ME/ CFS: Österreich beschließt Versorgungspfad für 73.600 Betroffene
30.06.2026 - 00:09:11 | boerse-global.de
Neben schulmedizinischen Ansätzen gewinnen Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) an Bedeutung. Gleichzeitig schafft Österreich neue Versorgungsstrukturen für Betroffene.
Was die TCM bei Erschöpfung leisten kann
Patienten mit Long Covid leiden oft unter anhaltender Erschöpfung, Brain Fog und Atembeschwerden. Die TCM führt diese Symptome auf spezifische Defizite im Energiehaushalt zurück. Konkret gehen Fachberichte aus dem Juni 2026 von einem Qi-Mangel, einem Yin-Mangel sowie Schwächen in den Funktionskreisen von Lunge, Milz und Nieren aus.
Die Akupunktur soll das energetische Gleichgewicht wiederherstellen. Ein entscheidender Vorteil: Die Nadeltherapie wird im Ruhezustand durchgeführt. Das ist besonders für Patienten mit Post-Exertional Malaise (PEM) wichtig – jener Zustandsverschlechterung nach geringer Belastung, die viele Betroffene fürchtet.
Österreich beschließt neue Versorgungspfade
Der neue Versorgungspfad in Österreich schafft spezialisierte Zentren für ME/CFS – doch wie nutzen Sie TCM-Angebote wie Akupunktur oder IHHT konkret? Unser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, welche Wege jetzt offenstehen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Parallel zu den therapeutischen Entwicklungen tut sich politisch etwas. Am 28. Juni 2026 einigten sich Bund, Länder und Sozialversicherungen in Österreich auf einen neuen Versorgungspfad für postakute Infektionssyndrome (PAIS). Der Beschluss der Bundes-Zielsteuerungskommission soll die Betreuung von schätzungsweise 73.600 ME/CFS-Betroffenen systematisieren.
Geplant sind spezialisierte Zentren und regionale Netzwerke – mit der Sozialversicherung in tragender Rolle. Zudem wurde ME/CFS in eine neue S2+-Leitlinie aufgenommen, um die Behandlungsqualität zu sichern. Patientenvertretungen mahnen jedoch: Lücken in der sozialen Versorgung, etwa beim Zugang zur Invaliditätspension, bestehen weiterhin.
Kombinationstherapien und die Kostenfrage
Post-Exertional Malaise (PEM) nach Belastung ist eine der größten Hürden im Alltag. Die Akupunktur wird im Ruhezustand durchgeführt und belastet nicht – ein entscheidender Vorteil. Erfahren Sie im Leitfaden, wie Sie TCM-Therapien mit dem neuen Versorgungspfad kombinieren. Leitfaden zur TCM bei PEM jetzt sichern
In der Praxis zeigt sich ein Trend zur Kombination verschiedener Therapieformen. Akupunktur wird demnach nicht isoliert betrachtet, sondern ergänzend zu Physiotherapie oder der Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) eingesetzt. Ziel dieser multidisziplinären Ansätze: die Regeneration unterstützen und die Belastbarkeit schrittweise erhöhen.
Bleibt die Frage der Finanzierung. Der neue Versorgungspfad in Österreich legt die strukturelle Basis fest, doch TCM-Leistungen wie Akupunktur laufen häufig über private Zusatzversicherungen. Experten raten Patienten, die Kostenübernahme vor Behandlungsbeginn individuell prüfen zu lassen – die gesetzlichen Kassen decken diese Ansätze oft noch nicht vollständig ab.
