HÀmophilie B: Erster Patient in Deutschland erhÀlt Gentherapie
01.07.2025 - 13:15:01"Jeder Fortschritt in der Behandlung von HĂ€mophilie, besonders durch innovative Therapien wie die Gentherapie, ist ein Schritt hin zu einem besseren und sorgenfreieren Leben", erklĂ€rt Christian Schepperle, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Interessengemeinschaft HĂ€mophiler e.V. (IGH). "Unsere Ziele in der HĂ€mophiliebehandlung gehen Hand in Hand mit wirtschaftlichen Ăberlegungen. Fortschrittliche Therapien sind nicht nur medizinisch notwendig, sondern auch sozialwirtschaftlich sinnvoll, indem sie langfristige Gesundheitskosten begrenzen und uns so auch wirtschaftlich und geopolitisch unabhĂ€ngiger machen", so Schepperle weiter.
Blutgerinnungsstörung: Mehr als ein Tropfen zu viel
HĂ€mophilie B betrifft in Deutschland ĂŒber 1.000 Menschen - etwa 65 % davon haben eine schwere und mittelschwere AusprĂ€gung.[1] Das seltene Krankheitsbild wird durch einen genetisch bedingten Mangel an funktionsfĂ€higem Gerinnungsfaktor IX (einem Protein, das zur Bildung von Blutgerinnseln zur Blutstillung benötigt wird) verursacht.[3] Typische Symptome sind ungewöhnlich lange Blutungen auch nach kleineren Verletzungen und gehĂ€ufte BlutergĂŒsse - es kann auch zu spontanen Blutungen in den Muskeln, Gelenken und inneren Organen kommen.[1] HĂ€mophilie B ist eine erhebliche Belastung fĂŒr die Betroffenen, sodass die Entwicklung fortschrittlicher Therapien enorm wichtig ist.[4]
Behandlung: Einmalige anstatt regelmĂ€Ăige Infusionen
Die Gentherapie setzt an den Ursachen der Erkrankung an: Mit einer einmal durchzufĂŒhrenden Infusion wird eine intakte genetische Bauanleitung fĂŒr den fehlenden Gerinnungsfaktor in die Leberzellen eingeschleust.[5] Diese sollen daraufhin beginnen, den Faktor selbst zu produzieren - und damit die Blutgerinnung stabilisieren.[5] Langfristiges Ziel ist es, die Symptome zu lindern und die bislang in regelmĂ€Ăigen und relativ kurzen ZeitabstĂ€nden notwendigen Infusionen ĂŒber Jahre hinweg zu ersetzen.[5]
Die erste in Europa verfĂŒgbare Gentherapie kann zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer und mittelschwerer HĂ€mophilie B eingesetzt werden.[2] Nach der EU-Zulassung im Jahr 2023 ist die Gentherapie seit Kurzem auch in Deutschland ganz offiziell Teil der Versorgung durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen.[2] Eine Einigung ĂŒber den Erstattungsbetrag mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen machte es möglich.
"Die Behandlung des ersten Patienten in Deutschland mit einer Gentherapie markiert einen Meilenstein in der HĂ€mophilie-B-Therapie - darauf sind wir sehr stolz. DarĂŒber hinaus setzen wir neue MaĂstĂ€be fĂŒr erfolgsbasierte Erstattungsmodelle und bahnen somit möglicherweise den Weg fĂŒr weitere innovative Therapien," erklĂ€rt Christian Wieszner, GeschĂ€ftsfĂŒhrer CSL Behring Deutschland.
Aus Zahlen wird Zukunft
Eine aktuelle 4-Jahres-Auswertung der fĂŒr die Zulassung relevanten Studie zeigt, dass eine einmalige Gentherapie bei HĂ€mophilie B die FIX-AktivitĂ€t ĂŒber den bisher beobachteten Zeitraum steigern, die Zahl der Blutungen senken und die LebensqualitĂ€t verbessern kann.[6,7] WĂ€hrend des Studienzeitraums konnten viele Patienten ihre regelmĂ€Ăigen Infusionen beenden.[6,7] Eine Modellrechnung deutet zudem darauf hin, dass ein GroĂteil der Behandelten möglicherweise ĂŒber viele Jahre, teils mehr als zwei Jahrzehnte, keine routinemĂ€Ăige Ersatztherapie mehr benötigt.[8]
Mit dem ersten in der Routineversorgung behandelten Patienten beginnt in Deutschland ein neues Kapitel der HĂ€mophilie-B-Versorgung. Die Gentherapie öffnet die TĂŒr zu einem Ansatz, der an der Ursache ansetzt - und die Chance hat, das Leben und den Alltag der Patienten erheblich zu erleichtern.
Hinweis: Diese Mitteilung dient der neutralen Information. Die Entscheidung ĂŒber die Eignung einer Therapie liegt ausschlieĂlich beim behandelnden Arzt.
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