MBCT-Sicherheit, Meta-Analyse

MBCT-Sicherheit: Meta-Analyse mit 1.258 Patienten widerlegt Risiko

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta-Analyse zeigt: Achtsamkeitstherapie MBCT ist bei rezidivierender Depression sicher und mitunter besser verträglich als Antidepressiva.

MBCT-Studie: Kein erhöhtes Risiko für Symptomverschlechterung bei Depression
Eine Person sitzt in ruhiger, meditativer Haltung in einem lichtdurchfluteten Raum mit minimalistischer Einrichtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit von Meditation und Achtsamkeitspraktiken haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein zentraler Aspekt der klinischen Forschung ist dabei die Frage, ob solche Interventionen bei psychisch vorbelasteten Personen auch unbeabsichtigte negative Effekte auslösen können.

Eine am 20.08.2026 im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Meta-Analyse liefert hierzu neue Daten. Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Mindfulness-Based Cognitive Therapy (MBCT), eine Form der achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie, und deren Auswirkungen auf Patienten mit rezidivierender Depression.

Methodik und Umfang der Meta-Analyse

Die Forschungsarbeit wurde von Simon B. Goldberg von der Universität Wisconsin-Madison und Willem Kuyken von der Universität Oxford geleitet. Das Team führte eine Meta-Analyse auf Basis individueller Patientendaten (IPD-MA) durch, um eine präzisere statistische Auswertung zu ermöglichen als bei herkömmlichen Meta-Analysen, die lediglich auf aggregierten Studienergebnissen basieren. Die Studie unter der DOI 10.1001/jamanetworkopen.2026.29946 berücksichtigte Daten aus insgesamt 9 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs).

In diese umfassende Analyse flossen die Daten von insgesamt 1.258 Teilnehmern ein. Ziel der Forscher war es, systematisch zu prüfen, ob die Anwendung von MBCT das Risiko einer klinisch bedeutsamen Verschlechterung der depressiven Symptomatik erhöht. Dies ist insbesondere für die therapeutische Praxis von Bedeutung, da in der Fachwelt vereinzelt Bedenken hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen intensiver Achtsamkeitspraxis geäußert wurden.

Ergebnisse zur Sicherheit und Symptomstabilität

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Die Auswertung der Daten aus dem August 2026 ergab, dass MBCT nicht mit einem erhöhten Risiko für eine Verschlechterung der Symptome verbunden ist. Im Vergleich zu den Kontrollgruppen, die keine achtsamkeitsbasierte Therapie erhielten, zeigte sich bei den Patienten mit rezidivierender Depression keine statistisch signifikante Zunahme negativer Verläufe durch die Intervention.

Goldberg und sein Team stellten fest, dass die Befürchtung, MBCT könnte bei dieser speziellen Patientengruppe zu einer Destabilisierung führen, durch die vorliegende Datenlage nicht gestützt wird. Die Ergebnisse deuten vielmehr darauf hin, dass die Therapieform als sicher eingestuft werden kann, sofern sie im Rahmen der untersuchten klinischen Standards angewendet wird.

Vergleich mit medikamentösen Behandlungsansätzen

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Ein wesentlicher Teil der Untersuchung widmete sich zudem Sekundäranalysen, bei denen die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie direkt mit der Behandlung durch Antidepressiva verglichen wurde.

Hierbei zeigten die Daten ein differenziertes Bild: Die Analysen der Universität Wisconsin-Madison weisen darauf hin, dass das Risiko für eine Verschlechterung der Symptomatik unter MBCT sogar geringer ausfiel als in den Vergleichsgruppen, die ausschließlich mit Antidepressiva behandelt wurden.

Diese Erkenntnisse sind für die klinische Leitlinienentwicklung relevant, da sie die Rolle von MBCT nicht nur als alternative oder ergänzende Methode zur Rückfallprävention stärken, sondern auch deren Sicherheitsprofil im direkten Vergleich zur pharmakologischen Standardtherapie unterstreichen.

Die Autoren der Studie hoben hervor, dass MBCT somit eine valide Option für Patienten darstellt, die eine nicht-medikamentöse Herangehensweise bevorzugen oder ergänzen möchten.

Die Veröffentlichung in JAMA Network Open am 20.08.2026 bildet somit eine fundierte Basis für die weitere fachliche Diskussion über die Implementierung achtsamkeitsbasierter Verfahren in der psychotherapeutischen Versorgung.

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