Lupus-Therapie, Nipocalimab

Lupus-Therapie: Nipocalimab erreicht Ziele in Phase-2-Studie

10.06.2026 - 19:41:10 | boerse-global.de

Neue Medikamente und Studien versprechen Fortschritte bei Lupus. Ambulante Praxen setzen noch hÀufig auf hoch dosierte KortisonprÀparate.

Lupus-Therapie 2026: Neue Zulassungen und Versorgungsunterschiede
Lupus-Therapie - Eine Nahaufnahme zeigt die HĂ€nde eines Arztes, der einem Patienten eine Impfung verabreicht, mit Fokus auf Nadel und Arm. 10.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Gleich mehrere Pharma-Zulassungen und aktuelle Studiendaten versprechen neue Optionen fĂŒr Betroffene. Parallel dazu schĂ€rfen Fachgesellschaften ihre Empfehlungen – von Impfungen bis zur langfristigen Therapiestabilisierung.

Johnson & Johnson treibt die Entwicklung voran

Anfang Juni 2026 gab es wichtige Fortschritte: Eine Tochter von Johnson & Johnson erhielt am 9. Juni die britische Marktzulassung fĂŒr ein neues Medikament gegen Autoimmunerkrankungen. Nur einen Tag zuvor wurde die Übernahme von Firefly Bio bekannt – fĂŒr eine Milliarde US-Dollar.

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Der Hintergrund: Der Wirkstoff Nipocalimab hatte laut Berichten vom 3. Juni 2026 in einer Phase-2-Studie bei Lupus-Patienten seine primĂ€ren Endpunkte erreicht. Die Investitionen zeigen, wie stark der Konzern auf gezielte Therapien fĂŒr chronisch-entzĂŒndliche Erkrankungen setzt. Ein bekanntes Beispiel ist der Antikörper Belimumab, der die bei Lupus-Patienten erhöhte Antikörperproduktion durch Blockade spezifischer Proteine reguliert.

Impfungen: Was sicher ist und was nicht

Ein zentrales Thema im Lupus-Management bleibt der Infektionsschutz. Die Deutsche Lupus-Leitlinie und die europÀische Fachgesellschaft EULAR empfehlen ein individuelles Vorgehen. Idealerweise erfolgen Impfungen in einer stabilen Krankheitsphase.

Als sicher gelten Totimpfstoffe – etwa gegen Tetanus, SARS-CoV-2, Pneumokokken, Herpes Zoster und HPV. Vorsicht ist bei Lebendimpfstoffen geboten: MMR, Gelbfieber oder Varizellen werden bei starker Immunsuppression in der Regel nicht empfohlen. Das Risiko einer Impferkrankung wĂ€re zu hoch.

Ambulante Versorgung: Große Unterschiede zu Zentren

Wie sieht die reale Versorgung aus? Eine Umfrage zwischen September 2024 und MĂ€rz 2025 in ĂŒber 2.100 Praxen in Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt Aufschluss. Von 1.569 Betroffenen litten 859 an SLE. Rund 18 Prozent der Patienten hatten eine Lungenbeteiligung.

Besonders auffĂ€llig: die Unterschiede zwischen ambulanter Versorgung und Spezialzentren. Im niedergelassenen Bereich erhielten bis zu 28 Prozent der Patienten mehr als 10 mg Glukokortikoide pro Tag. In Zentren waren es nur 1,5 Prozent. Dort setzten Ärzte stattdessen hĂ€ufiger auf Biologika und krankheitsmodifizierende Medikamente wie Mycophenolat-Mofetil. Fachleute sehen in der hohen Glukokortikoid-Dosierung im ambulanten Sektor deutliches Optimierungspotenzial.

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ErnÀhrung als ErgÀnzung zur Medikation

Das primĂ€re Therapieziel bleibt die stabile Remission – um langfristige OrganschĂ€den zu verhindern. Neben Medikamenten wie Antimalariamitteln, Azathioprin oder Cyclophosphamid mĂŒssen Begleiterkrankungen im Blick bleiben. Besonders das Risiko fĂŒr Atherosklerose und chronische Infektionen erfordert dauerhafte Überwachung.

UnterstĂŒtzend empfehlen Experten eine antientzĂŒndliche ErnĂ€hrung. Studien deuten darauf hin, dass Omega-3-FettsĂ€uren, Antioxidantien aus Obst und GemĂŒse sowie Ballaststoffe die EntzĂŒndungsaktivitĂ€t positiv beeinflussen. Klar ist aber: Die ErnĂ€hrung ersetzt keine medikamentöse Behandlung. Auch ein begleitender Gewichtsabbau gilt als vorteilhaft fĂŒr den Krankheitsverlauf.

de | wissenschaft | 69516087 |