Maultaschen-Festival, Varianten

Maultaschen-Festival Juni 2026: 150 Varianten von klassisch bis exotisch

19.06.2026 - 12:55:22 | boerse-global.de

Traditionelle Backwaren wie Fastenbeugln und Maultaschen feiern ein Comeback, wÀhrend das BÀckerhandwerk gegen geplante Steuerregeln protestiert.

Kulinarisches Erbe Europas: Alte Rezepte und neue Steuerregeln
Maultaschen-Festival - Nahaufnahme von traditionellem europĂ€ischem FastengebĂ€ck: goldbraune Fastenbeugl, eine mit KĂŒmmel bestreute Basler FastenwĂ€he und frittierte Muzen. 19.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Von oberösterreichischen Fastenbeugln ĂŒber das Maultaschen-Festival in Metzingen bis zur Basler FastenwĂ€he: Alte Rezepte erleben ein Comeback, wĂ€hrend das BĂ€ckerhandwerk mit neuen Steuerregeln kĂ€mpft.

Fastenbeugln und FastenwÀhe: Alte Rezepte, neu entdeckt

In Oberösterreich ist die Fastenzeit ohne Fastenbeugln kaum denkbar. Das GebÀck aus Brotteig wird zu Ringen geformt, in Salzwasser gekocht und dann im Ofen gebacken. Traditionell gibt es die Beugln als Beilage zu fleischlosen Gerichten wie ErdÀpfelgulasch.

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Die Schweiz hat mit der Basler FastenwĂ€he – auch „Faschtewaaie“ genannt – eine eigene Variante. Sie besteht aus Hefeteig mit Butteranteil und wird mit KĂŒmmel bestreut. Anders als die Beugln wird sie meist pur gegessen. Auch im Rheinland gibt es Ă€hnliche Traditionen: die Muzen, alkoholfreie, frittierte Teigrauten.

Historische Rezepte helfen bei der Einordnung. Aufzeichnungen verweisen auf die Preßburger Beugl, deren Zubereitung auf Rezepturen aus dem frĂŒhen 20. Jahrhundert basiert – oft mit MohnfĂŒllung.

Maultaschen-Festival: 150 Varianten und ein Gin

Die moderne KĂŒche entdeckt traditionelle Speisen neu. In Metzingen findet im Juni 2026 ein Festival statt, das sich ganz der Maultasche widmet. Über 150 Varianten gibt es dort: von klassischen FĂŒllungen bis zu asiatischen Dumplings, indischen Samosas oder osteuropĂ€ischen Wareniki.

Besonders experimentelle AnsĂ€tze kombinieren traditionelle Teigwaren mit modernen Produkten. Angeboten werden unter anderem Destillate wie Maultaschen-Gin oder sĂŒĂŸe Versionen mit Brioche-Teig, Speiseeis oder Marzipan.

Strohsemmel-Fest in Lemgo: Backen fĂŒr den guten Zweck

Ende Juni 2026 steht in Lemgo die Strohsemmel im Mittelpunkt eines Stadtfestes. Drei lokale BĂ€ckereien produzieren das traditionelle GebĂ€ck fĂŒr einen wohltĂ€tigen Zweck – der Erlös geht an die örtliche Tafel. Die Veranstaltung verbindet die Backtradition mit einem kulturellen Rahmenprogramm, das unter anderem den Betrieb einer historischen SchrotmĂŒhle umfasst.

Internationale BrÀuche: Hornazo in Salamanca

Ein Blick nach Spanien zeigt den Stellenwert regionaler Feiertage. Der „Lunes de Aguas“ (Wassermontag) in Salamanca wird am ersten Montag nach Ostermontag begangen. Im Zentrum steht der Hornazo, eine herzhafte Wurstpastete gefĂŒllt mit Schweinefleisch, Chorizo und Schinken.

Graumohn aus dem Waldviertel: BlĂŒtezeit beginnt

Neben verarbeiteten Backwaren gewinnen auch die Rohstoffe an touristischer Bedeutung. Im niederösterreichischen Waldviertel beginnt Ende Juni 2026 die BlĂŒte des Graumohns. Mit rund 1.500 Hektar AnbauflĂ€che gilt die Region als bedeutendes Zentrum fĂŒr die Produktion dieser Zutat, die in zahlreichen regionalen MohnspezialitĂ€ten steckt.

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Steuer-Wirrwarr: BĂ€cker kritisieren geplante Mehrwertsteuer-Regelung

Trotz der kulturellen Bedeutung sehen sich Produzenten mit bĂŒrokratischen HĂŒrden konfrontiert. Aktuelle Berichte thematisieren eine geplante Mehrwertsteuersenkung fĂŒr Lebensmittel, die im BĂ€ckerhandwerk fĂŒr Unklarheit sorgt. Grund ist eine Abgrenzung nach dem Fettgehalt der Backwaren.

Produkte mit ĂŒber 5 Prozent Fett sollen mit 10 Prozent besteuert werden, Waren mit weniger Fett mit 4,9 Prozent. Die Wirtschaftskammer kritisiert den damit verbundenen administrativen Aufwand. Das Finanzministerium befindet sich im Austausch mit den Branchenvertretern, um eine praktikable Umsetzung zu gewĂ€hrleisten.

de | wissenschaft | 69581901 |