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Microsoft Authenticator: Zahlencode-Pflicht gegen MFA-Fatigue

Veröffentlicht am: 18.06.2026 um 19:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft fĂŒhrt fĂŒr private Nutzer der Authenticator-App eine manuelle Zahleneingabe ein, um MFA-Fatigue-Angriffe zu verhindern.
Nahaufnahme einer Hand, die ein Smartphone mit einem Zahlencode fĂŒr die Authentifizierung in einem BĂŒro hĂ€lt. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft verschĂ€rft die Sicherheitsanforderungen fĂŒr seine Authentifizierungs-App. Seit Mitte Juni 2024 rollt der Konzern ein Update aus, das von privaten Nutzern verlangt, eine zweistellige Zahl manuell einzugeben. Bisher reichte ein einfacher Tipp auf den Bildschirm oder die Auswahl einer Option.

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Schluss mit lÀstigen BestÀtigungsanfragen

Die Umstellung zielt direkt auf sogenannte MFA-Fatigue-Angriffe ab. Dabei bombardieren Hacker ihre Opfer mit unzĂ€hligen Login-Anfragen, bis diese aus purer Frustration versehentlich zustimmen. Der neue Mechanismus zwingt den Nutzer, eine auf dem Bildschirm angezeigte Zahl in die App zu tippen. Das stellt sicher, dass die Person tatsĂ€chlich vor dem Computer sitzt und nicht nur wahllos auf „BestĂ€tigen" klickt.

FĂŒr GeschĂ€ftskunden gilt diese Regel bereits seit lĂ€ngerem. Nun folgen die privaten Konten – und zwar schrittweise, wie Branchenbeobachter berichten. Microsoft will so einen reibungslosen Übergang fĂŒr die weltweit mehreren hundert Millionen Nutzer gewĂ€hrleisten.

Weitreichende Sicherheitsoffensive

Die Aktualisierung ist Teil einer grĂ¶ĂŸeren Strategie. Erst Anfang der Woche arbeiteten Microsoft und die Kryptobörse Coinbase zusammen, um das Tycoon-2FA-Phishing-Netzwerk zu zerschlagen. Die kriminelle Infrastruktur war fĂŒr massenhafte Zugangsdaten-DiebstĂ€hle verantwortlich.

Parallel dazu warnten die US-Behörden vor einer neuen Bedrohung: der Phishing-as-a-Service-Plattform Kali365. Sie greift Microsoft-Konten mit ĂŒber 30 verschiedenen Vorlagen und KI-generierten Ködern an. Ziel ist es, Sitzungscookies zu stehlen und die klassische Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.

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Die Dimension des Problems zeigt eine weitere Entdeckung: Sicherheitsforscher stießen auf rund 16 Milliarden gestohlene Login-Daten. Die DatensĂ€tze stammen von Schadsoftware wie RedLine und Raccoon und enthalten ZugĂ€nge zu Google, Apple und zahlreichen Banken.

Wohin die Reise geht

Microsoft treibt parallel die Integration mit anderen Plattformen voran. Ab Juli 2024 unterstĂŒtzt der Edge-Browser die Anmeldung mit Google-Konten. Lesezeichen und Passwörter lassen sich dann ohne separaten Microsoft-Account synchronisieren – IT-Administratoren können die Funktion jedoch per Richtlinie deaktivieren.

Die Branche setzt zunehmend auf Passkeys – eine Technologie, die Microsoft gemeinsam mit Amazon und Google vorantreibt. Statt Passwörtern oder Codes nutzen Nutzer biometrische Daten wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruck. Experten sehen darin die Zukunft der Authentifizierung. Dennoch raten sie weiterhin dazu, digitale Nachlassverzeichnisse anzulegen. Nur so bleiben verschlĂŒsselte Daten und Konten fĂŒr Erben zugĂ€nglich.

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