Mecka, Sequoia

Mecka AI: Sequoia führt 60-Millionen-Dollar-Runde für Roboterdaten an

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sequoia Capital führte die Series B an; Mecka AI sammelt Robotikdaten mit Körpersensoren und Smartphone-Videos.
Ein minimalistisches, modernes Industrielabor mit geometrischen Markierungen zur Bewegungserfassung auf den Wänden. Illustration mit AI erstellt.

Das US-amerikanische Startup Mecka AI hat am 7. Oktober 2026 eine Series-B-Finanzierungsrunde in Höhe von 60 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Runde wurde von der Risikokapitalgesellschaft Sequoia Capital angeführt.

Zu den weiteren institutionellen Geldgebern zählen Nvidia, Microsofts Investmentarm M12, Qualcomm Ventures, Samsung sowie Kindred, Framework Ventures und Neo. Zudem beteiligten sich Angel-Investoren wie Tony Xu, Frank Slootman und Milan Kovac an der Kapitalaufnahme.

Mit dem frischen Kapital steigt die Gesamtfinanzierung von Mecka AI auf mehr als 128 Millionen US-Dollar, nachdem das Unternehmen zuvor bereits 8 Millionen US-Dollar im Seed-Stadium sowie 60 Millionen US-Dollar in einer Series A eingeworben hatte. Berichten zufolge beläuft sich die Unternehmensbewertung auf rund 500 Millionen US-Dollar, was Mecka AI bislang nicht offiziell bestätigt hat.

Sensordaten und Smartphone-Aufnahmen statt Teleoperation

Mecka AI verfolgt bei der Datengewinnung für humanoide Roboter einen eigenen technologischen Ansatz: Statt sich vorrangig auf Teleoperation zu stützen, setzt das Unternehmen auf bezahlte menschliche Arbeitskräfte, die mit Körpersensoren ausgestattet werden.

Ergänzt werden diese Messungen durch Smartphone-Aufnahmen aus der Ich-Perspektive. Auf diese Weise erfasst das System Handbewegungen mit einer Genauigkeit im Sub-Zentimeter-Bereich auch außerhalb klassischer Laborumgebungen.

Die Verfügbarkeit von Bewegungs- und Interaktionsdaten gilt in der Robotikbranche zunehmend als entscheidender Flaschenhals für das Training sogenannter verkörperter KI-Modelle. Nach Angaben des Datenunternehmens Encord hat sich die Nachfrage nach Roboter-Trainingsdaten im Vergleich zum Vorjahr etwa verzehnfacht.

Während Kunden wie Dyna Robotics und Agility Robotics vor einem Jahr noch rund 1.000 Stunden annotiertes Videomaterial pro Auftrag abriefen, verlangen Spitzenaufträge inzwischen bis zu 100.000 Stunden.

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Boomendes Marktumfeld für physische KI

Die Finanzierung von Mecka AI fällt in eine Phase massiver Investitionen in die Robotik. Daten von PitchBook zufolge flossen allein im ersten Halbjahr 2026 rund 33,4 Milliarden US-Dollar in den Robotiksektor – und damit bereits mehr als im gesamten Jahr 2025, das bei 28,7 Milliarden US-Dollar lag.

Bis zum 8. Oktober 2026 sammelten Unternehmen aus den Bereichen Robotik und physische KI fast 48 Milliarden US-Dollar ein, was etwa dem 1,7-Fachen des Vorjahreswerts entspricht. Zu den großen Finanzierungsrunden des laufenden Jahres gehörten unter anderem Skild AI mit 1,4 Milliarden US-Dollar im Januar sowie Physical Intelligence mit einer Milliarde US-Dollar im zweiten Quartal.

Gleichzeitig verzeichnet das Segment der Datensammlung unterschiedliche Geschäftsmodelle. Während Anbieter wie Microagi’s Shift mehr als 35.000 Personen bis zu 30 US-Dollar pro Stunde für Aufnahmen zahlen, vergütet Human Archive Arbeiter in günstigeren Arbeitsmärkten mit 1 bis 10 US-Dollar pro Stunde.

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Laut Human-Archive-Geschäftsführer Raj Patel hänge die Entlohnung von der Störwirkung der Ausrüstung ab. Eidon-AI-Gründer Sam Padilla stellte den Betrieb seines Startups hingegen wegen zu dünner Margen wieder ein.

Offene Fragen beim Datenschutz

Die Methoden zur weltweiten Erfassung von Bewegungsabläufen werfen zugleich arbeits- und datenschutzrechtliche Fragen auf. Mark Graham vom Oxford Internet Institute wies darauf hin, dass der globale Wettbewerb die Löhne drücke und many Datensammler wenig Verhandlungsmacht besäßen.

Während Unternehmen wie Microagi’s Shift betonen, eine ausdrückliche Einwilligung über die Nutzung und Weiterlizenzierung einzuholen, machte Mecka AI bislang keine Angaben dazu, wie die Einwilligung bei der Datenerfassung über Partnerfirmen oder lokale Auftragnehmer sichergestellt wird.

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