Microsoft 365-Ausfall: SharePoint lahmt, 8.000 Fehler pro Stunde
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein massiver Ausfall bei Microsoft 365 hat am heutigen Donnerstag weltweit für Chaos bei Unternehmen gesorgt. Die Dienste Teams, Outlook und SharePoint waren über Stunden hinweg nur eingeschränkt nutzbar oder gar nicht erreichbar. Zehntausende Nutzer meldeten Verbindungsprobleme – besonders hart traf es Europa im frühen Nachmittag.
Hunderttausende Arbeitsabläufe gestört
Die Störung begann gegen 16:30 Uhr MEZ und erreichte innerhalb kurzer Zeit ihren Höhepunkt. Laut Aufzeichnungen von Downdetector gingen zeitweise über 8.000 Fehlermeldungen pro Stunde ein – ein dramatischer Anstieg gegenüber den üblichen rund 29 Meldungen. Besonders betroffen war SharePoint: 78 Prozent aller Beschwerden entfielen auf die Kollaborationsplattform. Excel (elf Prozent) und das Microsoft 365 Admin Center (sechs Prozent) folgten mit deutlichem Abstand.
Auch andere Dienste wie OneDrive, Microsoft Copilot, Azure, Xbox Live und der Microsoft Store waren zeitweise nicht erreichbar. Parallel dazu meldeten Nutzer Probleme bei AWS, Cloudflare, OpenAI und Dropbox – der Schwerpunkt lag jedoch eindeutig auf dem Microsoft-Ökosystem.
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Microsoft bestätigt Untersuchung
Der Konzern räumte die Störung ein und leitete eine Untersuchung unter der Kennung MO1437424 ein. Die Technikteams analysierten die Servicedaten, um die Ursache zu identifizieren. Ein Cyberangriff wurde zunächst ausgeschlossen.
Der heutige Ausfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Bereits im Januar und April 2026 hatte es weitreichende Störungen gegeben. Zudem hatte Microsoft erst kürzlich die Entlassung von 605 Mitarbeitern am Hauptsitz in Redmond angekündigt.
Kritische Sicherheitslücken bei SharePoint
Der Ausfall der Cloud-Dienste fällt in eine Zeit erhöhter Sicherheitswarnungen für lokale SharePoint-Installationen. Am 14. Juli 2026 hatte Microsoft Patches für mehrere kritische Schwachstellen veröffentlicht – darunter CVE-2026-50522 und CVE-2026-58644, beide mit einer CVSS-Bewertung von 9,8 (maximal kritisch).
Besonders brisant: Für CVE-2026-50522 kursiert seit dem 20. Juli öffentlicher Proof-of-Code. Die Lücke erlaubt Angreifern, mit einer einzigen Anfrage Maschinenschlüssel zu stehlen. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA stufte die Schwachstellen am 22. Juli als aktiv ausgenutzt ein und ordnete für Bundesbehörden eine sofortige Patch-Pflicht an.
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Drei-Tage-Frist für Sicherheitsupdates
Branchenexperten weisen auf eine neue Microsoft-Richtlinie hin: Seit Juli 2026 empfiehlt der Konzern, kritische Sicherheitsupdates innerhalb von drei Tagen einzuspielen. Grund ist die zunehmende Geschwindigkeit, mit der KI-gestützte Angreifer neue Lücken ausnutzen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Daten von Anfang 2026 zeigen, dass Unternehmen im Schnitt 43 Tage für die Installation von Patches benötigen – eine gefährliche Lücke.
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