Meno-Bauch, Eiweiß

Meno-Bauch: 30 g Eiweiß pro Mahlzeit und Krafttraining wirken

Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 18:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Viszerales Fett in den Wechseljahren gilt als Gesundheitsrisiko. Experten setzen auf Protein, Krafttraining und neue Therapien.

Meno-Bauch: Mediziner warnen vor Bauchfett-Risiko und zeigen Wege zur Reduktion
Eine Frau bereitet in einer modernen, hellen Küche eine gesunde Mahlzeit zu, um einen aktiven Lebensstil zu unterstreichen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die hormonellen Umstellungen während der Menopause führen bei vielen Frauen zu einer verstärkten Fettansammlung im Bauchraum. Dieser sogenannte Meno-Bauch wird in der medizinischen Fachwelt zunehmend als spezifisches Gesundheitsrisiko betrachtet. Aktuelle Empfehlungen von Medizinern sowie neue Forschungsergebnisse bieten Einblicke in wirksame Gegenmaßnahmen und künftige Therapieansätze.

Medizinische Grenzwerte und präventive Lebensführung

Nach Einschätzung der Ärztin Viktoria Schelle stellt ein Taillenumfang von über 88 cm bei Frauen einen kritischen Risikofaktor dar. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, rät die Medizinerin zu einer gezielten Kombination aus Ernährung und Bewegung.

Im Zentrum steht dabei die Zufuhr von Proteinen: Schelle empfiehlt drei Hauptmahlzeiten pro Tag, die jeweils 30 g Eiweiß enthalten sollten. Ergänzend dazu wird ein moderates Kaloriendefizit von bis zu 500 kcal täglich sowie zweimal wöchentlich stattfindendes Krafttraining angeraten. Auch das Stressmanagement spielt eine wesentliche Rolle bei der Reduktion des viszeralen Fetts.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) setzt die Grenzwerte für gesundheitliche Risiken sogar noch niedriger an. Demnach gilt bereits ein Taillenumfang von mehr als 80 cm bei Frauen und über 94 cm bei Männern als Indikator für ein erhöhtes Risiko. In diesem Zusammenhang wird oft die Sakuma-Methode diskutiert.

Ein tägliches fünfminütiges Training kann zwar die Bauchmuskulatur kräftigen und die Körperhaltung verbessern, führt jedoch laut Fachberichten nicht zu einem gezielten Abbau von Bauchfett. Hierfür bleibe die gesamte Energiebilanz der entscheidende Faktor.

Ganzheitliche Ansätze und kritische Einordnung

Neben rein kalorienbasierten Ansätzen rücken auch ganzheitliche Konzepte in den Fokus der Forschung. In Bad Wörishofen wird derzeit in einem Forschungsprojekt untersucht, wie die Kneipp-Lehre Beschwerden in der Prämenopause und Menopause lindern kann. Schulleiter Michael Dodel betont dabei die Bedeutung der Salutogenese. Das Konzept stützt sich auf die fünf Säuren Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und eine strukturierte Lebensordnung.

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Kritisch werden hingegen populäre Ernährungstrends bewertet. Der Experte Uwe Knop warnt vor dem sogenannten Blutzucker-Trick nach Jessie Inchauspé. Er weist darauf hin, dass für diese Methode keine wissenschaftliche Evidenz vorliege und die individuellen Reaktionen stark variieren könnten.

Zudem bestehe die Gefahr eines überhöhten Selbstoptimierungsdrucks. Auch beim Thema Longevity mahnen Fachleute zur Differenzierung: Auf einem für September 2026 geplanten Kongress in Hamburg soll der aktuelle Hype von fundierter Evidenz getrennt werden.

Prof. Stefan Kluge betont, dass die Gene nur etwa 20 bis 30 Prozent der Lebenserwartung beeinflussen, während der Lebensstil entscheidend sei. Viele aktuell vermarktete Supplements entbehrten zudem eines belegten Nutzens.

Pharmazeutische Innovationen und technologische Diagnostik

In der klinischen Forschung werden derzeit neue medikamentöse Optionen erprobt. AstraZeneca untersucht das orale GLP-1-Medikament Elecoglipron in den EMBOLD-Phase-3-Studien mit rund 4.500 Teilnehmenden.

Vorangegangene Daten der Phase 2b zeigten bei einer Dosierung von 75 mg einen Gewichtsverlust von 11,8 Prozent nach 36 Wochen, während die Placebo-Gruppe lediglich 0,3 Prozent verlor. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes konnte zudem eine Senkung des HbA1c-Wertes um 1,9 Prozentpunkte festgestellt werden. Als häufige Begleiterscheinungen traten jedoch gastrointestinale Nebenwirkungen auf.

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Weitere experimentelle Ansätze umfassen:
* TOFA (5-Tetradecyloxy-2-furoic acid): In Tierversuchen förderte die Substanz den Fettabbau bei gleichzeitigem Erhalt der Muskelmasse und steigerte den Energieverbrauch um 18 Prozent. Humanstudien stehen noch aus.
* Adipotide: Dieses Peptid bindet an Prohibitin-Rezeptoren und unterbricht die Blutversorgung von Fettzellen.

In Primatenstudien wurde ein Gewichtsverlust von 11 Prozent erzielt.
* KI-Fotoanalyse: Google Research arbeitet an dem Prototyp PhotoScan, der den Körperfettanteil mit einer geringen Fehlerquote von 2,15 Prozentpunkten schätzen kann und Anzeichen von Insulinresistenz erkennt.

Differenzialdiagnostik und Vorsorge

Ein wichtiger Aspekt in der medizinischen Beratung ist die Abgrenzung eines einfachen Meno-Bauchs von ernsthaften Erkrankungen. Ein Fachmediziner für Gynäkologie weist darauf hin, dass ein anhaltender Blähbauch oder ein rasch zunehmender Bauchumfang auch Symptome für Eierstockkrebs sein können.

Besonders Frauen ab 35 Jahren mit Risikofaktoren wie Kinderlosigkeit oder einer familiären Vorbelastung sollten daher regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, um solche pathologischen Ursachen auszuschließen.

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