Lupus-Therapie: Anifrolumab senkt Hospitalisierungen auf 0%
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei der Behandlung des chronischen kutanen Lupus erythematodes rĂŒckt ein Wirkstoff in den Fokus, der offenbar mit deutlich weniger schweren Infektionsfolgen einhergeht als klassische Immunsuppressiva.
Eine Untersuchung von Johns Hopkins Medicine aus Baltimore, veröffentlicht im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, vergleicht Infektionsraten bei Patienten unter Anifrolumab mit denen unter konventioneller immunsuppressiver Therapie.
Studiendesign und Teilnehmerzahlen
An der Untersuchung nahmen 71 Erwachsene mit kutanem und systemischem Lupus ĂŒber einen Zeitraum von einem Jahr teil. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt: 46 Personen erhielten ausschlieĂlich konventionelle Immunsuppressiva, 13 Personen eine Kombination aus Anifrolumab und Immunsuppressiva, und 12 Personen wurden mit Anifrolumab als Monotherapie behandelt.
Infektionsraten insgesamt vergleichbar
Betrachtet man die reinen Infektionsraten nach einem Jahr, unterscheiden sich die drei Gruppen laut der Auswertung kaum: 65,2 Prozent unter konventioneller Immunsuppression, 69,2 Prozent unter der Kombination aus Anifrolumab und Immunsuppressiva sowie 66,7 Prozent unter Anifrolumab-Monotherapie erlebten mindestens eine Infektion. Auf den ersten Blick liefert dieser Wert also kein eindeutiges Bild zugunsten des neueren Wirkstoffs.
Deutliche Unterschiede bei schweren VerlÀufen
Interessanter wird es bei der Betrachtung schwererer KrankheitsverlĂ€ufe. Bei infektionsbedingten Hospitalisierungen zeigt sich ein deutlicher Unterschied: 32,6 Prozent der Patienten unter konventioneller Immunsuppression mussten deswegen ins Krankenhaus, gegenĂŒber 23,1 Prozent unter der Kombinationstherapie und 0 Prozent unter Anifrolumab-Monotherapie.
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Auch beim Bedarf an systemischen Antibiotika zeichnet sich dasselbe Muster ab: 47,8 Prozent unter konventioneller Immunsuppression benötigten diese, verglichen mit 38,5 Prozent unter der Kombinationstherapie und lediglich 8,3 Prozent unter Anifrolumab-Monotherapie.
Bei bakteriellen Infektionen lag die Rate unter konventioneller Immunsuppression bei 50,0 Prozent, unter der Kombinationstherapie bei 30,8 Prozent und unter Anifrolumab-Monotherapie bei 8,3 Prozent. Virale Infektionen traten bei 53,8 Prozent beziehungsweise 41,7 Prozent auf â auch hier mit niedrigeren Werten in den Anifrolumab-Gruppen.
Besonders auffĂ€llig ist die Verteilung bei Pneumonien und Weichteilinfektionen: Mit Raten von 15,2 Prozent beziehungsweise 23,9 Prozent traten diese Komplikationen laut der Auswertung nahezu ausschlieĂlich bei Patienten unter konventioneller Immunsuppression auf.
Einordnung der Ergebnisse
Die Zahlen aus Baltimore deuten darauf hin, dass zwar die grundsÀtzliche InfektionsanfÀlligkeit unter allen drei TherapieansÀtzen Àhnlich hoch bleibt, die Schwere der VerlÀufe jedoch unter Anifrolumab-Monotherapie geringer ausfÀllt.
FĂŒr Patienten mit chronischem kutanem Lupus erythematodes, die hĂ€ufig ĂŒber Jahre auf immunsuppressive Medikamente angewiesen sind, könnte dies relevant sein: Weniger Krankenhausaufenthalte und ein geringerer Antibiotikabedarf wĂŒrden nicht nur die LebensqualitĂ€t verbessern, sondern auch das Gesundheitssystem entlasten.
Viele Lupus-Patienten kennen die Sorge vor schweren Infektionen unter jahrelanger immunsuppressiver Behandlung. Eine aktuelle Untersuchung deutet darauf hin, dass die Schwere der VerlĂ€ufe je nach Therapieansatz deutlich variieren kann â die Zahl der Teilnehmer war allerdings klein. Dieser Leitfaden ordnet die Ergebnisse ein und hilft Ihnen, das Infektionsrisiko besser einzuschĂ€tzen. Leitfaden zur Lupus-Therapie sichern
Die Studie bleibt mit insgesamt 71 Teilnehmern und entsprechend kleinen Untergruppen von 12 beziehungsweise 13 Personen in der Anifrolumab-Kohorte vergleichsweise klein angelegt.
GröĂer angelegte Folgeuntersuchungen dĂŒrften nötig sein, um zu klĂ€ren, ob sich die beobachteten Unterschiede bei schweren Infektionsfolgen auch in gröĂeren Patientenkollektiven bestĂ€tigen lassen und welche Rolle die Dauer der Erkrankung sowie Begleittherapien dabei spielen.
