MacBook-Notch: Drei Open-Source-Apps machen die Displayaussparung interaktiv
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Was einst als reine Kamera-Aussparung in MacBook-Displays galt, entwickelt sich zunehmend zu einem funktionalen Bedienelement. Mehrere kleine, teils quelloffene Anwendungen verwandeln die sogenannte Notch derzeit in eine aktive Schnittstelle für Dateiverwaltung, Systemsteuerung und Überwachung der eigenen Nutzung von KI-Diensten. Eine Reihe von Berichten beschreibt diese Entwicklung.
NotchDrop: Die Notch als Zwischenablage für Dateien
Die Open-Source-Anwendung NotchDrop nutzt die Notch als temporäre Dateiablage. Nutzer können Dateien per Drag-and-drop in die Notch-Fläche ziehen, erhalten dort eine Vorschau und können die Inhalte anschließend direkt per AirDrop weitergeben. Speicherdauer und Darstellung der abgelegten Dateien lassen sich laut Beschreibung anpassen. Berichten zufolge sollen die Dateien dabei lokal verarbeitet werden, ohne dass eine Cloud-Anbindung erfolgt.
Claude Usage Tracker: Dynamic-Island-Funktion für KI-Nutzung
Mit dem Claude Usage Tracker rückt eine weitere Facette der Notch-Nutzung in den Fokus: die Überwachung von Nutzungslimits bei KI-Diensten. Die native macOS-App bringt eine Dynamic-Island-Beta für Claude Code mit und zeigt dort unterschiedliche Sitzungszustände an.
Beim Aktivieren der Funktion installiert die Anwendung mehrere lokale, schreibgeschützte Hooks und startet einen Listener, der ausschließlich an die lokale Adresse gebunden ist – ein Hinweis darauf, dass die Datenverarbeitung ohne externe Serveranbindung erfolgen soll.
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Einzelne Sitzungen lassen sich als Liste öffnen, inaktive Sitzungen werden nach kurzer Zeit optional ausgeblendet, verwaiste Sitzungen werden in regelmäßigen Abständen automatisch bereinigt. Die Funktion ist dabei auf Claude- beziehungsweise Anthropic-Profile beschränkt. Besitzt ein Mac keine Notch, weicht die App auf eine schwebende Anzeige aus. Die Installation ist über Homebrew, fertige Releases oder den Quellcode möglich.
Ein verwandtes Projekt des Blogs notchy.dev widmet sich ebenfalls der Erfassung der KI-API-Nutzung und richtet sich an Anwender, die ihre Verbrauchsdaten bei einer größeren Zahl an Anbietern im Blick behalten möchten. Zudem hat der Blog einen Vergleich verschiedener Notch-Apps veröffentlicht, der die wachsende Vielfalt in diesem Softwaresegment unterstreicht.
Boring Notch: Multifunktions-Werkzeug mit Erweiterungsplänen
Die ebenfalls quelloffene App Boring Notch geht einen breiteren Weg und bündelt mehrere Funktionen in der Notch-Fläche. Dazu zählen eine Musiksteuerung, ein Kalender sowie eine Dateiablage mit Drag-and-drop- und AirDrop-Unterstützung. Zusätzlich lassen sich über die App Lautstärke, Bildschirmhelligkeit und Tastaturbeleuchtung steuern.
Die Installation erfolgt über eine DMG-Datei oder den Quellcode, wobei beim ersten Start unter Umständen eine macOS-Sicherheitsfreigabe erforderlich ist. Für die Musiksteuerung benötigt die App Bedienungshilfen-Berechtigungen, für die Notch-Anzeige selbst eine Berechtigung zur Bildschirmaufnahme.
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Für die Zukunft sind weitere Funktionen angekündigt, darunter die Anzeige des Bluetooth-Status und von Wetterdaten, ein anpassbares Layout sowie widgets für den Sperrbildschirm.
Ein gemeinsamer Trend
So unterschiedlich die einzelnen Anwendungen im Detail auch sind – NotchDrop, Claude Usage Tracker und Boring Notch verfolgen alle dasselbe Grundprinzip: Sie nutzen einen bislang kaum beachteten Bereich des MacBook-Displays, um Systemfunktionen sichtbar und schnell erreichbar zu machen.
Dass gleich mehrere quelloffene Projekte parallel an dieser Idee arbeiten, deutet darauf hin, dass sich die Notch von einem reinen Kompromiss im Displaydesign zu einer eigenständigen Bedienebene entwickelt, die Entwickler zunehmend für eigene Werkzeuge erschließen.
