Mehlschwalbe, Vogel des Jahres 2027

Mehlschwalbe wird Vogel des Jahres 2027 mit 45 Prozent

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 11:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die NaturschutzverbĂ€nde Nabu und LBV wollen mit der Wahl auf die GefĂ€hrdung eines GebĂ€udebrĂŒters aufmerksam machen. FĂŒr die Art werden fehlende NistplĂ€tze, unerlaubte Nestentfernung und der RĂŒckgang von Insekten zum Problem.

Die Wahl und ihre Folgen fĂŒr den Vogelschutz

  • Die Mehlschwalbe gewann die Online-Abstimmung mit rund 45 Prozent der Stimmen.
  • 148.500 Menschen beteiligten sich an der Wahl von Nabu und LBV.
  • TrauerschnĂ€pper, Kolkrabe, Wasseramsel und Kranich folgten auf den weiteren PlĂ€tzen.
  • Die Mehlschwalbe verbringt den Winter in Afrika. Im April kehrt sie in ihre Brutgebiete zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
  • Mehlschwalben bauen kunstvolle Lehmnester, die aus bis zu 1.500 LehmkĂŒgelchen bestehen. (Archivbild) - Bild: Sebastian Willnow/dpa
Die Mehlschwalbe verbringt den Winter in Afrika. Im April kehrt sie in ihre Brutgebiete zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa Mehlschwalben bauen kunstvolle Lehmnester, die aus bis zu 1.500 LehmkĂŒgelchen bestehen. (Archivbild) - Bild: Sebastian Willnow/dpa

Mehlschwalbe erhĂ€lt Auszeichnung fĂŒr 2027

Die Mehlschwalbe ist zum „Vogel des Jahres“ 2027 gewĂ€hlt worden. Bei einer Online-Abstimmung setzte sie sich mit rund 45 Prozent der Stimmen deutlich gegen vier weitere Kandidaten durch, wie Nabu und LBV mitteilten.

Mehr als 148.500 Menschen stimmten ab

An der Wahl beteiligten sich mehr als 148.500 Menschen. Auf die Mehlschwalbe folgten TrauerschnÀpper, Kolkrabe, Wasseramsel und Kranich.

Nabu und LBV kĂŒren den „Vogel des Jahres“ seit mehr als 50 Jahren, um auf den Vogelschutz aufmerksam zu machen. Seit 2021 kann die Bevölkerung online abstimmen; die beiden VerbĂ€nde bestimmen zuvor fĂŒnf Kandidaten.

BrutplÀtze an GebÀuden werden knapp

Die Mehlschwalbe trĂ€gt den wissenschaftlichen Namen Delichon urbicum und gilt in Deutschland als gefĂ€hrdet. Die 13 bis 15 Zentimeter großen Vögel ĂŒberwintern sĂŒdlich der Sahara und kehren im April nach Deutschland zurĂŒck.

Sie brĂŒten in Kolonien an GebĂ€uden und bauen runde Lehmnester unter Dach- und FassadenvorsprĂŒngen oder in Felsnischen. An modernen GebĂ€uden fehlen nach Angaben von Nabu und LBV jedoch hĂ€ufig geeignete NistplĂ€tze.

Insektenschwund belastet die Art

Zudem wĂŒrden Nester unerlaubt entfernt und die Vögel verscheucht. Auch der RĂŒckgang von Insekten erschwert den Mehlschwalben die Nahrungssuche.

Die Wahl der Mehlschwalbe rĂŒckt einen GebĂ€udebrĂŒter in den Mittelpunkt, dessen Lebensweise eng mit menschlicher Bebauung verbunden ist. Die Vögel kehren im FrĂŒhjahr aus Afrika zurĂŒck und brĂŒten bevorzugt in Kolonien an HĂ€usern, benötigen dafĂŒr aber Lehm und geschĂŒtzte VorsprĂŒnge.

Damit steht die Art beispielhaft fĂŒr ein verbreitetes Problem im Siedlungsraum: Sanierungen, glatte Fassaden und fehlende DachĂŒberstĂ€nde können Nistmöglichkeiten beseitigen. Zugleich dĂŒrfen besetzte oder geschĂŒtzte Nester nicht einfach entfernt werden. FĂŒr Hausbesitzer und Kommunen gewinnt deshalb die Frage an Bedeutung, wie Bauarbeiten mit dem Schutz von GebĂ€udebrĂŒtern vereinbar bleiben.

Schutz im Siedlungsraum

Die Auszeichnung lenkt den Blick außerdem auf die Nahrungssituation. Mehlschwalben ernĂ€hren sich von fliegenden Insekten, sodass der RĂŒckgang ihrer Beute die Art zusĂ€tzlich belastet. Schutzmaßnahmen mĂŒssen daher ĂŒber einzelne NistplĂ€tze hinausgehen und auch strukturreiche LebensrĂ€ume sowie ein ausreichendes Insektenangebot sichern.

Praktisch helfen können geeignete Nisthilfen, der Erhalt vorhandener Kolonien und zugĂ€ngliche LehmpfĂŒtzen in der NĂ€he von BrutplĂ€tzen. Die große Beteiligung an der Wahl zeigt zugleich, dass der Wettbewerb Naturschutzthemen ĂŒber Fachkreise hinaus sichtbar machen kann.

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