Microsoft: Buy Now, Pay Later mit PayPal und Klarna
20.06.2026 - 00:00:29 | boerse-global.de
Der US-Konzern treibt die Integration von Ratenzahlungsdiensten voran und setzt dabei auf Partnerschaften mit PayPal, Klarna und Checkout.com. Besonders für deutsche Spieler könnten sich dadurch neue Finanzierungsmöglichkeiten ergeben.
Ratenzahlung für Spiele und Konsolen
Ein aktueller Leak auf der Xbox-Website deutet auf eine baldige Einführung von „Buy Now, Pay Later"-Angeboten hin. Demnach plant Microsoft, seinen Kunden über PayPal und Klarna flexible Ratenmodelle anzubieten. Konkret sollen Nutzer zwischen vier zinsfreien Raten oder einer Finanzierung über bis zu 24 Monate wählen können. Klarna-Kunden könnten ihre Einkäufe in drei gleiche Zahlungen im Abstand von 30 Tagen aufteilen.
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Die neuen Optionen sollen für Konsolen, Spiele, Zusatzinhalte und Game-Pass-Abonnements gelten. Branchenbeobachter sehen darin eine Reaktion auf die Einstellung des Programms „Xbox All Access" im vergangenen Jahr. Offenbar reagiert Microsoft damit auch auf den gestiegenen Preisdruck bei den Verbrauchern.
Mehr Transparenz im Xbox Store
Neben den Ratenzahlungen testet der Konzern offenbar auch eine Preisverlaufsanzeige im Xbox Store. Diese Funktion würde den niedrigsten jemals erzielten Preis für Spiele und Erweiterungen anzeigen. Damit würde Microsoft zu konkurrierenden Plattformen wie Steam aufschließen, die eine solche Transparenz bereits bieten.
Neuer Zahlungspartner für Europa und den Nahen Osten
Parallel dazu hat Microsoft Checkout.com zum primären Zahlungspartner für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) ernannt. Das Unternehmen übernimmt ab sofort die Kartenabwicklung für Xbox, Microsoft 365 und Azure in mehr als 50 Ländern.
Die Integration erfolgt über die Microsoft Payments API und nutzt eine KI-gestützte Lösung namens Intelligent Acceptance. Diese Technologie optimiert die Erfolgsquote von Transaktionen und reduziert fehlgeschlagene Zahlungen. Für Microsoft bedeutet der Wechsel vor allem eines: Die Anbindung lokaler Zahlungsmethoden wie iDEAL in den Niederlanden oder BLIK in Polen wird einfacher. Gleichzeitig sinken die Transaktionskosten.
Checkout.com verarbeitete im Jahr 2025 ein Transaktionsvolumen von über 300 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund 280 Milliarden Euro.
PayPals Strategie im Wettbewerb mit Stripe
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Die vertiefte Partnerschaft mit Microsoft kommt für PayPal zu einem günstigen Zeitpunkt. Der Zahlungsdienstleister verzeichnet steigende Nutzerzahlen für seine Fastlane-Funktion – ein One-Click-Bezahlsystem. Bei mittelständischen Händlern, die Fastlane einsetzen, stieg die Abschlussrate von Gastbestellungen um 32 Prozent. Allerdings fehlt die Funktion weiterhin auf großen Plattformen wie Shopify.
Um Marktanteile gegenüber Konkurrenten wie Stripe zu verteidigen, hat PayPal seit März 2026 spezielle Preisstrukturen für Großhändler eingeführt. Wer monatlich mehr als 150.000 US Dollar (rund 140.000 Euro) umsetzt, erhält bevorzugte Konditionen, beschleunigte Integration neuer Funktionen und erweiterten Entwickler-Support.
Die Analysten bleiben jedoch vorsichtig: 19 von 24 Experten bewerten die PayPal-Aktie derzeit neutral. Der Kurs lag zuletzt bei rund 42,50 US-Dollar, das Zwölf-Monats-Ziel bei 48 Dollar. Als größte Risiken gelten der intensive Wettbewerb und die unsichere Regulierung rund um PayPals Stablecoin-Geschäft.
