Meta-KI-Agent Muse: Ab sofort in USA verfügbar
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Meta treibt einen tiefgreifenden internen Umbau voran, um künstliche Intelligenz (KI) als zentrale Komponente in seine Messaging- und Social-Plattformen zu integrieren.
Dieser Prozess, der unter dem Namen Project OT (Organization Transformation) geführt wird, zielt darauf ab, KI-native Fähigkeiten unternehmensweit zu verankern. Die strategische Neuausrichtung umfasst sowohl personelle Umschichtungen als auch technologische Neuentwicklungen und Akquisitionen.
Restrukturierung unter Project OT
Die Bestätigung für Project OT erfolgte im Januar 2026 während eines Retreats in Hawaii. Im Rahmen dieser Transformation wurden Szenarien geprüft, die Team-Reduktionen von bis zu 60 % vorsahen. Eine erste Welle der Umstrukturierung führte am 20. Mai 2026 zur Streichung von rund 8.000 Stellen, was etwa 10 % der gesamten Belegschaft entsprach. Eine ursprünglich geplante zweite Welle wurde am Abend des 19. Mai 2026 kurz vor dem Start gestoppt.
Parallel zum Stellenabbau wurden rund 7.000 Mitarbeiter, darunter auch ehemalige Führungskräfte, in neue KI-Workflows sowie in den Bereich Applied AI (AAI) versetzt. Diese Abteilung wurde im Jahr 2026 speziell für Machine-Learning-Initiativen gegründet. Gleichzeitig blieben 6.000 offene Stellen unbesetzt.
In einer teilweisen Abkehr vom Kurs flacherer Hierarchien bietet Meta derzeit ausgewählten Fachkräften der Applied AI die Möglichkeit an, in Managementrollen zurückzukehren. Der Umbau wurde als Pilotprojekt unter der Leitung von Ime Archibong mit fünf sogenannten Pods und vierwöchigen Sprints durchgeführt.
Widerstand gegen Überwachungsmaßnahmen und Produktivitätsfragen
Die Transformation stieß intern auf erheblichen Widerstand, insbesondere im Zusammenhang mit der „Model Capability Initiative“ (MCI). Dieses Programm sah die Erfassung von Tastatur- und Mausbewegungen (Keystroke-Tracking) vor, um KI-Modelle zu trainieren.
Mehr als 1.800 Petitionen richteten sich gegen diese Maßnahmen. Zudem führte ein internes Datenleck dazu, dass erfasste Informationen unternehmensweit zugänglich wurden. Obwohl CTO Andrew Bosworth die Initiative verteidigte, wurde das Programm innerhalb von zwei Monaten nach der Ankündigung ausgesetzt.
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Diese Spannungen spiegelten sich auch in Mitarbeiterumfragen wider, bei denen die Zustimmungswerte von 74 % auf 55 % fielen. Eine für November 2026 geplante weitere Umstrukturierungswelle wurde aufgrund der Proteste und schwacher Produktivitätsdaten abgesagt.
Interne Analysen zeigten, dass die Code-Änderungen im Jahresvergleich zwar um 220 % stiegen, die Anzahl nutzerrelevanter Features jedoch nur um 36 % zunahm. Gleichzeitig stiegen die Sicherheitsvorfälle um 40 % und der allgemeine Aufwand um 70 %.
Markteinführung von Muse und strategische Zukäufe
Trotz der internen Herausforderungen brachte Meta am 8. September 2026 den KI-Agenten Muse (interner Codename „Hatch“) in den USA auf den Markt. Muse ist über eine eigene App sowie über WhatsApp für iOS, Android und das Web verfügbar.
Der Agent basiert auf dem Modell Muse Spark 1.3 der Llama-Familie und greift auf Daten von Instagram und Facebook zu, um beispielsweise Reiseplanungen durchzuführen oder Restaurant-Guides zu erstellen. Der Release war zuvor im April aufgrund von Sicherheitsbedenken verschoben worden.
Meta bietet Muse in verschiedenen Preisstufen an: Eine Basisversion ist kostenlos verfügbar, während die Versionen „Power“ für 16 US-Dollar und „Maximum“ für 80 US-Dollar pro Monat angeboten werden. Für die Entdeckung von Sicherheitslücken hat das Unternehmen ein Bug-Bounty-Programm mit Prämien von bis zu 300.000 US-Dollar ausgelobt.
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Zur Stärkung des Bereichs Business Agent Commerce übernahm Meta am 9. September 2026 das schwedische KI-Unternehmen Stilla.ai. Die 2024 gegründete Firma soll die Kapazitäten für automatisierte Interaktionen auf WhatsApp und dem Messenger erweitern, wo Meta bereits über eine Million Unternehmen erreicht.
Finanzielle Eckpunkte
Die wirtschaftlichen Dimensionen der KI-Strategie verdeutlichen die Zahlen zum zweiten Quartal. Bei einem Personalstand von 75.472 Mitarbeitern erwirtschaftete Meta einen Umsatz von 60,8 Mrd. US-Dollar. Die Ausgaben stiegen jedoch um 55 % auf 42 Mrd. US-Dollar an. Für den Ausbau der KI-Infrastruktur plant der Konzern im Jahr 2026 Investitionen in Höhe von mindestens 130 Mrd. US-Dollar ein.
