Muse, KI-Agent

Meta Muse: KI-Agent bucht Reisen und tätigt Zahlungen selbstständig

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 05:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta bringt Muse in den USA heraus: Der KI-Agent erledigt Online-Aufgaben und Zahlungen, doch Umfragen zeigen deutliche Vertrauensprobleme.

Meta startet Muse: KI-Agent erledigt Einkäufe und Zahlungen
Ein minimalistischer, modern gestalteter Serverraum mit dunklen, metallischen Serverschränken in einer kühlen, bläulichen Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Meta hat den KI-Agenten Muse auf dem US-amerikanischen Markt eingeführt. Das System, das über mobile Apps für iOS und Android, die Webseite Muse.ai sowie den Messengerdienst WhatsApp steuerbar ist, soll künftig auch in KI-Brillen integriert werden. Muse zeichnet sich dadurch aus, dass der Agent eigenständig Checkout-Prozesse navigieren und Zahlungen für Nutzer tätigen kann.

Funktionsumfang und technisches Grundgerüst

Der neue KI-Assistent ist in der Lage, komplexe Aufgaben im Hintergrund zu erledigen. Dazu gehören das Versenden von E-Mails, das Buchen von Reisen sowie das Ausfüllen von Formularen. Zudem kann Muse Preise verhandeln und Käufe direkt abschließen. Technisch basiert der Agent auf dem Modell Muse Spark.

In aktuellen Leistungstests, wie dem Artificial Analysis Intelligence Index v4.3, erreichte Muse Spark in der Version 1.3 Werte von 44 bis 48 Punkten. Damit liegt das Modell in einem ähnlichen Leistungsbereich wie GPT-5.6 Sol, das auf 47 Punkte kommt, während GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1 jeweils 53 Punkte erzielen.

Die Sicherheit der Transaktionen soll durch die sogenannte Muse Secure VM gewährleistet werden, eine abgeschottete Cloud-Umgebung, in der der Agent operiert. Ein Sicherheitssystem namens „Sentinel“ überwacht die Internetaktivitäten des Agenten und entscheidet über die Freigabe oder Blockierung von Aktionen. Meta betonte, dass Muse-Daten nicht mit Werbesystemen geteilt werden und Nutzer ein Opt-out für das Training der KI wählen können.

Integration von Zahlungsdiensten und Handelspartnern

Für die Abwicklung von Zahlungen arbeitet Meta mit Stripe zusammen. Durch die Integration von Stripe Link können US-Konsumenten bei teilnehmenden Händlern einen Sofort-Checkout mit gespeicherten Daten nutzen. In anderen Fällen generiert das System Einmal-Virtual-Cards, die auf den vom Nutzer im Chat genehmigten Betrag begrenzt sind. Stripe verfügt über ein Netzwerk von 300 Millionen Nutzern und mehr als einer Million akzeptierenden Unternehmen.

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Auch die E-Commerce-Plattform Shopify ist bereits in Muse integriert, wobei US-Händler automatisch für den Dienst angemeldet werden. Zukünftig sollen auch Shop Pay und der Passwortmanager 1Password unterstützt werden.

Meta bietet Muse in einer kostenlosen Basisversion an. Für erweiterte Funktionen stehen kostenpflichtige Abonnements zur Verfügung: Der Plan „Power“ wird für 20 US-Dollar pro Monat angeboten, während die „Maximum“-Variante 100 US-Dollar pro Monat kostet.

Marktprognosen und Herausforderungen beim Nutzervertrauen

Branchenakteure messen dem sogenannten Agentic Commerce ein erhebliches Potenzial bei. Mastercard prognostiziert, dass bis zum Jahr 2030 jeder zehnte Shopper einen persönlichen KI-Agenten nutzen wird. Laut Einschätzungen von McKinsey, die von Visa angeführt wurden, könnten KI-Agenten bis 2030 ein globales Handelsvolumen von 3 bis 5 Billionen US-Dollar abwickeln.

Demgegenüber stehen Vorbehalte auf Konsumentenseite. Eine Umfrage von Vogue Business aus dem April ergab, dass lediglich 31 Prozent der Befragten ihren Einkauf an einen KI-Agenten auslagern würden.

Besonders kritisch wird die Weitergabe von Daten gesehen: 72 Prozent der Befragten lehnten die Teilung von Kreditkartendaten ab, während 46 Prozent ihre Browsing-Historie und 40 Prozent ihre Standortdaten nicht preisgeben wollten.

Eine Erhebung von Product.ai stützte diese Skepsis: Demnach vertrauen nur 14 Prozent der Konsumenten KI-Käufen ohne zusätzliche Verifikation, und 42 Prozent misstrauen Transaktionen über einem Wert von 25 US-Dollar.

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Internationale Standards und weitere Marktakteure

Parallel zum Vorstoß von Meta arbeiten Finanzdienstleister an globalen Standards für das Handeln durch KI-Agenten. Ant International, Mastercard und Visa haben sich auf eine Interoperabilität im Bereich „Know Your Agent“ (KYA) geeinigt.

In São Paulo verständigten sich die Unternehmen auf eine Zusammenarbeit, die unter anderem eine kontinuierliche Transaktionsüberwachung und gemeinsame Zertifizierungen vorsieht, wobei spezifische technische Spezifikationen noch ausstehen.

Auch andere Technologieunternehmen bauen ihre Kapazitäten aus. Anthropic veröffentlichte einen Open-Source-Blueprint für Commerce-Agenten auf Basis von Claude. Einzelhändler, die solche Agenten einsetzen, berichten laut Anthropic von um 35 Prozent größeren Warenkörben.

In Indien hat PayU das „Agent HQ“ gestartet, einen Marktplatz für KI-Agenten, der sich an kleine und mittlere Unternehmen richtet. In Hongkong bietet AEON einen „Agentic Checkout“ an, der autonom auf Plattformen wie Shopify und Amazon agiert und dabei eine eigene KI-Kreditkarte mit Budgetlimits nutzt.

In Indien entwickelt die National Payments Corporation of India (NPCI) zudem das Unified Agent Protocol (UAP). Dieses soll es KI-Agenten ermöglichen, Zahlungen über das UPI-System ohne jeweilige Einzelgenehmigung durchzuführen, wobei die Haftungsfragen bei Fehlverhalten der Agenten noch geklärt werden müssen.

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