Lebenserwartung, Deutschland

Geringere Lebenserwartung im Zuge der Pandemie

06.09.2023 - 08:33:54

MĂ€nner und Frauen sind auch 2022 im Schnitt frĂŒher gestorben als drei Jahre zuvor. Dabei gab es erhebliche regionale Unterschiede.

Die Lebenserwartung in Deutschland hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie um mehr als ein halbes Jahr verringert. Laut aktuellen Berechnungen des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) sank sie 2022 im dritten Jahr hintereinander. Bei MĂ€nnern fiel die Lebenserwartung von 78,7 auf 78,1 Jahre, bei Frauen von 83,5 auf 82,8 Jahre, wie das Institut in Wiesbaden berichtete.

Laut BiB gibt es dabei erhebliche regionale Unterschiede. Bei MĂ€nnern lag die Lebenserwartung im Saarland und in Sachsen-Anhalt 2022 um mehr als ein Jahr unter dem Wert von 2019. Bei den Frauen stach ebenfalls Sachsen-Anhalt hervor - dort lag die Lebenserwartung knapp ein Jahr unter den Werten von 2019. GĂŒnstiger habe sich die Situation bei den MĂ€nnern in Baden-WĂŒrttemberg, Schleswig-Holstein und Sachsen entwickelt. Dort lag die Lebenserwartung nur maximal ein halbes Jahr unter dem Wert vor der Pandemie.

Die Unterschiede zwischen west- und ostdeutschen BundeslĂ€ndern haben sich laut BiB wieder etwas angeglichen. Die Lebenserwartung war 2021 in ThĂŒringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg deutlich unter das Vor-Pandemie-Niveau gefallen. «Diese BundeslĂ€nder waren damals durch Corona von einem besonders drastischen Anstieg der Sterblichkeit betroffen», erklĂ€rte Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe MortalitĂ€t am BiB. 2022 konnten diese vier BundeslĂ€nder besonders bei den MĂ€nnern wieder deutliche Anstiege in der Lebenserwartung verzeichnen.

Anders verhĂ€lt es sich in vielen westdeutschen BundeslĂ€ndern: Hier ist die Lebenserwartung am stĂ€rksten zwischen 2021 und 2022 gesunken. Laut BiB lag das hauptsĂ€chlich an der damals massiven Ausbreitung der Pandemie. Auch die Grippewelle am Ende des Jahres 2022 habe zum RĂŒckgang der Lebenserwartung im Jahr 2022 beigetragen.

@ dpa.de