McKinsey-Analyse, Digitalisierung

McKinsey-Analyse: Digitalisierung und KI könnten 80 Milliarden Euro erschließen

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

McKinsey beziffert den möglichen jährlichen Nutzen digitaler Technologien und KI im deutschen Gesundheitswesen auf rund 80 Milliarden Euro.

McKinsey: Digitalisierung könnte jährlich 80 Milliarden Euro erschließen
Ein heller, minimalistischer Krankenhausflur mit natürlichem Tageslicht und steriler Architektur ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Der verstärkte Einsatz von digitalen Technologien und künstlicher Intelligenz könnte im deutschen Gesundheitswesen erhebliche finanzielle Spielräume eröffnen. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey lassen sich durch Digitalisierung und KI jährlich rund 80 Mrd. Euro zusätzlich erschließen.

Dieser Betrag entspricht einem Anteil von 17% der relevanten Gesundheitsausgaben, die in der Untersuchung mit 479 Mrd. Euro beziffert werden, wie marketscreener.com am 07.10.2026 berichtete.

Ein Teil dieser Effekte wird demnach bereits in der Praxis wirksam. Durch etablierte digitale Anwendungen wie das E-Rezept und die elektronische Patientenakte (ePA) seien pro Jahr bereits 11,5 Mrd. Euro realisiert worden. Dieser Wert liege achtmal so hoch wie noch im Jahr 2022. Dennoch bleibe ein Großteil der theoretisch erreichbaren Einsparungen und Produktivitätsgewinne bislang ungenutzt.

Bedeutende Hebel durch KI und elektronische Patientenakte

Einen wesentlichen Treiber künftiger Effizienzgewinne sieht McKinsey in modernen Automatisierungs- und Assistenzsystemen. Allein das Potenzial durch künstliche Intelligenz wird in der Analyse mit 22,8 Mrd. Euro veranschlagt. Daneben biete auch der Ausbau bereits eingeführter Basisinfrastrukturen weiteren Spielraum: Eine konsequentere Nutzung der ePA könnte nach Berechnungen der Berater zusätzliche 6,2 Mrd. Euro heben.

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Die Hebung der Gesamtsumme speist sich dabei aus zwei unterschiedlichen Wirkungskanälen. Dem Bericht zufolge stammen 64% des identifizierten Potenzials aus direkten Produktivitätssteigerungen bei den Arbeitsabläufen. Die verbleibenden 36% ergeben sich aus einer geringeren Nachfrage nach medizinischen Leistungen, etwa durch vermiedene Doppeluntersuchungen oder besser koordinierte Behandlungen.

Entlastung für Kliniken, Praxen und Krankenkassen

Die wirtschaftlichen Effekte verteilen sich ungleichmäßig auf die Akteure des Sektors. Zwei Drittel des gesamten Potenzials entfallen laut McKinsey auf die Leistungserbringer, zu denen Kliniken und Arztpraxen zählen. Dort könnten digitale Werkzeuge und automatisierte Prozesse insbesondere das medizinische Personal entlasten und die Abläufe in der Versorgung effizienter gestalten.

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Das verbleibende Drittel der errechneten Einsparungen kommt den Kostenträgern zugute. Für die gesetzlichen und privaten Krankenkassen eröffnen sich durch die stärkere Digitalisierung und den Einsatz moderner IT-Lösungen Möglichkeiten, Verwaltungsausgaben zu dämpfen und Versorgungsausgaben gezielter zu steuern.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass neben dem ambulanten und stationären Versorgungsbereich auch die administrative Seite des Gesundheitswesens von einer fortgesetzten digitalen Transformation profitiert.

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