Menstruelle, MigrÀne

Menstruelle MigrÀne: Atogepant reduziert AnfÀlle um 1,20 Tage

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AbbVie meldet positive Phase-3-Daten zu Atogepant und will damit eine Erweiterung der Zulassung fĂŒr menstruelle MigrĂ€ne beantragen.

AbbVie: Atogepant zeigt in LUNA-Studie Wirkung bei MenstruationsmigrÀne
Ein minimalistischer Nachttisch aus Holz mit einem Glas Wasser im sanften Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Pharmakonzern AbbVie hat heute positive Ergebnisse der Phase-3-Studie LUNA vorgelegt. Der Wirkstoff Atogepant reduziert die Zahl der MigrĂ€netage wĂ€hrend des Menstruationszyklus deutlich. Damit rĂŒckt erstmals eine gezielte Vorsorge-Therapie fĂŒr menstruelle MigrĂ€ne in Reichweite.

Wie das Unternehmen mitteilte, erreichte die zulassungsrelevante Studie ihren primĂ€ren Endpunkt. Auch alle acht hierarchisch getesteten sekundĂ€ren Endpunkte wurden erfĂŒllt. Getestet wurde Atogepant, ein oraler CGRP-Rezeptorantagonist, zur vorbeugenden Behandlung bei Erwachsenen.

Menstruelle MigrÀne tritt typischerweise kurz vor oder wÀhrend der Monatsblutung auf. Sie gilt als besonders schwer behandelbar, weil sie in ein Fenster erhöhter biologischer AnfÀlligkeit fÀllt.

468 Frauen, drei Monate, ein klares Ergebnis

An der multizentrischen, randomisierten und doppelblinden LUNA-Studie nahmen 468 Frauen teil. Sie litten entweder unter reiner menstrueller MigrÀne oder unter einer menstruationsassoziierten Form.

Das Behandlungsschema: sieben Tage Einnahme, beginnend drei Tage vor der erwarteten Menstruation. Dieser Zyklus wiederholte sich ĂŒber drei aufeinanderfolgende Monate.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Atogepant senkte die MigrĂ€netage in der perimenstruellen Phase im Schnitt um 1,20 Tage. In der Placebo-Gruppe waren es nur 0,40 Tage. Das ergibt einen Vorsprung von 0,80 Tagen zugunsten des Wirkstoffs — laut Studienverantwortlichen statistisch hochsignifikant.

Mehr als nur weniger MigrÀnetage

Die acht sekundÀren Endpunkte zeigten ebenfalls signifikante Verbesserungen. Dazu zÀhlten eine geringere Gesamtbelastung durch Kopfschmerzen und ein reduzierter Einsatz von Akutmedikamenten im kritischen Zeitraum.

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Wenn die MigrĂ€ne jedes Mal kurz vor der Periode zuschlĂ€gt und die ĂŒblichen Akutmedikamente kaum greifen, liegt das oft am hormonellen Fenster. Die LUNA-Studie zeigt erstmals fĂŒr einen CGRP-Rezeptorantagonisten: Gezielt drei Tage vor der erwarteten Blutung angesetzt, sanken die MigrĂ€netage im Schnitt um 1,20 statt 0,40 Tage. Unser kostenloser Leitfaden erklĂ€rt das 7-Tage-Schema und wie Sie es im ArztgesprĂ€ch ansprechen. Leitfaden zur menstruellen MigrĂ€ne jetzt anfordern

Auch im Alltag der Teilnehmerinnen schlug sich das nieder: Sie berichteten ĂŒber weniger funktionelle EinschrĂ€nkungen und eine bessere kognitive Leistung wĂ€hrend der hormonell bedingten MigrĂ€nephasen.

Fachleute betonen, dass menstruelle Attacken oft lÀnger dauern und hartnÀckiger auf herkömmliche Medikamente reagieren als MigrÀne zu anderen Zeitpunkten im Zyklus. Die Daten deuten darauf hin, dass eine gezielte prÀventive Anwendung die Krankheitslast in genau diesem Fenster wirksam senken kann.

Ein ungedeckter Bedarf mit großer Reichweite

Wie viele Frauen betroffen sind, zeigt ein Blick auf die internationale CaMEO-I-Studie. Ihr zufolge berichten rund 66 Prozent der Frauen mit MigrĂ€ne ĂŒber Attacken im Zusammenhang mit der Menstruation. Eine speziell fĂŒr diese Indikation zugelassene Therapie gibt es bislang nicht.

Vertreter der klinischen Forschung nennen die LUNA-Studie deshalb bedeutsam. Sie sei die erste Untersuchung eines CGRP-gerichteten Therapeutikums mit spezifisch positiven Ergebnissen fĂŒr menstruelle MigrĂ€ne. Das adressiere einen erheblichen ungedeckten Bedarf: Viele Betroffene erhalten bislang keine Behandlung, die auf ihr hormonelles Muster zugeschnitten ist.

VertrÀgliches Profil, nÀchster Schritt Zulassung

Das Sicherheitsprofil von Atogepant entsprach in LUNA den bekannten Daten aus frĂŒheren Studien. Neue Sicherheitssignale traten nicht auf. Zu den hĂ€ufigsten Nebenwirkungen zĂ€hlen Übelkeit und Verstopfung.

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Eine speziell fĂŒr menstruelle MigrĂ€ne zugelassene Therapie gibt es bislang nicht — rund 66 Prozent der Frauen mit MigrĂ€ne berichten von Attacken rund um die Blutung. Die Ergebnisse der LUNA-Studie deuten darauf hin, dass eine gezielte Vorsorge in genau diesem Fenster die Krankheitslast senken kann. Unser kostenloser Leitfaden fasst den Stand zusammen und liefert eine Checkliste fĂŒr Ihr nĂ€chstes ArztgesprĂ€ch. Checkliste fĂŒr das ArztgesprĂ€ch jetzt sichern

In der EuropĂ€ischen Union ist Atogepant bereits unter dem Handelsnamen Aquipta zugelassen — in den USA als Qulipta —, allerdings fĂŒr die allgemeine MigrĂ€ne-Prophylaxe bei Erwachsenen.

AbbVie will die neuen Ergebnisse nun bei den globalen Zulassungsbehörden einreichen. Ziel ist eine Indikationserweiterung fĂŒr die spezifische Behandlung der menstruellen MigrĂ€ne. Die detaillierten Daten sollen zudem auf kommenden Fachkongressen prĂ€sentiert werden.

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