Diskriminierung, HIV-GefÀhrdeten

Diskriminierung von HIV-GefÀhrdeten behindert Aids-Kampf

26.11.2024 - 14:00:36

MÀnner, die Sex mit MÀnnern haben, könnten bei einer HIV-Infektion gut behandelt werden - doch viele trauen sich wegen diskriminierender Gesetze nicht zum Arzt.

  • UN: Diskriminierung verhindert erfolgreichen Kampf gegen Aids. (Symbolbild) - Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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  • In diesem Waisenhaus in Kenia leben HIV-infizierte Kinder, deren Eltern an der Krankheit gestorben sind. - Foto: Brian Inganga/AP/dpa

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  • Auf Gay-Pride-Paraden protestieren die Teilnehmer gegen Diskriminierung. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa

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UN: Diskriminierung verhindert erfolgreichen Kampf gegen Aids. (Symbolbild) - Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpaIn diesem Waisenhaus in Kenia leben HIV-infizierte Kinder, deren Eltern an der Krankheit gestorben sind. - Foto: Brian Inganga/AP/dpaAuf Gay-Pride-Paraden protestieren die Teilnehmer gegen Diskriminierung. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Die Diskriminierung von Menschen mit Aids oder mit einem erhöhten Risiko einer Ansteckung in manchen LÀndern verhindert nach einem UN-Bericht den erfolgreichen Kampf gegen die ImmunschwÀchekrankheit. 

In 28 LĂ€ndern weltweit steige die Zahl der Ansteckungen, heißt es im Bericht des UN-Programms UNAIDS zum Welt-Aids-Tag (1. Dezember). Zu den Ursachen gehöre, dass Menschen aus Angst vor Stigmatisierung keine Ă€rztliche Hilfe suchten. 

HIV-Risiko in bestimmten Gruppen höher

Das Risiko einer Ansteckung mit dem HI-Virus, das unbehandelt zur oft tödlichen Krankheit Aids fĂŒhren kann, ist nach Angaben der deutschen Aidshilfe in bestimmten Gruppen höher. 2021 hĂ€tten sich 55.000 der 91.000 Menschen, die sich in Deutschland neu mit HIV infizierten, bei Sex unter MĂ€nnern angesteckt, 11.000 Menschen bei heterosexuellen Kontakten und 9.000 Menschen durch intravenösen Drogengebrauch. 

Nach Angaben von UNAIDS war gleichgeschlechtlicher Sex im Jahr 2023 in 63 LĂ€ndern verboten. In diesen LĂ€ndern sei die Infektionsrate unter MĂ€nnern, die Sex mit MĂ€nnern haben, fĂŒnfmal höher als in LĂ€ndern, die solche Beziehungen nicht kriminalisieren.

Wenn die Diskriminierung aufhöre, könne das UN-Ziel erreicht werden, Aids als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit bis 2030 zu eliminieren. Auch mĂŒssten neue Medikamente billiger werden und in allen Weltregionen zur VerfĂŒgung stehen, fordert UNAIDS.

39,9 Millionen Menschen leben mit HIV

«Um die Gesundheit aller zu schĂŒtzen, mĂŒssen wir die Rechte aller schĂŒtzen», sagte die Exekutivdirektorin von UNAIDS, Winnie Byanyima. «Wenn MĂ€dchen Bildung verweigert wird, wenn geschlechtsspezifische Gewalt straffrei bleibt, wenn Menschen wegen ihrer Person oder ihrer Liebe verhaftet werden können, wenn der Besuch von Gesundheitsdiensten fĂŒr Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft gefĂ€hrlich ist, dann fĂŒhrt dies dazu, dass Menschen der Zugang zu HIV-Diensten verwehrt wird, die fĂŒr die Rettung ihres Lebens und die Beendigung der AIDS-Pandemie unerlĂ€sslich sind.»

Nach Angaben des Programms leben weltweit 39,9 Millionen Menschen mit HIV. Fast ein Viertel von ihnen bekomme die lebensrettenden Medikamente nicht. 2023 seien 630.000 Menschen im Zusammenhang mit Aids gestorben, 1,3 Millionen Menschen hÀtten sich neu mit dem HI-Virus infiziert.

Höhepunkt erst im Jahr 2039 erwartet

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der HIV-Neuinfektionen global verringert, wie es in einer neuen Studie des US-amerikanischen Instituts fĂŒr Gesundheitsmetriken und -bewertung IHME heißt. Auch sterben demnach zunehmend weniger Menschen durch die Krankheit. Vor allem in Sub-Sahara-Afrika sei ein besonders starker RĂŒckgang an Infektionen und Toten zu verzeichnen. In anderen Regionen jedoch stiegen die Zahlen.

Die Studie, die im Fachblatt «The Lancet HIV» erschien, prognostiziert auch einen weltweiten Höchststand. Demnach könnten im Jahr 2039 dann 44,4 Millionen Menschen mit HIV infiziert sein, ehe die Zahlen in den Jahren danach langsam sinken.

@ dpa.de