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Mental Load: 75 Prozent der Frauen tragen die Hauptverantwortung im Alltag

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen höhere Organisationslast bei Frauen, während berufliche Erschöpfung und Hürden in der medizinischen Versorgung ebenfalls verbreitet sind.

Mental Load: Frauen tragen mehr Familienorganisation und Gesundheitsvorsorge
Ein minimalistischer, aufgeräumter Küchentisch in den frühen Morgenstunden mit sanftem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die unsichtbare Denkarbeit bei der Organisation von Haushalt und Familie lastet weiterhin zu großen Teilen auf den Schultern von Frauen. Das belegt eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Pharmaunternehmens ratiopharm aus dem Juni 2026, an der 2.500 Personen ab 18 Jahren teilnahmen.

Demnach geben 75 Prozent der Frauen an, vollständig oder überwiegend für den Haushalts- und Familienalltag verantwortlich zu sein. Unter den befragten Männern schreiben sich diese Hauptverantwortung lediglich 46 Prozent zu. Das Phänomen des sogenannten Mental Load – das permanente Planen, Mitdenken und Koordinieren – bleibt damit ein zentraler Faktor für kognitiven Stress im Alltag.

Ungleiche Aufteilung bei Organisation und Gesundheit

Die Diskrepanz bei den alltäglichen Koordinationsaufgaben spiegelt sich in weiteren Untersuchungen wider. In der Generali Familienstudie 2026 für Österreich geben Frauen an, 72 Prozent der dauerhaften Organisations- und Koordinationsaufgaben im Haushalt zu übernehmen. Männer schätzen ihren eigenen Anteil demgegenüber auf 43 Prozent.

Zwar bezeichnen 85 Prozent der Befragten die Familie als das Wichtigste im Leben und 78 Prozent verbinden damit positive Assoziationen wie Zusammenhalt, Liebe und Vertrauen. Gleichzeitig nennen jedoch 39 Prozent die damit verbundene Verantwortung als größte negative Seite des Zusammenlebens.

Besonders deutlich wird die mentale Last im Bereich der medizinischen Vorsorge und Betreuung. Laut dem Austrian Health Report 2026, für den das Institut IFES im Auftrag von Sandoz 1.000 Menschen befragte, übernehmen 67 Prozent der Frauen in einer Partnerschaft den Mental Load in Gesundheitsfragen.

Bei Männern mit Partnerin liegt dieser Wert bei 44 Prozent. Tritt eine Krankheit im Haushalt auf, kümmern sich 58 Prozent der Frauen um das Management, während dies nur 21 Prozent der Männer tun. ratiopharm stellt vor diesem Hintergrund ergänzende Informationsmaterialien wie einen Faltplan zur Alltagsentlastung bereit.

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Belastungen und Hürden in der medizinischen Versorgung

Die kontinuierliche mentale Beanspruchung trifft häufig auf zusätzliche Belastungsfaktoren. Der Austrian Health Report zeigt auf, dass 44 Prozent der Frauen angeben, mit ihren Schmerzen oder Symptomen bei Arztbesuchen zumindest gelegentlich nicht ernstgenommen zu werden; bei Männern sind es 23 Prozent.

Zudem berichten 36 Prozent der Frauen, dass ihre Beschwerden als psychisch oder psychosomatisch abgetan wurden, während dies nur 15 Prozent der Männer erlebten.

Auch chronische Beschwerden spielen eine Rolle: Jede zweite Frau unter 60 Jahren leidet dem Sandoz-Bericht zufolge unter mittleren bis starken Beeinträchtigungen durch die Menstruation, und rund jede vierte berufstätige Frau arbeitet trotz starker Schmerzen. Dies wirkt sich auch auf die Zufriedenheit mit der Versorgung aus. Während 56 Prozent der befragten Männer mit dem Gesundheitssystem zufrieden sind, liegt die Quote bei den Frauen bei 41 Prozent.

Wachsender Druck im beruflichen Umfeld

Die private Koordinationslast trifft zunehmend auf berufliche Belastungen. Der Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) verdeutlicht das Ausmaß arbeitsbezogener Erschöpfung: 74,8 Prozent der Beschäftigten in Deutschland fühlten sich in einem Zeitraum von vier Wochen erschöpft. Zudem gaben 33,8 Prozent der rund 2.500 Befragten an, in ihrer Freizeit an berufliche Probleme zu denken, nach 25,1 Prozent im Vorjahr.

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Fachleute weisen darauf hin, dass die Kombination aus privatem Mental Load und beruflicher Verdichtung zu längeren Ausfällen führen kann. Das Beratungsunternehmen IBG beziffert die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Fehlzeiten auf über 36 Tage je Fall, bei Langzeitkrankenständen auf rund 68 Tage.

Zur Vermeidung von Überlastung wird in der Beratungspraxis empfohlen, organisatorische Aufgaben im Vorfeld klar zu strukturieren, Zeitfenster für administrative Tätigkeiten zu begrenzen und regelmäßige Pufferzeiten einzuplanen.

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