Makrele im Nordostatlantik: MSC fordert nachhaltige Fangquoten von Küstenstaaten
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deMehrere aktuelle Berichte beleuchten den hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in bestimmten Fischarten sowie deren zentrale Rolle bei der Entzündungshemmung und allgemeinen Gesundheitsförderung. Sowohl in der Human- als auch in der Tierernährung stehen die biologisch aktiven Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) im Fokus wissenschaftlicher und ernährungsphysiologischer Bewertungen.
Bedeutung von EPA und DHA für den Organismus
Die MensSana AG weist in einem Bericht vom 09.10.2026 darauf hin, dass EPA und DHA bei einer täglichen Aufnahme von mindestens 250 mg zu einer normalen Herzfunktion beitragen. Zudem trage DHA ab einer Zufuhr von mindestens 250 mg täglich zur Erhaltung normaler Gehirnfunktionen und der Sehkraft bei. Der sogenannte Omega-3-Index dient hierbei der Messung des EPA- und DHA-Anteils an den Gesamtfettsäuren in den roten Blutkörperchen.
Ein wesentlicher Aspekt betrifft die Umwandlung pflanzlicher Vorstufen: Die Umwandlungsrate von pflanzlicher Alpha-Linolensäure (ALA) in EPA liegt bei Erwachsenen laut ernährungswissenschaftlichen Daten und Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung meist lediglich bei 5–10 %.
Die Weiterumwandlung in DHA erreicht oft weniger als 1 %. Als direkte Quellen fungieren gereinigte Fischöle aus Kaltwasserfischen sowie Mikroalgenöle aus Schizochytrium sp.
Nährwertpotenzial und Risikofaktoren bei Meeresfisch
Fettreiche Meeresfische wie die Makrele liefern neben Omega-3-Fettsäuren auch Eiweiß, die Vitamine A, B, D und E sowie Spurenelemente wie Jod, Selen, Zink und Eisen. Diese Inhaltsstoffe unterstützen die Wundheilung, den Muskelaufbau, die Immunabwehr sowie Herz, Gehirn, Haut und Gelenke. Bei der Fütterung von Haustieren wie Hunden wird Makrele aufgrund entzündungshemmender Eigenschaften geschätzt.
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Gleichzeitig bestehen gesundheitliche Risiken durch mögliche Schadstoffbelastungen mit Quecksilber, Dioxinen und PCBs sowie durch Gräten. Zudem enthält Makrele Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 abbaut. Fachberichte raten dazu, den Fisch zu kochen oder zu dünsten statt zu braten, ihn nicht täglich anzubieten und die Menge auf maximal 10 % des täglichen Energiebedarfs zu begrenzen.
Auch Fischprotein-Konzentrate aus Fischmuskelfleisch, die je nach Herkunft und Verarbeitung einen Proteingehalt von 50–90 % aufweisen, bieten alle essenziellen Aminosäuren und Omega-3-Fettsäuren. Hierbei müssen jedoch potenzielle Schwermetallbelastungen mit Blei oder Quecksilber sowie das Risiko einer Überversorgung mit den Vitaminen A und D bei falscher Dosierung beachtet werden.
Einsatz bei Altersbeschwerden und Gelenkproblemen
Bei älteren Hunden unterstützen EPA und DHA die Gelenke, die Nieren, das Herz sowie das Gehirn, etwa bei kognitiver Dysfunktion. Eine sichtbare Verbesserung des Fells zeigt sich nach konstanter Zufuhr über einen Zeitraum von 6–12 Wochen. Kommerzielles Feuchtfutter weist jedoch häufig unzureichende oder durch Hitze, Licht und Sauerstoff instabile Gehalte auf, gepaart mit einer Dominanz von Omega-6-Fettsäuren.
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Für Seniorenhunde wird ein Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis von etwa 2:1 als ideal eingestuft. Experten empfehlen marine Quellen wie Fischöl, Lachsöl, Krillöl oder Algenöl unter Zusatz von Antioxidantien wie Vitamin E.
Ökologische Belastung und Fangquoten
Dem gesundheitlichen Nutzen stehen erhebliche ökologische Herausforderungen gegenüber. Wie aus Daten hervorgeht, lagen die Fangmengen für Makrele in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich 32 % über den wissenschaftlich empfohlenen Werten; insgesamt wurden in dieser Dekade über 7,2 Mio. Tonnen mehr gefangen als empfohlen.
Der Marine Stewardship Council (MSC) forderte in einem Bericht vom 10.10.2026 die Küstenstaaten im Nordostatlantik – darunter Großbritannien, Norwegen, Island, die Färöer, die EU, Grönland und Russland – auf, sich auf nachhaltige Fangquoten für Makrele, Atlanto-Skandischen Hering und Blauen Wittling zu verständigen.
Daten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) zeigen zwar, dass sich die Fangmengen beim Atlanto-Skandischen Hering den Empfehlungen angenähert haben und der Bestand des Blauen Wittlings gesund ist, die Entnahmen bei Letzterem jedoch weiterhin zu hoch ausfallen.
Globale Meeresoberflächentemperaturen erreichten im Jahr 2026 Rekordwerte, während betroffene Fischereien zuvor ihre MSC-Zertifizierung verloren hatten.

