4. MSD Krebsversorgungsmonitor 2024 der Schweiz bestĂ€tigt: AufklĂ€rung, PrĂ€vention & FrĂŒherkennung klar stĂ€rken
02.04.2025 - 08:00:00«FrĂŒherkennung und PrĂ€vention bleiben zentrale Anliegen, die von der Mehrheit der Befragten als essenziell angesehen werden. Trotz dieser hohen Zustimmung werden einige Massnahmen, wie die HPV-Impfung oder vorsorgliche Lungenkrebs-Untersuchungen, seltener wahrge-nommen und genutzt.» sagt Lukas Golder, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern. «Die Mammografie wird in der Romandie als wichtiger empfunden als in der Deutschschweiz. Die HPV-Impfung wird in allen Sprachregionen als Ă€hnlich wichtig empfunden.»
Eine der zentralen Erkenntnisse des 4. Krebsversorgungsmonitors 2024 (*) ist die grosse Diskrepanz zwischen der Wichtigkeit und der DurchfĂŒhrung von Vorsorgemassnahmen. WĂ€hrend alle Vorsorgemassnahmen als «wichtig» erachtet werden, wurden nur einige mindestens einmal tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrt: Der GebĂ€rmutterhalsabstrich wurde von 79% und die Mammografie von mehr als der HĂ€lfte der Befragten mindestens einmal gemacht. Weniger als die HĂ€lfte hat schon einmal eine Hautkontrolle zur Hautkrebsvorsorge (40%) durchfĂŒhren lassen, ein Darmscreening noch 39%, einen PSA-Test 38%. Nur die wenigsten haben sich gegen HPV impfen lassen (15%) oder eine LungenkrebsfrĂŒherkennung (9%) durchgefĂŒhrt.
Erstmals konkrete Daten zu FrĂŒherkennungsmassnahmen
Im Rahmen einer reprĂ€sentativen Umfrage vom 14. bis 29. Oktober 2024 wurden vom Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag von MSD Schweiz 1'250 Personen in der ganzen Schweiz telefonisch oder online befragt. Wenn es um die FrĂŒherkennungsmassnahmen (z.B. Krebsscreenings) sowie um den frĂŒhen Therapiebeginn bei Krebs geht, werden diese von rund 90% der Befragten als «sehr wichtig» oder «eher wichtig» beurteilt. Bei den fĂŒr Frauen spezifischen Vorsorgemassnahmen findet sich ebenfalls viel Zustimmung: Den GebĂ€rmutterhalsabstrich («Pap-Test» fĂŒr die FrĂŒherkennung möglicher VerĂ€nderungen am GebĂ€rmutterhals) finden 93% «sehr wichtig» oder «eher wichtig»; die Mammografie (Röntgenaufnahme der Brust zur FrĂŒherkennung von Brustkrebs) finden 89% «sehr wichtig» oder «eher wichtig». Die spezifischen Vorsorgemassnahmen fĂŒr MĂ€nner finden etwas weniger Zustimmung: Die Selbstkontrolle fĂŒr Hodenkrebs finden 83% als «sehr oder eher wichtig», den sogenannten «PSA-Test» (Bluttest auf das prostataspezifische Antigen) fĂŒr die FrĂŒherkennung von Prostatakrebs noch 70% als «sehr oder eher wichtig». Das Darmscreening, Lungenkrebs-FrĂŒherkennung und die Impfung gegen HPV (humane Papillomaviren) erhalten zwischen 68% und 83% Zustimmung. â Bei Frauen und MĂ€nnern kann eine Infektion mit HP-Viren Genitalwarzen und HPV-bedingte Krebsvorstufen und -erkrankungen auslösen, insbesondere GebĂ€rmutterhalskrebs, aber auch Vaginalkrebs, Peniskrebs, Analkrebs und Mund-Rachen-Krebs.
Wissen ĂŒber KostenĂŒbernahme unzureichend
FĂŒr viele Befragte ist nicht klar, wer die Kosten fĂŒr die Krebsvorsorge ĂŒbernimmt. Der GebĂ€rmutterhalsabstrich wird aus Sicht einer Mehrheit (54%) von der Krankenkassen-zusatzversicherung ĂŒbernommen, ebenso die Mammografie (47%) und das Darmscreening (39%). 65% der Befragten wissen nicht, wer die Kosten einer LungenkrebsfrĂŒherkennung ĂŒbernimmt, bei der HPV-Impfung sind 56% im Ungewissen. Obwohl fĂŒr viele unklar ist, wer die Kosten ĂŒbernimmt, haben die meisten eine klare Haltung dazu (81%): Sofern sich die Krebsvorsorge als sinnvoll erweist, sollten die Kosten vollstĂ€ndig vom Staat im Rahmen der OKP (obligatorische Krankenpflegeversicherung) ĂŒbernommen werden. Bei dieser Frage gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Antworten von jungen versus Ă€lteren Befragten, zwischen den drei Sprachregionen sowie bei der politischen Ausrichtung.
Ăberwiegende Mehrheit will StĂ€rkung von PrĂ€ventionsmassnahmen
Die Debatten um die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens werden unterschiedlich beurteilt â abhĂ€ngig von Geschlecht, Herkunft, Landesteilen, Ausbildung und politischer Haltung. Nichtsdestotrotz gibt es eine Tendenz: 92% der Befragten sind klar fĂŒr eine StĂ€rkung der AufklĂ€rung, 88% sind ebenfalls sehr klar fĂŒr eine StĂ€rkung der PrĂ€vention bzw. 82% fĂŒr eine StĂ€rkung der PrĂ€ventionsmassnahmen. Ebenfalls eine breite Zustimmung finden die Digitalisierung (77%), die EinfĂŒhrung einer öffentlichen Einheitskrankenkasse (70%) und die Bereinigung der Spitallandschaft (64%). Die EinfĂŒhrung einer Sparkrankenkasse ĂŒberzeugt kaum (45%). Die verschiedenen Ideen stossen je nach Untergruppen bei den Befragten auf mehr oder weniger Zuspruch. Die Befragten konnten abschliessend angeben, welche drei Ideen sie generell am besten finden. Als Top-Favorit kristallisierte sich die EinfĂŒhrung einer Einheitskrankenkasse (53%) heraus, dicht gefolgt von der Vereinheitlichung der PrĂ€mien, bzw. einer PrĂ€mienentlastung (45%) und der StĂ€rkung der PrĂ€vention (41%).
Gute VersorgungsqualitÀt aber Verschlechterung bei Wartezeiten
Die wahrgenommene QualitĂ€t in der Schweizerischen Krebsversorgung blieb auch in diesem Befragungsjahr ausgesprochen hoch. Mehr noch: sie ist sogar noch besser als in den Vorjahren (2021â2023). 87% der Befragten beurteilen das System als «hervorragend», «sehr gut» oder «eher gut». Nur gerade 3% beurteilen die QualitĂ€t mit «schlecht». Bei rund 10% der Befragten (n=122) wurde vor weniger als einem Jahr eine Krebsdiagnose gestellt. Erstmal wurde ermittelt, um welche Krebsdiagnose es sich handelte. Mit 40% wurde Brustkrebs am meisten genannt, gefolgt von Hautkrebs (28%), dem Prostatakrebs (14%), Darmkrebs (8%) und dem Kopf- und Halskarzinom (4%); Lungenkrebs wurde von 1% und Nierenkrebs von 2% genannt. Betroffene mit einer Krebserkrankung beurteilen die VersorgungsqualitĂ€t im Vergleich zu 2023 insgesamt als noch besser: plus 3 Prozentpunkte («hervorragend») bzw. plus 2 Prozentpunkte («sehr gut»). Im Jahresvergleich (2022 und 2021) wurden neuere Therapieformen weiterhin klar seltener genutzt als Chemo- und Strahlentherapien.
Die Umfrage bestĂ€tigt die Daten der Vorjahre in der VersorgungsqualitĂ€t: 87% der Befragten bewerten die QualitĂ€t der Krebsversorgung als «hervorragend», «sehr gut» oder «eher gut». Nur 3% Ă€ussern sich negativ, wĂ€hrend 10% keine EinschĂ€tzung abgeben können. Eine grosse Zustimmung von Betroffenen oder Personen mit hohem Interesse an Gesundheitsthemen, erhielten 2024 die Versorgung im Spital (87%) sowie die Medikamenten- und Therapieversorgung (75%). Leicht verbessert haben sich die Zeit bis zum Beginn der Therapie und die Arbeit in der KrebsprĂ€vention und -frĂŒherkennung. Tendenziell verschlechtert haben sich im langjĂ€hrigen Zeitvergleich die Dauer bis eine Patientin/ein Patient eine Konsultation bei einem Spezialisten erhĂ€lt, die generelle Information zur Krankheit sowie die Koordination zwischen den Stellen. Die Medikamenten- und Therapieversorgung werden in der Deutschschweiz besser bewertet als in der Romandie und im Tessin.
Zusammenfassung der Befragung 2024
Die Krebsversorgung in der Schweiz wird 2024 als ausserordentlich gut wahrgenommen. Die Bewertungen zeigen eine hohe Zufriedenheit, insbesondere bei Krebsbetroffenen mit deutlich gestiegenen positiven EinschĂ€tzungen, im Vergleich zu den Vorjahren. Besonders die medizinische QualitĂ€t, die Medikamenten- und Therapieversorgung und die Betreuung in SpitĂ€lern werden hervorgehoben. Dennoch bleiben spezifische Herausforderungen bestehen, insbesondere bei der Koordination zwischen Betreuungseinrichtungen und der psychologischen UnterstĂŒtzung.
Die besten Bewertungen erhalten die medizinische Versorgung im Spital, die Medikamententherapie und prĂ€ventive Massnahmen. Trotz dieser StĂ€rken zeigt die Analyse, dass Aspekte wie die Nachsorge, die Dauer bis zur Diagnose und zum Therapiebeginn sowie die UnterstĂŒtzung fĂŒr Angehörige noch weiterentwickelt werden mĂŒssen. Eine psychologische Begleitung und bessere Abstimmung zwischen den Akteuren werden weiterhin als zentrale Verbesserungsbereiche genannt.
Betroffene berichten vor allem von finanziellen Belastungen durch gestiegene Lebenshaltungskosten, erhöhte Versicherungskosten und Einkommenseinbussen. ZusĂ€tzlich zeigt sich, dass auch psychologische Folgen die LebensqualitĂ€t stark beeinflussen können. Diese Konsequenzen betreffen nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch deren Angehörige, die Ă€hnliche Herausforderungen meistern mĂŒssen.
Die Wichtigkeit medizinischer Kernleistungen, wie der Zugang zu Therapien und verstĂ€ndliche Informationen, wird durchweg als «hoch» bewertet. Psychosoziale und finanzielle UnterstĂŒtzungsangebote sind ebenfalls bedeutsam, werden jedoch als weniger zentral gesehen. Spezialisierte Angebote, wie Selbsthilfegruppen oder Programme fĂŒr Geheilte (Cancer Survivors), sprechen spezifische Zielgruppen an und werden insgesamt als weniger prioritĂ€r wahrgenommen.
FrĂŒherkennung und PrĂ€vention bleiben zentrale Anliegen, die von der Mehrheit der Befragten als essenziell angesehen werden. Trotz dieser hohen Zustimmung werden einige Massnahmen, wie die HPV-Impfung oder vorsorgliche Lungenkrebs-Untersuchungen, seltener wahrgenommen und genutzt. Dies deutet auf eine LĂŒcke zwischen der Bedeutung dieser Massnahmen und ihrer tatsĂ€chlichen Umsetzung hin. In ganz unterschiedlichen Bereichen fehlen offensichtlich Informationen: Sei dies im Bereich FrĂŒherkennung und PrĂ€vention, KostenĂŒbernahme, Therapiemöglichkeiten oder Vorsorgemassnahmen. Teilweise wissen bis zu zwei Drittel der Bevölkerung nicht, wer die Kosten fĂŒr gewisse Vorsorgemassnahmen ĂŒbernimmt. Insgesamt lĂ€sst sich daraus ableiten, dass mehr Informationen und Bildung vonnöten sind, um Sinn und Zweck von FrĂŒherkennung, frĂŒhzeitiger Therapieeinleitung und Vorsorgemassnahmen aufzuzeigen.
Die Befragten befĂŒrworten eine stĂ€rkere Fokussierung auf PrĂ€vention, AufklĂ€rung und die Vereinheitlichung der Gesundheitsversorgung fĂŒr die Zukunft des Gesundheitswesens in der Schweiz. Ideen wie die EinfĂŒhrung einer Einheitskrankenkasse, aber auch eine stĂ€rkere Digitalisierung, finden ebenfalls eine breite Zustimmung. Auch wenn es Widerstand gibt, wĂ€re die Bereinigung der Spitallandschaft der beste Weg, um die Gesundheitskosten zu senken. Gleichzeitig ist die Bereinigung der Spitallandschaft jedoch diejenige Massnahme, die schweizweit am zweitwenigsten Zustimmung erhalten hat.
(*) MSD Krebsversorgungsmonitor 2024, FrĂŒherkennung und PrĂ€vention: Möglicher SchlĂŒssel fĂŒr eine bessere Versorgung. gfs.bern. Dezember 2024. Download des vollstĂ€ndigen Berichts unter: https://cockpit.gfsbern.ch/de/cockpit/krebsversorgungsmonitor-2024/ sowie auf Anfrage bei den Medienkontakten (vgl. unten).
Forschungsinstitut gfs.bern
Das gesamtverantwortliche Forschungsinstitut gfs.bern AG kann sich auf eine ausgesprochen lange Tradition in der empirischen Sozialforschung stĂŒtzen. 1959 als Gesellschaft zur Förderung der empirischen Sozialforschung der Schweiz (GfS) gegrĂŒndet, betreibt es seit 1986 als eigener GeschĂ€ftsbereich der GfS-Forschungsinstitut AG und seit 2004 mit eigener Firmierung als gfs.bern ag sozialempirische Forschung mit Schwerpunkten in der Politik- und Kommunikationsforschung.
gfs.bern versteht sich als methodischer Full-Service-Anbieter mit ausgewiesenen inhaltlichen SpezialitĂ€ten. Das Unternehmen zielt in seinem Marktauftritt auf QualitĂ€tsfĂŒhrerschaft im Bereich angewandte Sozialforschung ab (konkret: Umfrageforschung mit Face-2-Face, Telefon-, Online- und schriftlichen Interviews) und kann diesen Vorsprung in der Analyse zu politischen Meinungsbildungsprozessen seit rund 20 Jahren halten. gfs.bern hat dabei insbesondere die empirische Sozialforschung rund um gesellschaftspolitische und direktdemokratische Entscheidungsprozesse in der Schweiz wesentlich mitgeprĂ€gt. Ebenfalls verfĂŒgt gfs.bern ĂŒber langjĂ€hrige Erfahrung im Monitoring von Politik- und Policy-Prozessen. Aktuelle LehrauftrĂ€ge an den UniversitĂ€ten ZĂŒrich, Bern und Fribourg sowie an diversen Fachhochschulen helfen mit, die so gewonnenen Erkenntnisse in der Ausbildung zur VerfĂŒgung zu stellen und regelmĂ€ssig in wissenschaftliche Reflexion zur eigenen Arbeit zu treten.
Weitere Informationen finden Sie auf http://www.gfsbern.ch.
MSD Merck Sharp & Dohme in der Schweiz
In der Schweiz beschĂ€ftigt MSD Merck Sharp & Dohme an fĂŒnf Standorten im Kanton Luzern und ZĂŒrich ĂŒber 1'000 Mitarbeitende. Am Standort in ZĂŒrich, im «The Circle», betreibt MSD einen globalen Innovations- und Entwicklungs-Hub. Die Haupttherapiebereiche von MSD sind Onkologie, Infektionskrankheiten und kardiometabolische Erkrankungen. Zudem verfĂŒgen wir ĂŒber ein breites Portfolio an Impfstoffen zur PrĂ€vention von Krankheiten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. An unserem Standort in Schachen stellen wir Medikamente fĂŒr weltweite klinische Studien her und betreiben ein forensisches Labor. Ausserden fĂŒhrt MSD in der Schweiz allein jĂ€hrlich fast 50 klinischen Studien durch. Wir nehmen unsere Verantwortung fĂŒr die lokale Gemeinschaft wahr und engagieren uns u.a. seit Jahren an den «Trendtagen Gesundheit Luzern» sowie in der «Allianz Gesundheitskompetenz». Im Jahr 2025 erhielt MSD zum dreizehnten Mal in Folge die Auszeichnung «Top Employer Switzerland».
FĂŒr weitere Informationen besuchen Sie uns bitte auf www.msd.ch ( http://www.msd.ch/ ) http://de.msd-animal-health.ch/ www.msd-gesundheit.ch ( https://collaboration.merck.com/sites/swisspoco/Shared%20Documents/Communications/Comms_Media-Relations/Boilerplate/www.msd-gesundheit.ch ) und folgen Sie uns auf LinkedIn ( https://www.linkedin.com/company/msdswitzerland/?viewAsMember=true ), Facebook ( https://www.facebook.com/msdswitzerland ) und YouTube ( https://www.youtube.com/channel/UC36waRV5-_Fsb5kkUB-mP3A ).
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