Messenger-Masche, Code-Weitergabe

Messenger-Masche: 27-Jährige verliert nach Code-Weitergabe knapp 400 Euro

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 00:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gekaperte Konten, gefälschte Behördennachrichten und manipulierte Rechnungen führen zu Überweisungen und finanziellen Schäden.

Messenger-Betrug nimmt zu: Polizei warnt vor Geldforderungen und Phishing
Ein schattiges, ruhiges Wohnzimmer bei Dämmerung mit einem leeren Sessel und einem Beistelltisch. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle kontaktieren derzeit verstärkt Nutzer über Messenger-Dienste mit der Behauptung, ein Freund oder Bekannter benötige dringend finanzielle Hilfe, oder versenden gefälschte Rechnungen. Dabei kapern die Täter häufig bestehende Accounts oder geben sich als Behörden aus, um Vertrauen zu erwecken und Direktüberweisungen zu erzwingen.

Mehrere Polizeidienststellen meldeten jüngst entsprechende Vorfälle. Am 4. Oktober 2026 überwies ein 69-Jähriger aus dem Bezirk Spittal mehrere Hundert Euro, nachdem er über einen Messenger die angebliche Geldbitte eines Bekannten für einen dringenden Arztbesuch erhalten hatte.

Die unbekannte Täterschaft hatte sich zuvor Zugriff auf das Messenger-Konto des Kontakts verschafft und die Nachricht an zahlreiche Personen versendet. Laut den Ermittlern dürften dabei mehrere Überweisungen erfolgt sein.

Ebenfalls am 4. Oktober 2026 geriet eine 27-Jährige aus Neuhofen ins Visier: Sie leitete nach einer Nachricht einer vermeintlichen Bekannten ihre Handynummer und einen Verifizierungscode weiter, woraufhin ihre Handyrechnung mit knapp 400 Euro belastet wurde. Auch in diesem Fall war der Social-Media-Account der tatsächlichen Freundin kompromittiert worden.

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Bereits am 2. Oktober 2026 erstattete zudem eine Seniorin aus dem Landkreis Kaiserslautern Anzeige, nachdem sich Unbekannte seit Mitte September 2026 über Messenger als Bundespolizisten ausgegeben hatten.

Die Betrüger brachten die Frau dazu, Wertpapiere aufzulösen, in Gold umzutauschen und dieses an einem Treffpunkt zu übergeben. Die Polizei Westpfalz stellte klar, dass echte Beamte niemals Gelder oder Wertsachen per Telefon oder Nachricht einfordern.

Vielfältige Maschen von Phishing bis Rechnungsmanipulation

Neben privaten Notlagen imitieren Kriminelle auch offizielle Institutionen. So warnte das Portal VOL.AT vor gefälschten SMS und WhatsApp-Nachrichten, in denen behauptet wird, die FinanzOnline-ID laufe ab. Das österreichische Bundesministerium für Finanzen (BMF) wies darauf hin, dass die Namen von BMF, Finanzamt Österreich, Zollamt Österreich und FinanzOnline regelmäßig missbraucht werden. Die Behörde rät dringend davon ab, Links in solchen Benachrichtigungen anzuklicken oder Daten auf gefälschten Webseiten einzugeben.

Auch Unternehmen stehen im Fokus: Das IT-Unternehmen DAVINCI warnte im Oktober 2026 vor Rechnungsbetrug durch übernommene Lieferanten-Mailkonten. Kriminelle passen darin Bankdaten ab und leiten Überweisungen um. DAVINCI empfiehlt Firmen das Vier-Augen-Prinzip sowie telefonische Rückfragen bei abweichenden Kontoverbindungen.

Vor falschen Freunden-Zahlungen warnt zudem Mimikama anhand eines Vorfalls, bei dem Betrüger über ein gekapertes WhatsApp-Konto Beträge von 440 Euro und 650 Euro via PayPal erbeuteten. PayPal betont hierbei, dass Transaktionen über die Option für Freunde und Familie nicht durch den Käuferschutz abgesichert sind.

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Zunahme mobiler Betrugsversuche

Analysen des Sicherheitsunternehmens Biocatch zeigen, dass mittlerweile 90 Prozent der Betrugsversuche gegen Bankkunden über mobile Endgeräte laufen; beim nicht autorisierten Betrug liegt der Mobile-Anteil bei 75 Prozent.

Über 370 Finanzinstitute meldeten innerhalb von zwölf Monaten einen Anstieg der Angriffe um 35 Prozent. Biocatch registrierte zudem einen Anstieg gemeldeter Job-Scam-Opfer um 258 Prozent, während Romance Scams um 23 Prozent zulegten. Investmentbetrug verursachte je Fall im Schnitt 6.600 US-Dollar Schaden.

Sicherheitsexperten raten bei unerwarteten Zahlungsbitten zu einer telefonischen Verifizierung über eine bekannte Rufnummer, zur Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung und zu sofortigen Kontosperrungen im Verdachtsfall.

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