Meenzer Onkoschwestern: Podcast verbindet KrebsaufklÀrung mit Humor
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mediale Angebote wie Podcasts und spirituelle Reflexionen gewinnen in der psychoonkologischen Versorgung zunehmend an Bedeutung. Sie unterstĂŒtzen Patienten dabei, trotz schwerer Diagnosen Freude und Lebensmut im Alltag zu bewahren. Digitale Plattformen ermöglichen es Betroffenen, Informationen zur Erkrankung und Behandlung im eigenen Tempo zu verarbeiten und einen niederschwelligen Zugang zu BewĂ€ltigungsstrategien zu finden.
Fachliche AufklÀrung mit Nahbarkeit und Humor
Ein Beispiel fĂŒr diesen Trend ist der Podcast âMeenzer Onkoschwesternâ, der von den onkologischen FachpflegekrĂ€ften Tatjana Jung und Natascha Heiduczek an der UniversitĂ€tsklinik Mainz produziert wird.
Das Format zielt darauf ab, Krebspatienten fundierte Informationen zur VerfĂŒgung zu stellen, wobei ein bewusster Fokus auf eine menschliche Ansprache gelegt wird. Die Initiatorinnen betonen dabei, dass trotz der Schwere der Themen auch Lachen ausdrĂŒcklich erlaubt sei, um die psychische Belastung zu lockern.
International zeigen sich Ă€hnliche Entwicklungen. In Griechenland thematisiert das von Motor Oil unterstĂŒtzte Podcast-Projekt â???????? ???????â (Geschichten der Hoffnung) wahre Erfahrungen von Familien der Vereine ?????? und ????? ???????.
In insgesamt 8 Folgen, die auf pod.gr, Spotify und YouTube erscheinen, werden Wege von der Diagnose ĂŒber Stammzellspenden bis hin zu neuen Lebenschancen nachgezeichnet. Solche biografischen ErzĂ€hlungen dienen oft als wichtige Identifikationsquelle fĂŒr andere Betroffene.
So berichten etwa Mitglieder der Hamburger Krebsgesellschaft, dass der Austausch und die gegenseitige UnterstĂŒtzung im Rahmen der Organisation aus einer belastenden Situation feste Freundschaften entstehen lassen können.
Kampagnen fĂŒr Familien und Angehörige
Die UnterstĂŒtzung erstreckt sich zunehmend auch auf das soziale Umfeld der Erkrankten. Die Krebsliga Schweiz fĂŒhrt im Herbst 2026 die Kampagne âKrebsmamaâ durch, die Teil der mehrjĂ€hrigen Plattform âWenn Krebs Teil des Lebens wirdâ ist.
Im Zeitraum vom 14. September bis zum 31. Oktober 2026 wird die Initiative landesweit in drei Sprachen ausgespielt. Ein zentraler 60-Sekunden-Film zeigt dabei MĂŒtter aus verschiedenen Sprachregionen der Schweiz und thematisiert den Spagat zwischen Therapie, Erschöpfung und dem Familienalltag. Eine zugehörige Landingpage bĂŒndelt spezifische Entlastungsangebote.
Wer sich in herausfordernden Lebensphasen nach mehr innerer Ruhe sehnt, findet in der Vagus-Therapie einen effektiven Weg zur Entspannung. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Nervensystem mit wenigen Minuten tĂ€glicher Ăbung wieder ins Gleichgewicht bringen. Kostenlosen PDF-Ratgeber zur Vagus-Therapie anfordern
FĂŒr Angehörige bietet zudem die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft ĂŒberregionale UnterstĂŒtzung in Form eines professionell moderierten Online-Treffs an. Das Format ermöglicht einen anonymen Austausch ĂŒber BewĂ€ltigungsstrategien. Ein entsprechendes Treffen wurde fĂŒr den 29. September 2026 angekĂŒndigt, wobei eine Anmeldung ĂŒber die zentrale GeschĂ€ftsstelle erforderlich ist.
LebensqualitÀt durch Bewegung und Forschung
Neben der psychologischen Beratung rĂŒcken ergĂ€nzende Therapieformen in den Fokus. Laut dem Mediziner Richard Crevenna von der MedUni Wien belegen wissenschaftliche Erkenntnisse positive Effekte von Qigong auf Fatigue, LebensqualitĂ€t und Schlaf bei Krebspatienten.
Die Methode könne Stress und Schmerzen reduzieren, ersetze jedoch keine medizinische Krebstherapie. In Wien werden hierzu im Oktober und November 2026 geförderte Kurse im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern angeboten, fĂŒr die ein Selbstbehalt von 25 Euro erhoben wird.
Eine gezielte Aktivierung der körpereigenen SelbstheilungskrĂ€fte kann helfen, Stress und Erschöpfung auf natĂŒrlichem Weg entgegenzuwirken. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Ihren wichtigsten âGesundheitshebelâ fĂŒr mehr Energie und Wohlbefinden nutzen. Gratis PDF-Report inkl. Trainingsvideo herunterladen
Auch die medizinische Forschung widmet sich der Verbesserung der Patientensituation. Dr. Nina Neuendorff erhielt fĂŒr die Studie OP-CAMP den mit 70.000 Euro dotierten Förderpreis der Max und Ingeburg Herz Stiftung. In der geplanten Untersuchung soll an rund 100 Patienten ab 70 Jahren erforscht werden, wie eine multimodale PrĂ€habilitation vor Operationen bei Darm- oder Magenkrebs die MobilitĂ€t und Genesung verbessern kann.
IntimitÀt und spirituelle Begleitung
Ein oft tabuisiertes Thema ist die SexualitĂ€t nach einer Krebserkrankung. Die Sexologin Jill Tammling, die selbst an Brustkrebs erkrankte, wies in medialen BeitrĂ€gen darauf hin, dass Operationen und Therapien das KörpergefĂŒhl massiv beeinflussen können. Schmerzen oder Fatigue mindern hĂ€ufig die Lust, doch Tammling betont, dass SexualitĂ€t neu entdeckt und weiterentwickelt werden könne.
In der letzten Phase des Lebens setzen Organisationen wie der ASB mit dem Projekt âWĂŒnschewagenâ Akzente. Seit dem Start im Jahr 2014 wurden zahlreiche Fahrten ermöglicht, bei denen schwerkranke Menschen an Sehnsuchtsorte begleitet werden.
Rund 2.000 Ehrenamtliche unterstĂŒtzen das Projekt, das mittlerweile 23 Wagen umfasst. ErgĂ€nzt wird dieses Spektrum durch spirituelle Impulse, etwa wöchentliche christliche KurzbeitrĂ€ge im Schlager Radio oder Podcasts wie âDas Leben genieĂenâ, in denen religiöse Texte zur Versorgung und Hoffnung thematisiert werden.
