Maskierte Hypertonie: 15% der Patienten haben gefÀhrlich hohen Blutdruck
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Blutdruckmessung in der Arztpraxis kann trĂŒgen: Bei der maskierten Hypertonie zeigen sich dort normale Werte, wĂ€hrend der Druck im Alltag gefĂ€hrlich hoch steigt. Rund 15 Prozent der Patienten mit unauffĂ€lligen Praxiswerten sind betroffen â oft ausgelöst durch chronischen Stress.
Die unterschÀtzte Gefahr
Die Deutsche Hochdruckliga warnt: Die maskierte Hypertonie bleibt bei Standarduntersuchungen unentdeckt und tritt hĂ€ufig bereits in der dritten oder vierten Lebensdekade auf. Der primĂ€re Auslöser: anhaltender Stress, der im klinischen Umfeld nicht abgebildet wird. Ohne rechtzeitige Diagnose steigt das Risiko fĂŒr schwerwiegende FolgeschĂ€den erheblich.
Zur Identifikation empfehlen Experten die 24-Stunden-Langzeitmessung sowie regelmĂ€Ăige Selbstmessungen. Die Grenzwerte unterscheiden sich dabei: In der Praxis gelten 140/90 mmHg als hyperton, bei der Eigenmessung bereits Werte ab 135/85 mmHg. Die â30-50-80-Regelâ der Hochdruckliga soll ein systematisches Monitoring ermöglichen.
Warnsignale und Risikogruppen
Die Symptome bleiben oft diffus: Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel und ausgeprĂ€gte MĂŒdigkeit am Morgen können Hinweise sein. Auch Nasenbluten, innere Unruhe oder Kurzatmigkeit deuten auf eine Hypertonie hin. NĂ€chtlicher Bluthochdruck zeigt sich hĂ€ufig durch Durchschlafstörungen, Herzrasen oder NachtschweiĂ.
Die Folgen unkontrollierter Werte sind massiv. Jede Steigerung um 20/10 mmHg verdoppelt statistisch das Sterberisiko. Unbehandelt fĂŒhrt die Hypertonie zu einem dreifach erhöhten Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem vervierfachten Risiko fĂŒr SchlaganfĂ€lle. Ein Fall aus Vietnam zeigt die Dramatik: Ein 37-jĂ€hriger Patient erlitt durch eine hypertensive Krise mit Werten von 158/100 mmHg eine Retinopathie, die fast zur Erblindung fĂŒhrte.
Frauen besonders betroffen?
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Eine 2026 im Fachmagazin âMenopauseâ veröffentlichte Studie legt den Fokus auf geschlechtsspezifische Risiken. Demnach haben Frauen mit Menopause vor dem 40. Lebensjahr ein deutlich erhöhtes Risiko fĂŒr Bluthochdruck â besonders bei einem Beginn zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr. Stephanie Faubion von der Menopause Society empfiehlt fĂŒr diese Gruppe ein engmaschiges Screening auf kardiovaskulĂ€re Risikofaktoren.
Auch die metabolische Fettleber spielt eine Rolle. In Deutschland ist etwa jeder vierte Erwachsene betroffen â eng verbunden mit Bluthochdruck, Ăbergewicht und Typ-2-Diabetes.
Therapie: Was wirkt, was fehlt
Eine Meta-Analyse im Journal JAMA mit Daten von ĂŒber 159.000 Teilnehmern aus mehr als 700 Studien belegt die Vorteile von Kombinationstherapien: Sartane in Kombination mit Kalziumkanalblockern senken das Risiko eines Therapieabbruchs um 39 Prozent. Reine Monotherapien mit Kalziumkanalblockern weisen hingegen eine um 43 Prozent höhere Abbruchrate auf.
Doch die Versorgung stockt. Erhebliche LieferengpÀsse belasten die Behandlung:
Kopfschmerzen am Morgen, Ohrensausen, innere Unruhe â das können Warnzeichen fĂŒr nĂ€chtlichen Bluthochdruck sein. Gerade wenn die Praxiswerte normal sind, lohnt sich der Blick auf die eigenen Messungen. Sichern Sie sich jetzt die 5 wichtigsten Warnsignale und die 30-50-80-Regel der Deutschen Hochdruckliga. Leitfaden mit Warnsignalen jetzt sichern
- Digitoxin: LieferausfĂ€lle seit dem 1. Juli, Entspannung frĂŒhestens Ende Januar 2027
- Irbesartan: Bestimmte Zulassungen ruhen voraussichtlich bis August 2028
- Ramipril: Ein RĂŒckruf belastet die VerfĂŒgbarkeit bis Juni 2027
Kardiologen raten ergĂ€nzend zu Lebensstilinterventionen wie der DASH-DiĂ€t, Gewichtsreduktion und salzarmer ErnĂ€hrung. Kurzfristige Effekte versprechen laut CharitĂ©-Medizinern auch kaltes Duschen oder eine FlĂŒssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern Wasser tĂ€glich â ersetzen können diese MaĂnahmen die Medikamente jedoch nicht.
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