Medikationsplan, Patienten

Medikationsplan digital: 90% der Patienten wollen ePA-Integration

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 10:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Patienten wünschen sich digitale Medikationspläne, doch die Praxis hinkt hinterher. Apotheken und Politik ringen um Regeln.

E-Rezept und ePA: Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt Fahrt auf
Hände eines Apothekers legen Medikamentenschachteln auf ein Tablet mit E-Rezept-Anzeige in einer modernen Apotheke. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die flächendeckende Einführung des E-Rezepts und die Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA) treiben die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen voran. Während die technischen Grundlagen stehen, zeigen aktuelle Umfragen ein gemischtes Bild bei der Akzeptanz.

Patienten wollen digitalen Medikationsplan

Eine Forsa-Umfrage unter 8.500 Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen offenbart großes Interesse an digitalen Lösungen. Rund 90 Prozent der Befragten befürworten einen digitalen Medikationsplan in der ePA. Die Vorteile liegen auf der Hand: bessere Übersicht über verschriebene Präparate und Vermeidung von Wechselwirkungen.

Doch in der Praxis klafft eine Lücke. 81 Prozent der Patienten gaben an, dass die ePA beim letzten Arztbesuch kein Thema war. Noch immer nutzen 62 Prozent einen Papier-Medikationsplan. Dabei sind 36 Prozent der Befragten auf drei oder mehr Medikamente angewiesen – für sie bietet die digitale Erfassung echten Sicherheitsgewinn.

Immerhin: 80 Prozent der Versicherten stimmen dem Apothekerzugriff auf ihre Daten zu. Nur ein Prozent lehnt den digitalen Plan explizit ab.

Versandhandel gegen Vor-Ort-Apotheken

Der Markt für E-Rezepte teilt sich zwischen Online-Versendern und lokalen Apotheken auf. DocMorris wirbt mit Lieferung am nächsten Werktag. Ein Beispiel: Das Medikament Rinvoq (45 mg Retardtabletten) kostet über 2.110 Euro – bei E-Rezept-Vorlage entfällt die Zuzahlung.

Vor-Ort-Apotheken ziehen nach. Regionale Betriebe in Sachsen oder Brandenburg bieten Online-Vorbestellsysteme über Plattformen oder Messenger an. Sie setzen weiterhin auf persönliche Beratung, Blutdruckmessungen und individuelle Rezepturen.

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90 Prozent der Patienten wünschen sich einen digitalen Medikationsplan in der ePA – doch 81 Prozent der Ärzte sprechen das Thema nicht an. Damit Ihr Angehöriger von den Vorteilen profitiert, zeigen wir Ihnen in drei Schritten, wie Sie den digitalen Plan beantragen und die ePA für Apotheker freigeben. Jetzt Schritt-für-Schritt-Anleitung sichern

Die unterschiedlichen Geschäftsmodelle führen zu Spannungen. In den vergangenen Monaten kam es zu Austritten aus Fachverbänden. Kritikpunkt: Internationale Anbieter hielten sich nicht immer an die deutschen Wettbewerbsregeln.

Regulatorische Hürden bei Betäubungsmittel-Rezepten

Die Abda übte Mitte Juli 2026 scharfe Kritik an einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums zum elektronischen Betäubungsmittelrezept (E-BtM-Rezept). Beanstandet wurden fehlende Praxistauglichkeit, Defizite bei Korrekturverfahren und Unsicherheiten bei der Substitutionsversorgung.

Ein weiteres Problem: Die Definition der Akutversorgung bleibt vage. Der geltende Rahmenvertrag lässt offen, wann ein Fall rechtlich als „akut“ gilt. Apotheken müssen eigenständig entscheiden – und riskieren Retaxationen durch Krankenkassen. Für die Abrechnung dringender Fälle ohne Arzt-Rücksprache sind spezifische Sonder-PZN nötig. Eine stückweise Abgabe von Medikamenten bleibt in diesen Situationen untersagt.

Investitionen in Qualitätssicherung

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36 Prozent der Senioren nehmen drei oder mehr Medikamente täglich – da steigt das Risiko von Wechselwirkungen. Mit einem digitalen Medikationsplan in der ePA behalten Sie den Überblick. Erfahren Sie, welche Apps und Freigaben nötig sind, um den Plan sicher zu nutzen. Kostenlose Anleitung für den digitalen Medikationsplan

Unternehmen investieren in die stationäre Infrastruktur. In Darmstadt entstand ein neues Prüfzentrum zur Arzneimittel-Freigabe – Kostenpunkt: rund 25 Millionen Euro. Die Einrichtung prüft Wirkstoffe und Medikamente vor der Markteinführung in Europa.

Die Bundesärztekammer hat zudem die Leitlinien zur Drogenersatztherapie aktualisiert. Konkretisiert wurden unter anderem Empfehlungen für den Einsatz von Naloxon zu Beginn einer Behandlung.

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