Malware in Spielen: Hacker plünderte 8.000 Rechner und 80 Wallets
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 09:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein 21-Jähriger aus Florida soll mit präparierten Spielen Krypto-Wallets ausgeraubt haben. Fast zwei Jahre lang blieb die Masche unentdeckt.
Die US-Bundespolizei FBI hat einen mutmaßlichen Hacker festgenommen, der mit infizierten Videospielen die digitalen Geldbörsen von Kryptowährungsbesitzern geplündert haben soll. Der Schaden: mindestens 220.000 Euro. Der Fall zeigt, wie raffiniert Cyberkriminelle vorgehen – und wie lange sie unentdeckt bleiben können.
Acht Spiele, tausende Opfer
Zwischen Mai 2024 und Februar 2026 soll der Beschuldigte Zyaire Wilkins aus North Lauderdale, Florida, mindestens acht manipulierte Spiele auf Plattformen wie Discord, Telegram, X (ehemals Twitter) und LinkedIn verbreitet haben. Die Titel trugen harmlose Namen wie BlockBlasters, Chemia, Dashverse (auch als DashFPS bekannt), Lampy, Lunara, PirateFi und Tokenova.
Doch hinter der harmlosen Fassade steckte Schadsoftware. Sobald ein Nutzer eines der Spiele installierte, griff die Malware auf gespeicherte Passwörter und Krypto-Wallet-Zugänge zu. Insgesamt sollen rund 8.000 Rechner kompromittiert worden sein. Die Ermittler fanden heraus, dass die Angreifer auf etwa 80 digitale Geldbörsen zugriffen. Allein das Spiel BlockBlasters soll für den Diebstahl von rund 150.000 Euro verantwortlich sein.
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Die Spur führte über Uber Eats
Die Ermittler werteten Google-Cookies, Telefonaufzeichnungen und über 500 Essensbestellungen aus. Ein Durchsuchungsbeschluss brachte zudem einen Monero-Seed-Phrase zutage, der mit Transaktionen im Wert von rund 382.000 Euro verbunden war.
Wilkins, der auf dem Messenger Signal den Decknamen „Sibel.eth" nutzte, soll die Kampagne nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch vermarktet haben.
Ein fast zweijähriges Versteckspiel
Die Operation lief fast zwei Jahre, bevor die Behörden sie vollständig zerschlagen konnten. Anfang 2025 wurde das Spiel PirateFi von der Spieleplattform Steam entfernt. Im Januar 2026 erhielt das Spiel Lampy ein verdächtiges Update – offenbar Teil der laufenden Kampagne.
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Das FBI machte die Ermittlungen im Frühjahr 2026 öffentlich. Nach der Festnahme sucht die Behörde nun nach weiteren Opfern, die die manipulierten Spiele heruntergeladen haben könnten.
Wilkins wurde wegen Verschwörung angeklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Der Fall gilt als Paradebeispiel dafür, wie Angreifer scheinbar harmlose Spiele nutzen, um die wachsende Zahl von Kryptowährungsnutzern ins Visier zu nehmen.
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