanen Lupus erythematodes (CCLE) stellt Mediziner vor die Herausforderung, die Krankheitsaktivität zu kontrollieren, ohne das Risiko für schwerwiegende Infektionen durch die notwendige Immunsuppression unverhältnismäßig zu steigern.

Eine im September 2026 veröffentlichte Untersuchung von Johns Hopkins Medicine in Baltimore liefert neue Erkenntnisse zur Sicherheit des monoklonalen Antikörpers Anifrolumab in diesem Kontext.

Die im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology (JEADV) vorgestellten Daten deuten darauf hin, dass der Einsatz von Anifrolumab mit einer deutlich geringeren Rate an infektionsbedingten Krankenhausaufenthalten assoziiert ist als die herkömmliche Therapie.

Signifikante Reduktion schwerer Infektionsverläufe

In der durch Johns Hopkins Medicine durchgeführten Studie wurde eine Population von 71 Erwachsenen über einen Zeitraum von einem Jahr beobachtet. Alle Probanden litten unter einem chronischen kutanen Lupus erythematodes in Kombination mit einem systemischen Lupus. Die Forscher legten ein besonderes Augenmerk darauf, wie sich unterschiedliche Therapieregime auf die Notwendigkeit einer stationären Behandlung aufgrund von Infektionen auswirkten.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Unter einer Therapie mit konventionellen Immunsuppressiva allein lag die Rate der infektionsbedingten Hospitalisierungen bei 32,6 Prozent (46 Patienten).

Wurde Anifrolumab zusätzlich zu konventionellen Immunsuppressiva verabreicht, sank dieser Wert auf 23,1 Prozent (13 Patienten). Bemerkenswert war das Ergebnis für die Gruppe mit einer Anifrolumab-Monotherapie: Bei den 12 betroffenen Patienten traten im Beobachtungszeitraum 0 Prozent infektionsbedingte Krankenhausaufenthalte auf.

Differenzierte Betrachtung von Erregertypen und Behandlungsformen

Neben der Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten untersuchten die Experten von Johns Hopkins Medicine auch den Bedarf an systemischen Antibiotika sowie die Art der aufgetretenen Infektionen. Auch hier zeigten sich Vorteile für die Anifrolumab-Gruppen.

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Während 47,8 Prozent der Patienten unter konventioneller Immunsuppression systemische Antibiotika benötigten, waren es unter der Kombinationstherapie 38,5 Prozent und unter der Anifrolumab-Monotherapie lediglich 8,3 Prozent.

Bei der Analyse der Erreger stellten die Forscher fest, dass bakterielle Infektionen bei 50,0 Prozent der Patienten unter konventionellen Immunsuppressiva auftraten. In der Gruppe mit Kombinationstherapie lag dieser Anteil bei 30,8 Prozent, während er unter der Monotherapie mit Anifrolumab auf 8,3 Prozent sank.

Virale Infektionen wurden bei 53,8 Prozent der konventionell behandelten Patienten dokumentiert, im Vergleich zu 41,7 Prozent in der Gruppe, die zusätzlich Anifrolumab erhielt.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung betraf spezifische Infektionsbilder wie Pneumonien und Weichteilinfektionen. Diese traten fast ausschließlich in der Gruppe auf, die lediglich konventionelle Immunsuppressiva erhielt. Dort lagen die Raten für Pneumonien bei 15,2 Prozent und für Weichteilinfektionen bei 23,9 Prozent.

Einordnung der Studienergebnisse und Patientenpopulation

Trotz der Unterschiede bei den schweren Verläufen und stationären Aufnahmen blieb die Gesamtinfektionsrate nach einem Jahr über alle Gruppen hinweg vergleichbar.

Johns Hopkins Medicine bezifferte diese auf 65,2 Prozent bei konventioneller Therapie, 69,2 Prozent bei der Kombinationstherapie und 66,7 Prozent bei der Monotherapie. Dies deutet darauf hin, dass Anifrolumab zwar Infektionen nicht gänzlich verhindert, aber deren Schweregrad im Vergleich zu herkömmlichen Wirkstoffen signifikant beeinflussen könnte.

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Die untersuchte Studienpopulation bestand zu 90,1 Prozent aus Frauen. Den größten Anteil der Diagnosen stellte mit 94,4 Prozent der chronisch-diskoide kutane Lupus dar. Anifrolumab ist bereits als FDA-zugelassener monoklonaler Antikörper für die Behandlung des systemischen Lupus bekannt.

Die vorliegenden Daten aus Baltimore erweitern das Verständnis über das Sicherheitsprofil des Wirkstoffs bei Patienten mit kutaner Beteiligung und könnten für die künftige klinische Entscheidungsfindung bei chronischen Lupus-Formen von Bedeutung sein.

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de | wissenschaft | 70151148 |