Magnesium-PrĂ€parate: 57 Prozent ĂŒberschreiten die BfR-Höchstmenge von 250 mg
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deZahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Magnesium den Blutdruck senken kann. Vor diesem Hintergrund wird der Mineralstoff zunehmend als ergĂ€nzende MaĂnahme im Rahmen des kardiovaskulĂ€ren Blutdruckmanagements thematisiert. Laut der Gesellschaft fĂŒr Magnesiumforschung entfaltet Magnesium eine gefĂ€Ăerweiternde und zugleich blutdrucksenkende Wirkung im menschlichen Organismus.
Studienergebnisse zur Dosierung und Blutdrucksenkung
Untersuchungen weisen darauf hin, dass die gezielte Zufuhr von Magnesium messbare Effekte auf die GefĂ€Ăgesundheit hat. Eine tĂ€gliche Dosis von 10 bis 20 mmol Magnesium, was etwa 360 mg entspricht, senkt den Blutdruck laut Studien um 10 mm Hg diastolisch. Eine weitere Untersuchung belegt einen entsprechenden Effekt bei der Verabreichung von 368 mg tĂ€glich ĂŒber einen Zeitraum von drei Monaten.
Eine Meta-Analyse (PMID: 39280209) ergab zudem, dass eine Magnesium-Supplementierung von mindestens 400 mg pro Tag ĂŒber mindestens 12 Wochen den systolischen Blutdruck um 6,38 mm Hg und den diastolischen Blutdruck um 3,71 mm Hg bei Personen mit metabolischen Störungen oder Magnesiummangel senkt.
Fachleute fĂŒhren diesen Effekt auf eine verbesserte Endothelfunktion sowie eine reduzierte GefĂ€Ăspannung zurĂŒck. Die Einnahme wird dabei nicht als alleinige Monotherapie, sondern als unterstĂŒtzender Bestandteil einer ganzheitlichen kardiovaskulĂ€ren Strategie empfohlen.
Als allgemeine therapeutische Dosierung gelten 300 bis 600 mg Magnesium pro Tag, im Einzelfall auch mehr. Zum Vergleich: Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt eine tĂ€gliche Zufuhr von 350 mg fĂŒr MĂ€nner beziehungsweise 300 mg fĂŒr Frauen.
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Darreichungsformen und weitere Anwendungsbereiche
Klinische Studien zeigen, dass eine Magnesium-Supplementierung neben dem Blutdruck auch die SchlafqualitĂ€t, AngstzustĂ€nde und MigrĂ€ne positiv beeinflussen kann. Belege dafĂŒr, dass eine spezifische chemische Form â wie Glycinat, Malat, Threonat, Citrat oder Oxid â generell ĂŒberlegen ist, liegen nicht vor.
Allerdings werden Magnesiumcitrat und Magnesiumglycinat vom Körper besser aufgenommen, wĂ€hrend Magnesiumoxid und Magnesiumcitrat hĂ€ufig bei Verstopfung zum Einsatz kommen. Eine Studie mit tĂ€glich 2 g Magnesium-L-Threonat ĂŒber sechs Wochen zeigte zudem Verbesserungen bei GedĂ€chtnis und Konzentration.
Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 stellte bei Ă€lteren Erwachsenen fest, dass Magnesium zu einem um 17 Minuten schnelleren Einschlafen und einem um 16 Minuten lĂ€ngeren Schlaf fĂŒhrte.
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Empfehlungen und Kritik an NahrungsergÀnzungsmitteln
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt, ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel maximal 250 mg Magnesium tĂ€glich zuzufĂŒhren. Eine Einnahme ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen gilt bei Mangel oder Stress als sinnvoll.
Eine deutliche Ăberdosierung von mehr als 2500 mg pro Tag kann jedoch MuskelschwĂ€che und einen unkontrollierten Blutdruckabfall auslösen. Laut der Deutschen Herzstiftung treten schwerwiegende Nebenwirkungen wie LĂ€hmungserscheinungen erst ab einer Zufuhr von 2500 mg tĂ€glich auf.
Trotz der behördlichen Richtwerte ĂŒberschreiten 57 Prozent der im Internet angebotenen PrĂ€parate die empfohlene Höchstmenge des BfR. Auch eine Untersuchung von Ăko-Test an 28 Magnesium-PrĂ€paraten stieĂ auf erhebliche QualitĂ€tsunterschiede: Lediglich das Magnesiumcitrat-Pulver von Raab Vitalfood sowie die GSE Magnesium Compact Bio Tabletten ĂŒberzeugten im Test.
Kritisiert wurden neben bedenklichen Hilfsstoffen, wie etwa Talkum in Verla-Sticks, wiederholt zu hohe Dosierungen; so gelten beispielsweise Doppelherz-Kapseln mit 400 mg pro Tag im Rahmen der Bewertung als ĂŒberdosiert.
NahrungsergĂ€nzungsmittel zur Blutdruckregulation umfassen am Markt verschiedene Kombinationen wie Life Extension Potassium mit Extend-Release Magnesium (dosiert mit 2 Kapseln pro Tag), BioEmblem Triple Magnesium Complex mit Glycinat, Malat und Citrat sowie Everyday Blood Pressure Support, das Magnesium mit WeiĂdorn und Kalium kombiniert.
UnabhĂ€ngig vom gewĂ€hlten PrĂ€parat, bei dem auf eine hohe BioverfĂŒgbarkeit und den Verzicht auf FĂŒllstoffe geachtet werden sollte, ist eine Supplementierung laut Ăko-Test grundsĂ€tzlich nur nach vorheriger Ă€rztlicher Absprache sinnvoll.
