MacSync-Malware: Kaspersky warnt vor Krypto-Diebstahl auf dem Mac
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 01:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher von Kaspersky haben im September 2026 eine aktualisierte Version der MacSync-Malware entdeckt, die speziell auf Nutzer des Betriebssystems macOS abzielt.
Die Schadsoftware ist darauf ausgelegt, sensible Informationen wie Zugangsdaten, persönliche Dokumente und Bestände in Kryptowährungs-Wallets zu entwenden. Laut den Experten handelt es sich bei MacSync um ein Derivat der AMOS-Malware-Familie, deren Ursprünge in den Jahren 2024 und 2025 liegen.
Funktionsweise und Diebstahl von Kryptowerten
Die Infektionskette beginnt zumeist mit einer Schaddatei, die als legitime Applikation getarnt ist. In einigen Fällen wird die Malware über öffentliche iCloud-Kalendereinträge im .ics-Format verbreitet.
Sobald MacSync ein System infiziert hat, installiert die Software sowohl einen Infostealer als auch eine Backdoor. Der Stealer konzentriert sich darauf, Browserdaten, Inhalte aus dem Telegram-Messenger, Keychain-Passwörter sowie Daten aus Krypto-Wallets zu sammeln.
Besonders perfide ist das Vorgehen der integrierten Backdoor, die sich im System als Finder-Prozess tarnt. Zudem ist die Malware in der Lage, die Ledger-App durch einen manipulierten Klon zu ersetzen, um direkten Zugriff auf Hardware-Wallets zu erlangen. Kaspersky-Experte Sergey Puzan mahnte in diesem Zusammenhang zur besonderen Vorsicht beim Umgang mit Administrator-Passwörtern auf dem Mac.
Infrastruktur und Gegenmaßnahmen durch Apple
Auch Microsoft befasste sich mit der Bedrohung durch MacSync. Bereits im August 2026 dokumentierte das Unternehmen mehr als 30 Domains, die der Infrastruktur dieser Malware zugeordnet werden konnten. Als Reaktion auf die Bedrohungslage veröffentlichte Apple ein Update für das systemeigene Sicherheitswerkzeug XProtect.
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Die Version 5360 wurde für alle unterstützten macOS-Versionen bereitgestellt und enthält sechs neue Yara-Regeln zur Erkennung spezifischer Bedrohungen wie MACOS.BONZAI.NCIMA und MACOS.SHADYSHOELACE.AECRCOAR. Zusätzlich implementierte Apple sieben neue Osascript-Regeln in der Datei XPScripts.yr. Interessanterweise wurde die Version 5359 laut Berichten übersprungen.
Juristischer Streit um Verschlüsselung und Hintertüren
Die Sicherheitslage von Apple-Geräten ist derzeit auch Gegenstand einer rechtlichen Auseinandersetzung vor dem britischen Investigatory Powers Tribunal (IPT). Im Fokus steht eine Anordnung des Home Office aus dem Jahr 2025, die Apple zur Schwächung der iCloud-Verschlüsselung verpflichten sollte.
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Apple forderte das Gericht im September 2026 dazu auf, dass die Regierung die Existenz dieser geheimen Anordnung offiziell eingesteht. Infolge der behördlichen Forderungen hatte Apple die Funktion „Advanced Data Protection“ für Nutzer in Großbritannien deaktiviert.
Anwälte von Bürgerrechtsgruppen wie Privacy International und Liberty bezeichneten die Informationspolitik der britischen Regierung als possenhaft. Kritisiert wird insbesondere die sogenannte NCND-Politik („Neither Confirm Nor Deny“), mit der das Home Office die Bestätigung oder Dementierung von Überwachungsmaßnahmen verweigert.
Hintergrund der juristischen Verwicklungen ist zudem politischer Druck: Eine erste Anordnung der früheren Innenministerin Yvette Cooper sei unter dem Einfluss der US-Regierung unter Donald Trump zunächst fallen gelassen und später durch eine rein auf Großbritannien beschränkte Version ersetzt worden.
US-Senator Ron Wyden und der Abgeordnete Warren Davidson wandten sich am 11. September 2026 schriftlich an das Tribunal, um den Fall zu kommentieren. Während eine substantielle Klage der Bürgerrechtler für Dezember 2026 angesetzt ist, wird eine vollständige gerichtliche Anhörung erst für das Jahr 2027 erwartet.
