MiCA-Verordnung ab 1. Juli: Nur autorisierte Anbieter im EU-Raum
23.06.2026 - 17:22:49 | boerse-global.de
Innerhalb weniger Tage haben mehrere große Volkswirtschaften neue Meldepflichten und Transparenzregeln für digitale Vermögenswerte erlassen. Die Maßnahmen reichen von Indien über die USA bis nach Brasilien und Europa – ein klares Signal, dass die Zeit der Grauzonen für Krypto-Transaktionen zu Ende geht.
Indien: Fokus auf OTC-Geschäfte und Travel Rule
Die indische Financial Intelligence Unit (FIU) hat große Krypto-Börsen angewiesen, sämtliche Aufzeichnungen über außerbörsliche (OTC) Transaktionen ab 10.000 Dollar vorzulegen. Die Anordnung umfasst Daten, die bis Januar 2026 zurückreichen. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Eigentümer hinter privaten Deals zu identifizieren – insbesondere wenn Trusts, Vermittler oder private Unternehmen involviert sind.
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Parallel dazu verschärfte die Börse Binance ihre Anforderungen für indische Nutzer. Seit dem 22. Juni 2026 müssen Kunden bei Ein- und Auszahlungen umfassende Angaben zu Auftraggebern und Empfängern machen. Für Einzahlungen sind Name, nationale ID-Nummer, Adresse und Land des Senders Pflicht. Bei Auszahlungen müssen Name, Stadt und Land des Empfängers sowie die genutzte Börse offengelegt werden. Die Maßnahmen folgen auf eine Millionenstrafe, die Binance zuvor wegen Verstößen gegen Anti-Geldwäsche-Regeln in Indien zahlen musste.
USA: Neue Steuerformulare und Gesetzesvorstöße
Der US-amerikanische Internal Revenue Service (IRS) rüstet sich für eine schärfere Kontrolle von Krypto-Beständen. Ein im Juni 2026 veröffentlichter Entwurf des Formulars W-9 enthält spezifische Checkboxen für die Meldung digitaler Vermögenswerte sowie einen neuen Ausnahmecode für das Formular 1099-DA. Die Ablösung des FIRE-Systems durch das IRIS-System soll zudem eine Echtzeit-Validierung von Steuererklärungen ermöglichen – was Unternehmen zwingt, ihre Datensätze deutlich besser aufeinander abzustimmen.
Eine Koalition von Branchenverbänden – darunter die Blockchain Association und die Digital Chamber – drängt derweil auf die Verabschiedung des „Tax Clarity for Mining and Staking Act“ (H.R. 9175). Das Gesetz würde Minern und Stakern erlauben, Steuern auf ihre Belohnungen erst bei Verkauf der Assets zu zahlen. Die Branche wehrt sich gegen einen Änderungsantrag, der diese Steuerstundung auf fünf Jahre begrenzen würde. Die American Bankers Association lehnt das Gesetz dagegen komplett ab – sie sieht darin eine ungerechtfertigte Bevorzugung des Krypto-Sektors.
Im Senat steht der „CLARITY Act“ vor einer Abstimmung im Plenum, die für Mitte Juli erwartet wird. Das Gesetz, das bereits am 14. Mai vom Bankenausschuss gebilligt wurde, würde der CFTC die alleinige Zuständigkeit für digitale Rohstoff-Spotmärkte übertragen.
Brasilien und Europa: Neue Regeln für Devisen und MiCA
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Die brasilianische Zentralbank hat mit der Resolution Nr. 574 vom 18. Juni 2026 neue Meldepflichten für Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten im Devisenmarkt geschaffen. Betroffen sind internationale Zahlungen, Transfers zwischen Krypto-Dienstleistern und Kartenausstellern sowie Bewegungen von selbst verwahrten Wallets. Die Pflichten gelten für Transaktionen ab dem 3. November 2026 – die Meldungen müssen jeweils bis zum fünften Tag des Folgemonats eingereicht werden.
In Europa steht die vollständige Durchsetzung der Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung für den 1. Juli 2026 bevor. Ab dann dürfen nur noch autorisierte Unternehmen Dienstleistungen für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Griechenland plant zudem, bis Ende Juli ein neues Steuergesetz vorzulegen, das eine 15-prozentige Kapitalertragssteuer auf Krypto-Vermögen einführt – rückwirkend zum Jahresbeginn 2025.
Auch in Asien tut sich etwas: Südkoreas FIU drängt darauf, die Travel Rule bis August 2026 auf kleinere Transaktionen auszuweiten. Und das ukrainische Parlament arbeitet an einem Gesetz, das Krypto-Börsen legalisieren und lizenzieren soll – mit dem Ziel, die Steuereinnahmen zu verbessern.
