Maritime Drohnen: US Navy testet autonome Versorgung der USS Essex
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die maritime Zukunft ist unbemannt: Autonome Oberflächenfahrzeuge (USV) und Unterwasserdrohnen (UUV) übernehmen zunehmend Aufgaben, die bislang bemannten Einheiten vorbehalten waren. Vor allem bei Versorgungsmissionen, Überwachung und Aufklärung zeichnen sich 2026 gewaltige Fortschritte ab.
Drohnenboote versorgen Kriegsschiffe
Ein Meilenstein gelang während der Großübung RIMPAC 2026 vor Hawaii. Das Unternehmen Splash Industries demonstrierte mit seinem elf Fuß langen Drohnenboot Typhoon die erste vollständig autonome Versorgung der USS Essex. Solche Operationen zeigen: Kleine, unbemannte Einheiten können Versorgungswege sichern, ohne Personal zu binden.
Auch die US Navy treibt die autonome Betankung voran. Im August 2026 wurde ein ferngesteuertes T38-Schiff vor der Küste Virginias per Schleppvorrichtung von Sealartec betankt – in rund 100 Zyklen flossen 400 Gallonen Treibstoff. Das Ziel: vollautonome Betankung für deutlich längere Missionen unbemannter Schiffe.
Modulare Systeme für maximale Flexibilität
Die Industrie setzt dabei zunehmend auf modulare Plattformen. SubSea Craft präsentierte mit dem MARS-USV ein Kassettensystem, das Missionspakete wie Loitering Munition, Torpedos oder Drohnen austauschen lässt – ganz ohne strukturelle Änderungen am Schiff. Die ALTIUS-Plattform von Anduril ist bereits integriert.
Luft- und Seesysteme wachsen ebenfalls zusammen. ACUA Ocean startete gemeinsam mit dem britischen Verteidigungsministerium die Drohne Teledyne FLIR SkyRanger R70 vom USV Pioneer aus. Das Schiff ist das erste unbemannte Fahrzeug seiner Klasse mit Lloyd's-Register-Zertifizierung – und erweitert den Radius für Aufklärungseinsätze erheblich.
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Für großflächige Überwachung orderte die US Navy zudem Schiffe der Corsair-Klasse von Saronic. Die 24 Fuß langen Einheiten schaffen über 35 Knoten und eine Reichweite von 1000 nautischen Meilen. Das Auftragsvolumen: 392 Millionen US-Dollar.
Forschung und Sicherheit unter Wasser
Auch in der Wissenschaft sind die Drohnen unterwegs. Die NOAA setzte im Sommer die Langstrecken-UUVs Stella und Polaris ein. Die neun Fuß langen Systeme legten über 200 nautische Meilen zurück und erstellten mehr als 68.000 Bodenaufnahmen. Ihre Besonderheit: Bei schlechtem Wetter warten sie am Meeresgrund, bis sich die Lage beruhigt.
Für das US Marine Corps liefert Jaia Robotics JaiaBot-HYDRO-Systeme für küstennahe Vermessungen – Auftragswert: 6,1 Millionen US-Dollar. Greensea IQ bringt derweil mit Bayonet Sweep ein System zur autonomen Analyse von Bedrohungen an Unterwasserinfrastruktur auf den Markt.
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Der Markt boomt
Die Zahlen zeigen die Dynamik des Sektors: Schon im Juni identifizierten Analysten von Intelatus 825 verschiedene Designs für USVs, AUVs und Glider von über 300 Anbietern. Der Schwerpunkt liegt auf Nordamerika und Europa, kleinere Systeme für Offshore-Inspektionen dominieren.
Ergänzend entwickeln sich autonome Luftfrachtsysteme. Elroy Air absolvierte erste unbemannte Flüge unter FAA-Aufsicht mit dem Chaparral-System für Nutzlasten über 500 Pfund. Die AFRL beauftragte zudem DZYNE mit der Weiterentwicklung des Grasshopper-Systems für Langstrecken-Lieferungen. Könnten diese Drohnen künftig die Lücke zwischen Küstenlagern und Schiffen auf See schließen? Die Richtung scheint klar.
