Messenger-Sicherheit, WhatsApp

Messenger-Sicherheit: WhatsApp ersetzt PIN durch Passwort-Login

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WhatsApp arbeitet an einem Passwort-Login als Alternative zur sechsstelligen PIN. Die Funktion soll optional bleiben und die Sicherheit erhöhen.

WhatsApp plant Passwort-Login statt PIN für mehr Sicherheit
Ein Smartphone zeigt ein digitales Schloss-Symbol auf dem Display als Metapher für erhöhte Sicherheit bei WhatsApp. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Messenger-Dienst erweitert seine Sicherheitsfunktionen. Statt einer sechsstelligen PIN sollen Nutzer bald ein vollwertiges Passwort nutzen können.

Abschied von der Zahlenkombination

Bisher schützt eine rein numerische, sechsstellige PIN den WhatsApp-Zugang. Das soll sich ändern: Das Unternehmen arbeitet an einem Login mit Passwort, das Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen kombiniert. Die Komplexität des Zugangsschutzes würde damit deutlich steigen.

Die Funktion steckt noch in der Entwicklung. Ein Release für Beta-Tester steht aus. Bleibt die Passwort-Option optional? Ja – Nutzer sollen selbst entscheiden können, ob sie umstellen. Die Einstellungen für die Verifizierung in zwei Schritten werden künftig voraussichtlich im Bereich der Kontoeinstellungen verwaltet.

Branche setzt auf moderne Authentifizierung

Während WhatsApp an komplexeren Passwörtern arbeitet, setzen viele andere Anbieter bereits auf die Technologie der Zukunft, um den Login-Stress zu beenden. Was genau hinter Passkeys steckt und wie Sie diese bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp sofort einrichten, zeigt dieser kostenlose Report. Passkey-Technologie jetzt gratis nachlesen

WhatsApp ist nicht allein mit seinen Sicherheitsplänen. Viele große IT-Dienstleister stellen ihre Authentifizierungsverfahren um – allerdings in unterschiedliche Richtungen.

Während WhatsApp auf komplexere Passwörter setzt, gehen andere Anbieter den entgegengesetzten Weg. Die E-Mail-Dienste Web.de und GMX haben für ihre rund 38 Millionen Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Anmeldung per Passkey freigeschaltet. Der Login erfolgt hier per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN – herkömmliche Passwörter verlieren als primäre Sicherheitsquelle an Bedeutung.

Microsoft stellt bei Geschäftskunden zunehmend auf passwortlose Authentifizierung um. Google setzt dagegen auf ein ungewöhnliches Verfahren: Zur Kontowiederherstellung müssen Nutzer ein Selfie-Video mit Kopfbewegungen hinterlegen. Eine Lebenderkennung verifiziert das Material im Ernstfall und soll Deepfake-Angriffe abwehren.

Bedrohungslage bleibt angespannt

Der Hintergrund der technischen Aufrüstung ist klar: Die Cyberkriminalität flaut nicht ab. Sicherheitsforscher registrierten allein im ersten Quartal rund 2,67 Millionen Angriffe auf Mobilgeräte. Besonders KI-gestützte Phishing-Methoden und Verfahren, die herkömmliche Zwei-Faktor-Authentifizierungen umgehen, bereiten Unternehmen Kopfzerbrechen.

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Ein Erfolg gegen die organisierte Internetkriminalität gelang zuletzt Ermittlungsbehörden wie dem BKA und dem FBI. Im Rahmen der „Operation Olympus Blade“ zerschlugen sie eine umfangreiche Phishing-Plattform, über die monatlich tausende Kampagnen abgewickelt wurden. Solche Infrastrukturen zielen oft auf Zugangsdaten für Finanz- und Kommunikationsdienste – ein starkes Argument für robustere Login-Verfahren wie die geplante Passwort-Option bei WhatsApp.

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