Mentale Gesundheit im Studium: Vier Hochschulen starten kostenlose Online-Reihe
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 01:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Erhalt der psychischen und physischen LeistungsfĂ€higkeit wĂ€hrend der akademischen Ausbildung gewinnt an deutschen Hochschulen an Bedeutung. Angesichts vielfĂ€ltiger Herausforderungen rĂŒcken strukturierte PrĂ€ventions- und UnterstĂŒtzungsangebote zunehmend in den Fokus institutioneller Planungen.
Die UniversitÀt Stuttgart baut vor diesem Hintergrund ein Studentisches Gesundheitsmanagement auf, das von Beginn an auf eine aktive Mitwirkung der Zielgruppe setzt.
Die Studierenden sollen eigene Vorstellungen und Bedarfe einbringen, um konkrete MaĂnahmen zu Handlungsfeldern wie Bewegung, Entspannung, mentaler Gesundheit, ErnĂ€hrung sowie der Pflege sozialer Kontakte eigenstĂ€ndig mitzugestalten, wie aus einem Bericht der UniversitĂ€t vom 05.10.2026 hervorgeht.
Digitale Workshops und Orientierungshilfen in Ostwestfalen-Lippe
Auch an anderen Hochschulstandorten werden bestehende Kooperationen genutzt, um Hilfestellungen bei Studienbelastungen anzubieten. Vier staatliche Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe â die UniversitĂ€t Bielefeld, die UniversitĂ€t Paderborn, die Hochschule Bielefeld sowie die Technische Hochschule OWL â bĂŒndeln ihre Ressourcen im Wintersemester 2026/27 fĂŒr ein gemeinsames Programm. Vom 14.10.2026 bis zum 27.01.2027 richten die Einrichtungen die kostenfreie Online-Reihe âImpulse im Studiumâ aus.
Das Programm umfasst VortrÀge sowie Workshops zu Resilienz, Entscheidungsfindung, Stress- und Zeitmanagement, Berufsorientierung und alternativen Bildungswegen, ergÀnzt durch optionale individuelle Beratungen.
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Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts âCampus OWL â Chancen bei Studienzweifel und Studienausstiegâ, in dessen Rahmen die beteiligten Hochschulen bereits seit 2017 zusammenarbeiten, um Studierende bei Unsicherheiten im Studienverlauf strukturiert zu begleiten.
Zielgruppenspezifische Förderung und therapeutische Schnittstellen
Neben breiten Informationsangeboten existieren Vorhaben, die spezifische gesundheitliche Risiken einzelner Fachrichtungen adressieren. Ein auf rund 2,5 Jahre angelegtes Forschungsprojekt der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck widmet sich der körperlichen sowie mentalen Gesundheitsförderung von angehenden Musikerinnen und Musikern. Die Techniker Krankenkasse fördert dieses Projekt mit 75.000 Euro.
Das Konzept sieht Lehrveranstaltungen, Workshops und Beratungen fĂŒr rund 250 Musikstudierende vor, mit dem Ziel einer dauerhaften Verankerung im Curriculum. Hintergrund sind Erhebungen der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck aus den Jahren 2016/17, wonach rund 30 % der befragten Musikstudierenden unter musizierbedingten körperlichen Schmerzen und etwa 27 % unter leistungseinschrĂ€nkender Auftrittsangst litten.
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ErgĂ€nzend zu prĂ€ventiven MaĂnahmen richten Hochschulen spezialisierte Anlaufstellen ein, um bei ausgeprĂ€gteren Belastungen Hilfestellung zu leisten. Die Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t eröffnete eine InterdisziplinĂ€re Psychotherapie-Ambulanz, die sich vor allem an Personen mit somato-psychischen Beschwerden wie Tinnitus und chronischen Schmerzen sowie an Patientinnen mit Fragestellungen zur psychischen Frauengesundheit richtet.
Zum Start nahmen dort vier approbierte Psychotherapeutinnen ihre TĂ€tigkeit auf. Das Behandlungskonzept sieht nach einem persönlichen ErstgesprĂ€ch in der Regel eine Gruppentherapie mit sechs bis acht Teilnehmenden vor, an die sich bei individuellem Bedarf eine Einzel therapy anschlieĂen kann.
Videotherapie ist im Einzelfall nach dem persönlichen ErstgesprÀch möglich, flankiert von PrÀsenzterminen in einem Abstand von etwa sechs Wochen. Die Einrichtung kooperiert dabei unter anderem mit dem Schmerzzentrum sowie der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen.
