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Mantax Otax: Neue Malware stiehlt WhatsApp-Chats und Passcodes

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 04:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mantax Otax verbindet Datenspionage mit Erpressung und verschlüsselt Dateien nur bis Android 9, während moderne Geräte weiter überwacht werden.

Mantax Otax: Android-Malware spioniert und verschlüsselt Dateien
Dunkle, modern gestaltete Serverraum-Umgebung mit bläulicher Akzentbeleuchtung und geometrischen Strukturen. Illustration mit AI erstellt.

Die IT-Sicherheitsexperten von Zimperium haben eine neue Schadsoftware für mobile Endgeräte identifiziert, welche die Grenzen zwischen Spionage und digitaler Erpressung verwischt. Die unter dem Namen Mantax Otax bekannte Malware kombiniert umfassende Spyware-Funktionen mit einem Ransomware-Modul.

Während die Überwachungskomponenten auf einer Vielzahl von Geräten operieren, unterliegt die Erpressungsfunktion laut aktuellen Analysen spezifischen technischen Einschränkungen des Android-Betriebssystems.

Ransomware-Modul scheitert an moderner Android-Architektur

Die Ransomware-Komponente von Mantax Otax ist darauf ausgelegt, Dateien und Dokumente auf infizierten Geräten mittels AES-Verschlüsselung unbrauchbar zu machen und mit der Dateiendung „.enc“ zu versehen. Wie Zimperium dokumentiert, entfaltet dieser Teil der Schadsoftware seine Wirkung jedoch ausschließlich auf Geräten, auf denen Android 9 oder eine ältere Systemversion installiert ist.

Der Grund hierfür liegt in einer grundlegenden Änderung der Systemarchitektur ab Android 10. Das dort eingeführte Sicherheitskonzept „Scoped Storage“ isoliert den Speicherzugriff von Anwendungen so stark, dass die Malware nicht mehr über die notwendigen Berechtigungen verfügt, um eine systemweite Verschlüsselung privater Daten durchzuführen.

Nutzer modernerer Geräte sind somit zwar vor der Datenverschlüsselung geschützt, bleiben jedoch weiterhin durch die Spionagefunktionen der Software gefährdet.

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Umfassende Spionage und Fernsteuerung

Unabhängig vom Erfolg des Ransomware-Moduls agiert Mantax Otax als hocheffektives Werkzeug zur Fernüberwachung. Die Schadsoftware stiehlt eine Vielzahl sensibler Informationen, darunter PIN-Codes, SMS-Nachrichten, Einmalpassörter für die Zwei-Faktor-Authentifizierung (OTP-Codes) sowie Kontaktlisten. Zudem werden Chatverläufe aus Anwendungen wie WhatsApp und Telegram sowie Standortdaten und Informationen über das Google-Konto des Opfers entwendet.

Technisch nutzt die Malware die MediaProjection-Schnittstelle von Android, um Screenshots anzufertigen, Videoaufnahmen des Bildschirminhalts im MP4-Format zu erstellen oder den Bildschirminhalt in Echtzeit an die Angreifer zu streamen.

Darüber hinaus kann die Software auf die Kamera zugreifen und Metadaten wie die Geräte-ID, den Mobilfunkbetreiber und die installierte Android-Version auslesen. Um diese weitreichenden Befugnisse zu erhalten, fordert die Malware beim Nutzer die Freigabe von Bedienungshilfen-Rechten (Accessibility-Rechte) an.

Verbreitungswege und Einschüchterungstaktiken

Die Infektion erfolgt laut den Sicherheitsforschern primär über APK-Dateien, die außerhalb des offiziellen Google Play Store verbreitet werden, sowie über Phishing-Kampagnen. Google Play Protect erkennt und blockiert die Bedrohung nach vorliegenden Informationen.

Die Angreifer nutzen zudem psychologische Methoden, um die Opfer zur Zahlung von Lösegeldern zu bewegen. Dazu zeigt die Malware Vollbild-Videos und Bilder an oder spielt Sprachnachrichten zur Einschüchterung ab.

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Die technische Infrastruktur hinter Mantax Otax ist auf Flexibilität ausgelegt. Die Adressen für die Kontrollserver (C2-Domains) bezieht die Schadsoftware direkt über GitHub-Repositories. Neuere Varianten setzen zudem auf das WebSocket-Protokoll für eine stabilere Kommunikation mit den Hintermännern. Die bisher beobachteten Angriffsziele liegen laut Zimperium schwerpunktmäßig in Indonesien.

Weitere Bedrohungen im mobilen Sektor

Neben Mantax Otax weisen Sicherheitsanalysen auf weitere aktuelle Gefahren für mobile Endgeräte hin. Dazu zählt die Spyware DragonDoll, die sich als gefälschtes Chrome-Update tarnt.

Eine weitere Gefahr stellt der Banking-Trojaner Anatsa dar. Dieser nutzt eine spezielle Methode, um die Sicherheitsprüfungen im Google Play Store zu umgehen: Die Loader-Apps werden zunächst ohne Schadcode veröffentlicht und laden den eigentlichen Trojaner erst nach der Installation als vermeintliches In-App-Update nach. Auf dem Gerät angekommen, überlagert Anatsa die Login-Masken legitimer Banking-Anwendungen, um Zugangsdaten abzugreifen.

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