Microsoft 365: Angreifer geben sich als IT-Support aus
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 17:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft Security Research hat aufgedeckt, dass Angreifer sich als IT-Helpdesk-Mitarbeiter ausgeben, um Zugang zu Microsoft-365-IdentitĂ€ten von Unternehmen zu erlangen. Laut einem Bericht des Unternehmens vom 9. September 2026 nutzen die TĂ€ter dafĂŒr gefĂ€lschte Warnungen zu Passkey-, MFA- und SSO-Aktualisierungen. Die Cloud-Intrusionen werden demnach bereits seit Mai 2026 beobachtet.
TĂ€uschung ĂŒber mehrere KanĂ€le
Die Angreifer kontaktieren Mitarbeiter ĂŒber verschiedene Wege â per Telefonanruf, SMS und Microsoft Teams, teilweise sogar auf privaten Mobiltelefonen â, um sich als IT-Support auszugeben, wie helpnetsecurity.com berichtete. Ziel dieser TĂ€uschung sind sogenannte Adversary-in-the-Middle-Phishing-Angriffe (AiTM) oder Device-Code-Flows, mit denen Zugangsdaten und Sitzungstoken gestohlen werden, wie cyberpress.org berichtete.
Ist der Zugriff einmal erfolgt, sichern sich die Angreifer laut all-about-security.de dauerhaften Zugang, indem sie eigene MFA-GerĂ€te fĂŒr die kompromittierten Konten registrieren. Laut Microsoft Security Research hielten die Sitzungen der Angreifer dabei etwa eine Stunde.
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Systematische Datenerkundung und -abfluss
Nach der KontoĂŒbernahme folgt laut Microsoft eine gezielte Erkundung des betroffenen Mandanten ĂŒber Microsoft Graph sowie der Abfluss von Daten aus SharePoint, OneDrive und Exchange. Die Mandantenerkundung erfolge dabei mit Node.js und dem User-Agent python-httpx, wie all-about-security.de berichtete.
Der eigentliche Datenabfluss ziehe sich ĂŒber Wochen hin und bleibe mit unter 1.000 Dateien beziehungsweise E-Mails pro Stunde vergleichsweise unauffĂ€llig, wie helpnetsecurity.com berichtete.
Als verantwortliche Akteure nennt Microsoft Threat Intelligence die Gruppen Storm-3121, die mit ShinyHunters und Falcon in Verbindung stehen soll, sowie Storm-3032, die aus der frĂŒheren Gruppe BlackFile hervorgegangen ist und inzwischen unter dem Namen Helix agiert, wie all-about-security.de berichtete.
Als Indikatoren fĂŒr eine Kompromittierung nannte Microsoft laut cyberpress.org unter anderem die Domains passkeyhelpdesk[.]com und secure-passkey[.]com.
Parallele Beobachtungen bei Arctic Wolf
Auch der Sicherheitsdienstleister Arctic Wolf berichtete von einer Ă€hnlichen Angriffskampagne. Die dort als Cordial Spider, PREY-0058 oder UNC667 bezeichnete Gruppe setze ebenfalls auf Vishing-Anrufe im Namen von IT-Helpdesks, AiTM-Token-Diebstahl und Anmeldungen ĂŒber Residential-Proxys, um Microsoft-365- und weitere SaaS-Umgebungen anzugreifen, wie rhisac.org berichtete. Die Kampagne nutze demnach hunderte Lure-Subdomains und ziele vorrangig auf Organisationen in den USA.
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Die Exfiltration durch diese Gruppe betreffe neben SharePoint, OneDrive und Exchange auch Box, wobei als Proxy-Dienst NodeMaven zum Einsatz komme, wie rhisac.org berichtete. Als zugehörige Indikatoren wurden die Domains assignpasskey[.]com, mfaregister[.]com und nowsso[.]com genannt.
Die HĂ€ufung Ă€hnlicher Vorgehensweisen bei unterschiedlichen Bedrohungsakteuren deutet darauf hin, dass sich Social-Engineering-Angriffe ĂŒber gefĂ€lschte IT-Support-Kontakte als wirksame Methode etabliert haben, um klassische Multi-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.
