Microsoft, Autonome

Microsoft 365 E7: Autonome KI-Agenten ab 90 Euro pro Nutzer

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 11:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft stellt KI-Agenten für Unternehmen vor. Großkunde Evri setzt 6.000 Lizenzen ein. Neue Sicherheitsfeatures und eine Spezialtochter begleiten den Wandel.

Microsoft treibt KI-Revolution: Von Chatbots zu autonomen Agenten
Zukunftsweisende digitale Schnittstelle mit leuchtenden Knoten und Linien, die KI-Agenten symbolisieren, über einem Bürogebäude. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern treibt die nächste Stufe der künstlichen Intelligenz voran: Aus reaktiven Chatbots werden proaktive Agenten, die selbstständig Aufgaben erledigen. Großkunden wie der britische Paketdienst Evri steigen bereits massiv ein.

Milliarden-Investition in autonome Helfer

Microsoft hat seine KI-Produktpalette grundlegend überarbeitet. Die neuen Funktionen verwandeln die digitalen Assistenten von einfachen Befehlsempfängern in eigenständig handelnde „Agenten", die komplexe Arbeitsabläufe im Hintergrund automatisieren. Das gab der Konzern am 17. Juli bekannt.

Einen Tag zuvor hatte der britische Logistikkonzern Evri angekündigt, 6.000 Lizenzen des neuen Microsoft 365 E7-Bündels einzuführen. Das Paket, das seit dem 1. Mai für umgerechnet rund 90 Euro pro Nutzer und Monat erhältlich ist, vereint Copilot, die Sicherheitslösung Entra Suite und den neuen Agent 365. Evri will die Umstellung bis Ende September abschließen – zunächst in den Abteilungen Recht, Einkauf und Finanzen.

Das Unternehmen plant, mit den KI-Tools die Zustellung für 25 Millionen Kunden zu personalisieren. Fünf spezialisierte „Super-Agenten" sollen künftig die Kommunikation zwischen Fahrern, Auftraggebern und Empfängern steuern. Schon frühere Automatisierungsprojekte hatten dem Paketdienst geschätzte 34 Millionen Pfund über drei Jahre gespart und die manuelle Arbeit in den Callcentern um 500.000 Stunden reduziert.

Neue Funktionen für den digitalen Arbeitsplatz

Die jüngsten Updates zielen darauf ab, KI-Assistenten in eine proaktive digitale Belegschaft zu verwandeln. Zu den Neuerungen gehören die Werkzeuge „Critique" und „Council", die mehrere KI-Modelle parallel für Recherchen nutzen, sowie „Copilot Cowork", das mehrstufige Aufgaben automatisch im Hintergrund abarbeitet.

Anzeige

Der Einsatz neuer KI-Systeme in Unternehmen erfordert eine präzise Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen des EU AI Acts. Dieser kostenlose Leitfaden bietet Ihrer IT- und Rechtsabteilung den notwendigen Überblick über Pflichten und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Parallel dazu veröffentlichte Microsoft am 16. Juli Version 0.23.331 des Scout-„Autopiloten". Das Tool erlaubt nun ein benutzerwählbares Kontextfenster und den Wechsel zwischen verschiedenen KI-Modellen je nach benötigtem Denkaufwand. Scout nutzt eine eigene Entra-Identität, um Aufgaben in Teams und OneDrive zu verwalten – benötigt aber für externe Aktionen die Freigabe durch einen Menschen.

Sicherheit als zentrale Herausforderung

Mit den neuen Freiheiten wachsen auch die Risiken. Microsoft hat deshalb am 16. Juli das experimentelle Werkzeug FIDES (Flow Integrity Deterministic Enforcement System) veröffentlicht. Das Python-basierte System verhindert Prompt-Injection-Angriffe, indem es vertrauenswürdige von nicht vertrauenswürdigen Datenquellen unterscheidet.

Gemeinsam mit der US-Behörde NIST setzt sich Microsoft für eine strukturierte „Autoritätsleiter" für KI-Agenten ein. Der Rahmen empfiehlt, dass Agenten schrittweise vom Lesen und Empfehlen über das Entwerfen bis zum Ausführen mit Genehmigung voranschreiten – vollständig autonome Entscheidungen bei risikoreichen Aktionen bleiben tabu.

Auch OpenAI zog nach: Am 16. Juli stellte das Unternehmen GPT-Red vor, ein automatisiertes Red-Teaming-System, das GPT-5.6 gegen Angriffe durch autonome Agenten härtet.

Die Sicherheitsfunktionen sind zentraler Bestandteil der Entra Suite, die Microsoft am selben Tag vorführte. Für rund 11 Euro pro Nutzer und Monat bündelt sie Identitätsverwaltung und Zugriffskontrolle in einer einheitlichen Richtlinienebene. Ein neues Feature verhindert, dass vertrauliche Daten in externe KI-Modelle gelangen.

Anzeige

Die Integration von KI-Agenten in bestehende Prozesse stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Risikodokumentation und Qualitätssicherung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Spezialtochter für den Praxiseinsatz

Um Unternehmen den Einstieg zu erleichtern, gründete Microsoft Anfang Juli die Tochtergesellschaft Frontier Co. Mit 2,5 Milliarden Dollar ausgestattet und 6.000 Ingenieuren an Bord, hilft die Einheit Kunden dabei, ihre KI-Investitionen gewinnbringend einzusetzen. Frontier Co. setzt auf modellunabhängige Lösungen – das geistige Eigentum bleibt beim Kunden.

Microsoft arbeitet auch an der Benutzerfreundlichkeit: Ein Feedback-Programm mit 150 neurodivergenten Testern über zehn Produkte hinweg ergab, dass Copilot Nutzer manchmal mit zu vielen Informationen überfordert. Der Konzern entwickelt nun neue Detailsteuerungen und adaptive Personalisierungsoptionen.

Ausblick auf den Sommer

Für August kündigt Microsoft weitere Neuerungen an: Defender for Office 365 Plan 1 wird ab dem 1. August kostenlos in kommerzielle E3-Abonnements integriert. Zudem soll Microsoft Teams im Laufe des Monats beginnen, automatisch KI-gestützte Meeting-Archive zu erstellen, die Copilot auch nach dem Ende einer Besprechung analysieren kann.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69794277 |