Lupus, Arthritis

Lupus und Arthritis: CAR-T-Therapie bringt 90% in Remission

25.06.2026 - 15:32:49 | boerse-global.de

Studie zeigt 90 Prozent Remission bei Autoimmunerkrankungen durch einmalige CAR-T-Zell-Infusion. Forscher arbeiten an Wirksamkeitssteigerung.

CAR-T-Zelltherapie: Neue Hoffnung bei Lupus und Arthritis
Lupus - Mikroskopische Darstellung von CAR-T-Zellen, die mit Autoimmunzellen interagieren, mit biolumineszierendem Leuchten. Wissenschaftliche Forschung, Zelltherapie. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Immuntherapie, die ursprünglich gegen Krebs entwickelt wurde, zeigt jetzt bei Lupus und rheumatischer Arthritis bemerkenswerte Wirkung.

90 Prozent erreichen Komplettremission

Die CASTLE-Studie liefert die bislang stärksten belege. Forscher des Universitätsklinikums Erlangen behandelten rund 70 Patienten mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen. Sie erhielten eine einmalige Infusion mit CD19-CAR-T-Zellen.

Das Ergebnis: Etwa 90 Prozent der Behandelten erreichten eine dauerhafte Komplettremission. Viele leben beschwerdefrei – ohne weitere Medikamente.

Die Studie wurde 2026 in Nature Medicine veröffentlicht. Professor Georg Schett leitete die Untersuchung. Er zählt laut der Stanford-Liste zu den meistzitierten Medizinern weltweit und hatte bereits 2021 erste Erfolge bei Lupus dokumentiert.

Langzeitremission und neue Patientendaten

Drei Patientinnen brachten nach der Therapie gesunde Kinder zur Welt. Eine Patientin ist seit fünf Jahren krankheitsfrei.

Auf dem EULAR-Kongress 2026 präsentierte ein Team des University College London Hospitals (UCLH) weitere Daten. Ein Fall zeigt eine Lupus-Patientin, die im November 2024 behandelt wurde. Sie ist seit 18 Monaten in Remission, benötigt keine Medikamente mehr und erholt sich von Organschäden. In der untersuchten Gruppe erreichten fünf von sechs Patienten diesen Zustand.

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Die CAR-T-Zelltherapie ist in Deutschland seit 2018 für bestimmte Lymphome und das Multiple Myelom zugelassen. Langzeitstudien der Penn Medicine (veröffentlicht 2026 im New England Journal of Medicine) belegen die Persistenz der Zellen über zehn Jahre. Bei über einem Drittel der Patienten mit großzelligem B-Zell-Lymphom blieb die Remission über fünf Jahre stabil.

Forscher entschärfen molekulare Bremse

Die Wissenschaft arbeitet daran, die Wirksamkeit der Zellen weiter zu steigern. Forscher der Columbia University und des Universitätsklinikums Tübingen identifizierten das Gen NFIL3 als molekulare Bremse. Ein gezielter CRISPR-Knockout soll die Lebensdauer und Aktivität der Zellen verlängern. Die Ergebnisse erschienen 2026 in Cancer Discovery.

Parallel entwickeln Forscher der Tsinghua University spezielle TNFR1TIF-CAR-T-Zellen. Sie bauen den Entzündungsfaktor TNF gezielt ab. In einer Studie an Mäusen (veröffentlicht in hLife, 2026) senkten die Zellen den Serum-TNF-Spiegel und behandelten die Erkrankung erfolgreich. Ein integrierter Sicherheitsschalter soll es ermöglichen, die Zellen bei Bedarf zu eliminieren.

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Kosten und Herausforderungen

Die Behandlung bleibt teuer: 300.000 bis 500.000 Euro pro Patient. Hinzu kommt die Überwachung auf Nebenwirkungen wie das Zytokin-Freisetzungssyndrom und neurologische Störungen.

Auf der SaxoCell-Konferenz 2026 in Dresden diskutierten Experten über die breite klinische Anwendung. Neben Autoimmunerkrankungen standen Fortschritte in der regenerativen Medizin und beim Stammzellbanking im Fokus. Das Ziel: die Verfügbarkeit und Skalierbarkeit solcher Zelltherapien verbessern.

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