KI-Alterscheck, Sicherheit

Meta kündigt KI-Alterscheck an: Neue Sicherheit für Minderjährige

21.06.2026 - 10:57:06 | boerse-global.de

Meta führt KI-basierte Altersprüfung und strengere Voreinstellungen für Minderjährige ein. Neue Funktionen wie Schlafmodus und erweiterte Elternbenachrichtigungen sollen die Sicherheit erhöhen.

Meta verschärft Jugendschutz: KI-Alterscheck und neue Eltern-Tools
KI-Alterscheck - Ein stilisiertes, leuchtendes digitales Vorhängeschloss über einer verschwommenen Gruppe junger Menschen, die Smartphones benutzen, symbolisiert KI-Altersprüfung. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Facebook-Konzern Meta hat am heutigen Sonntag umfassende Sicherheitsmaßnahmen für Minderjährige auf seinen Plattformen angekündigt. Die Neuerungen umfassen strengere Voreinstellungen, KI-gestützte Altersprüfung und erweiterte Benachrichtigungen für Eltern.

KI erkennt das Alter – ohne Gesichtserkennung

Ein Kernstück der Reform ist der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Altersüberprüfung. Meta verzichtet dabei bewusst auf Gesichtserkennung. Stattdessen analysiert die Software den Profilkontext – etwa Erwähnungen von Schulklassen oder Geburtstagsposts – sowie visuelle Hinweise wie Körpergröße und Gesichtszüge in Fotos und Videos.

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Bereits im Mai hatte Meta angekündigt, KI zu nutzen, um Konten von Kindern unter 13 Jahren zu identifizieren und zu deaktivieren. Das Unternehmen räumte allerdings ein, dass die genaue Altersbestimmung eine branchenweite Herausforderung bleibe.

Strengere Inhalte und mehr Kontrolle für Eltern

Seit Mitte Juni rollt Meta weltweit die sogenannten 13+-Standardeinstellungen für Teenager-Konten aus. Diese basieren auf Kriterien, die an Altersfreigaben für Filme angelehnt sind, und berücksichtigen Rückmeldungen von Eltern. Ziel ist es, die Sichtbarkeit unangemessener Inhalte zu begrenzen und Interaktionen mit bestimmten Profilen einzuschränken.

Ein neues Feature warnt Eltern per E-Mail, SMS oder WhatsApp, wenn ihr Kind wiederholt nach Begriffen zu Suizid oder Selbstverletzung sucht. Diese Funktion wird zunächst in der EU, Brasilien und Indien eingeführt.

Im Family Center bündelt Meta zudem seine Aufsichtstools. Neu ist ein „Schlafmodus", der Benachrichtigungen zwischen 22:00 und 7:00 Uhr stumm schaltet. Für Nutzer unter 16 Jahren ist zudem die elterliche Zustimmung erforderlich, um die Privatsphäre-Einstellungen zu lockern.

Weltweit wachsender Druck auf die Plattformen

Die Ankündigung fällt in eine Zeit verschärfter Regulierung. Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte heute ein geplantes Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren an, das im Frühjahr 2027 in Kraft treten soll. Australien hat ein ähnliches Verbot bereits im Dezember 2025 erlassen.

Meta teilte mit, seit Inkrafttreten des australischen Gesetzes mehr als 544.000 Konten gelöscht zu haben – darunter über 331.000 auf Instagram und 173.000 auf Facebook. Dennoch fordert der Konzern die australische Regierung auf, das Verbot zu überdenken. Die Altersverifikation solle lieber auf App-Store-Ebene erfolgen, um eine Abspaltung Jugendlicher zu verhindern.

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Auch andere Länder ziehen nach: Die Vereinigten Arabischen Emirate sperren seit dem 19. Juni den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren. In den USA bestätigte am selben Tag ein Bundesberufungsgericht ein Gesetz aus Ohio, das die elterliche Zustimmung für Nutzer unter 16 Jahren vorschreibt.

Rückschlag vor Gericht

Die internen Kurswechsel bei Meta folgen auch auf eine juristische Niederlage: Anfang Juni sprach eine Jury in Los Angeles dem Konzern und YouTube eine Schadensersatzzahlung von 4,2 Millionen Euro zu – wegen fahrlässigen App-Designs. Meta hat Berufung angekündigt.

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