Melatonin, Rückenschmerzen

Melatonin gegen Rückenschmerzen: 9-Punkte-Reduktion in Metaanalyse

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 15:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Südkorea verschärft Therapieauflagen, Schweiz streitet über Tarife, Melatonin als Schmerzmittel untersucht.

Rückenschmerz-Therapie im Wandel: Neue Regeln und Wirkstoffe
Melatonin - Hände eines Chiropraktikers, die sanft die Wirbelsäule eines Patienten anpassen, mit unscharfen medizinischen Diagrammen im Hintergrund. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Südkorea verschärft die Regeln für die manuelle Therapie. Seit dem 7. Juli gelten neue Standards für die Behandlung (Dosu-Chiryo) unter der staatlichen Krankenversicherung. Die Behörden verlangen eine strengere Dokumentation und mehr Audits durch die Prüfinstanz HIRA. Ziel ist es, übermäßige Behandlungen zu verhindern und Diagnosen besser zu prüfen.

Tarifstreit in der Schweiz

In der Schweiz formiert sich Widerstand gegen eine geplante Tarifreform. Der neue Verband Prophysio gründete sich am 7. Juli, um gegen die Einführung von 5-Minuten-Abrechnungseinheiten vorzugehen. Die Reform ist für 2027 geplant. Kritiker befürchten Einkommensverluste und eine schlechtere Versorgung. Rund 71 Prozent der befragten Therapeuten bewerten die Pläne negativ.

Die etablierten Organisationen Physioswiss und H+ widersprechen. Sie betonten Anfang Juli, dass die Reform kein Sparprogramm sei. Das Gesamtvolumen der Vergütungen bleibe stabil. Stattdessen modernisiere man das alte Modell von 1997 durch zeitbasierte Abrechnungen. Der Bundesrat entscheidet endgültig.

Melatonin als Schmerzmittel?

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Eine Metaanalyse der Universität Sydney liefert neue Erkenntnisse. Die im Juli im Fachjournal PAIN veröffentlichte Studie wertete 23 Untersuchungen mit 2028 Teilnehmern aus. Ergebnis: Tägliche Dosen von 3 bis 10 mg Melatonin reduzieren chronische Schmerzen auf einer 100-Punkte-Skala um etwa 9 Punkte. Das entspricht der Wirkung von Paracetamol. Gleichzeitig verbessert Melatonin die Schlafqualität.

Experten sehen den Wirkstoff aber nur als Ergänzung – nicht als Ersatz für etablierte Therapien.

Bewegung statt Medikamente

Tai Chi Walking bleibt wissenschaftlich gut belegt. Eine Studie im JAMA (2018) zeigte eine Senkung des Sturzrisikos um 43 Prozent. Untersuchungen im NEJM (2012) deuten auf eine verbesserte Balance bei Parkinson-Patienten hin. Die achtsamen Bewegungen aktivieren das parasympathische Nervensystem. Allerdings ersetzen sie kein gezieltes Kraft- oder Ausdauertraining.

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KI in der Gesundheitsberatung: Skepsis bleibt

Trotz aller Technik: Die persönliche Bindung zählt. Eine Stada-Umfrage vom Juli 2026 zeigt große Skepsis gegenüber KI in der Gesundheitsberatung. In der Schweiz lehnen 48 Prozent der Befragten KI-gestützte Beratung ab. Im EU-Durchschnitt liegt die Zustimmung bei 58 Prozent. Viele Patienten bevorzugen weiterhin den direkten Kontakt zum Arzt oder Therapeuten. Fachleute empfehlen KI derzeit nur für die erste Symptomeinschätzung oder zur Vorbereitung auf Arztgespräche – nicht als eigenständiges Diagnosewerkzeug.

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