Melatonin, Schmerzen

Melatonin bei Schmerzen: Meta-Analyse belegt Wirkung wie Paracetamol

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

UniversitÀt Sydney belegt: Melatonin lindert chronische Schmerzen vergleichbar mit Paracetamol. Die Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden ist besonders stark.

Melatonin-Studie: Neue Hoffnung bei chronischen Schmerzen
Melatonin - Eine Hand hĂ€lt Melatonin-Pillen, im Hintergrund eine verschwommene, ruhige Darstellung einer Schweizer Gesundheitseinrichtung. 08.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die im Juli 2026 im Fachjournal „PAIN“ veröffentlichte Studie wertete 23 randomisierte Studien mit ĂŒber 2.000 Teilnehmern aus. Die Einnahme von Melatonin reduzierte muskuloskelettale und postoperative Schmerzen um durchschnittlich neun Punkte auf einer Skala von 0 bis 100.

Die Wirkung ist damit vergleichbar mit Paracetamol. ZusĂ€tzlich verbessert Melatonin die SchlafqualitĂ€t. Die Dosierungen lagen zwischen drei und zehn Milligramm tĂ€glich, die Nebenwirkungen waren mild. Allerdings: Bei akuten Schmerzen zeigt Melatonin keine Wirkung – und als Ersatz fĂŒr etablierte Schmerztherapien taugt es nicht.

Wechseljahre: Die Eierstöcke werden zur Immunzentrale

Warum Melatonin speziell nach den Wechseljahren hilft, erklÀrt die Northwestern University in Chicago. Die Eierstöcke wandeln sich in dieser Lebensphase in eine Art Immunzentrale um. Dort sind vermehrt T-Zellen und Makrophagen aktiv. Dieser immunologische Umbau könnte erklÀren, warum Melatonin bei SchmerzzustÀnden nach der Menopause besonders gut wirkt.

Schweiz: 95 Prozent der Bevölkerung behandeln sich selbst

Die Erkenntnisse treffen auf ein Land, das ohnehin zur Eigenverantwortung neigt. Laut dem STADA Health Report 2026 praktizieren 95 Prozent der Schweizer Selbstmedikation. 28 Prozent regeln Beschwerden lieber eigenstĂ€ndig, bevor sie einen Arzt aufsuchen – der europĂ€ische Durchschnitt liegt bei 19 Prozent.

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Trotz der Eigenregie ist das Vertrauen ins Gesundheitssystem hoch. 90 Prozent bewerten die Versorgung positiv, die Zufriedenheit liegt bei 77 Prozent (Europa: 56 Prozent). GrĂ¶ĂŸte gesundheitliche Herausforderung: die psychische Gesundheit mit 58 Prozent.

Spitzenplatz bei chronischer Versorgung

Der Zurich „Value of Chronic Care“-Bericht sieht die Schweiz auf Platz eins unter 38 OECD-LĂ€ndern – mit 80 von 100 Punkten. Besonders stark: die Koordination der Versorgung und das Patientenvertrauen.

Doch es gibt Risiken. Bei der altersbereinigten Krankheitslast liegt die Schweiz auf Rang drei. Hoher BMI und Blutzuckerwerte kosten gesunde Lebensjahre. Krebserkrankungen (41 Prozent) und Herz-Kreislauf-Probleme (29 Prozent) sind die hÀufigsten Todesursachen.

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Bei neuen Technologien zeigt sich die Schweiz uneins. 51 Prozent sind offen fĂŒr KI-gestĂŒtzte Gesundheitsberatung, 48 Prozent lehnen ab. Der Hausarzt bleibt dennoch erste Anlaufstelle – auch wenn KI bei der Symptomeinordnung hilft.

Seit dem 1. Juli 2026 gibt es zudem eine Erleichterung fĂŒr chronisch Kranke: Apotheken dĂŒrfen bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente ohne neues Rezept abgeben, wenn eine Dauermedikation ĂŒber drei Quartale nachgewiesen ist und die Fortsetzung der Therapie unaufschiebbar. Die Maßnahme soll den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten flexibler machen.

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