Meta-Urteil in New Mexico: Jury stellt 43,9 Millionen Gesetzesverstöße fest
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 25. September 2026 befand eine Jury in Santa Fe, New Mexico, den Technologiekonzern Meta für schuldig, Einwohner des Bundesstaats über seine Datenpraktiken, den Umgang mit Hassrede und die Verbreitung von Fehlinformationen getäuscht zu haben.
In einem zweiwöchigen Prozess, der auf einer bereits im Jahr 2021 eingereichten Klage basierte, werteten die Geschworenen 26 von 29 untersuchten Aussagen des Unternehmens als irreführend. Insgesamt stellte die Jury mehr als 43 Millionen Verstöße gegen geltendes Recht fest.
Juristische Bewertung von Millionen Einzelfällen
Nach der Entscheidung der Jury hat Meta das Gesetz gegen unlautere Geschäftspraktiken insgesamt 43.899.720-mal vorsätzlich verletzt. Da das Gesetz pro Verstoß eine Strafe von bis zu 5.000 US-Dollar vorsieht, beläuft sich die rechnerische Höchststrafe auf rund 219,5 Milliarden US-Dollar. Generalstaatsanwalt Raúl Torrez wies sein Team bereits an, die Verhängung dieser Höchstsumme zu beantragen.
Die endgültige Festlegung der Strafhöhe sowie die Entscheidung über mögliche rechtliche Auflagen liegen nun bei Richter Francis Mathew. Der Generalstaatsanwalt gab an, ein entsprechendes Urteil innerhalb der nächsten Wochen zu erwarten. Die Staatsanwaltschaft strebt zudem weitreichende Änderungen an der Geschäftspraxis von Meta an, wozu mögliche Korrekturen an den Systemen sowie ein umfassendes Datenaudit gehören könnten.
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Fokus auf Cambridge Analytica und Datenhändler
Ein wesentlicher Teil des Verfahrens befasste sich mit den Folgen des Cambridge-Analytica-Skandals. Die Jury identifizierte mehr als 18,1 Millionen Verstöße im Zusammenhang mit der Reaktion von Meta auf diesen Vorfall. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft könnten mehr als 350.000 Einwohner New Mexicos von dem damaligen Datenabgriff betroffen gewesen sein.
Hintergrund ist der Fall, bei dem Cambridge Analytica Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern weltweit erlangte. Die Informationen wurden über eine Quiz-App eines Drittanbieters abgegriffen und für gezielte Werbezwecke verkauft. Zu den Kunden der Firma zählte unter anderem der Wahlkampf von Donald Trump im Jahr 2016.
Zusätzlich stellte die Jury über 2 Millionen Verstöße fest, die im Zusammenhang mit Facebook-internen Untersuchungen zu Datenhändlern standen. Die Geschworenen sahen Auswirkungen der Geschäftspraktiken auf die gesamte Bevölkerung New Mexicos, die mehr als 2 Millionen Menschen umfasst. In insgesamt 31 von 34 juristischen Einzelfragen entschied die Jury zugunsten des Bundesstaats.
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Folgen für das Unternehmen und weitere Verfahren
Meta widerspricht dem Urteil der Jury. Sollte das Unternehmen Rechtsmittel einlegen, könnte ein Berufungsverfahren laut Angaben des Generalstaatsanwalts zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Es wurde zudem klargestellt, dass das aktuelle Urteil keine direkten Auszahlungen an einzelne Nutzer vorsieht; betroffene Einwohner New Mexicos müssten hierfür eigene Ansprüche rechtlich verfolgen.
Die Entscheidung in New Mexico reiht sich in eine Serie kostspieliger juristischer Auseinandersetzungen für den Konzern ein. Im Jahr 2026 wurden Meta bereits in einem separaten Verfahren zum Jugendschutz Urteile über insgesamt 942 Millionen US-Dollar auferlegt.
Zudem wurde im August desselben Jahres berichtet, dass Meta einer Einigung in einem Mehrstaatenverfahren zur Kindersicherheit zugestimmt habe, die Zahlungen von bis zu 18 Milliarden US-Dollar vorsieht.
