Microsoft, Cloud-Umsatz

Microsoft: Cloud-Umsatz springt um 27%, Azure wächst 43%

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft übertrifft mit starkem Cloud- und KI-Geschäft die Markterwartungen. Der Umsatz steigt um 18 Prozent, der Gewinn je Aktie um 32 Prozent.

Microsoft übertrifft Erwartungen: Cloud und KI treiben Umsatz auf 90 Milliarden Dollar
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks als Symbol für Cloud-Infrastruktur und KI-Technologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Microsoft hat zum Abschluss seines vierten Geschäftsquartals 2026 die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Getrieben durch eine starke Nachfrage nach Cloud-Diensten und Fortschritten bei der Monetarisierung Künstlicher Intelligenz (KI) meldete das Unternehmen einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Gewinn pro Aktie belief sich auf Basis der Rechnungslegung GAAP auf 4,81 US-Dollar, was einem Zuwachs von 32 Prozent entspricht.

Cloud-Sparte und Copilot als Wachstumstreiber

Besonders das Cloud-Geschäft erwies sich in den letzten Monaten als zentraler Ertragsfaktor. Der gesamte Cloud-Umsatz des Konzerns stieg um 27 Prozent auf 59,3 Milliarden US-Dollar. Innerhalb dieses Segments verzeichnete die Plattform Azure ein Wachstum von 43 Prozent.

Der Bereich „Intelligent Cloud“ steuerte damit 44 Prozent zum gesamten Konzernumsatz bei. Während die Sparte für Produktivität und Geschäftsprozesse ein Plus von 14 Prozent verbuchte, verzeichnete der Bereich „More Personal Computing“ einen Rückgang von 4 Prozent.

Im Fokus der Investoren stand zudem die Verbreitung des KI-Assistenten Copilot. Microsoft gab an, dass mittlerweile 30 Millionen bezahlte Nutzerlizenzen für den Dienst bestehen. Um die Betriebskosten für diese KI-Anwendungen zu optimieren, setzt das Unternehmen seit Beginn des Jahres den hauseigenen KI-Chip „Maia 200“ in den Azure-Datenzentren ein. Dieser soll dazu beitragen, die Kosten für den Betrieb von Copilot signifikant zu senken.

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Massive Investitionen in Infrastruktur und Partnerschaften

Die Bilanz des vierten Quartals verdeutlicht die hohen Ausgaben für den Ausbau der KI-Kapazitäten. Die Investitionsausgaben (CapEx) stiegen um 69 Prozent auf 41 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte Kalenderjahr 2026 belaufen sich die geplanten Investitionen auf rund 175 Milliarden US-Dollar. Für das erste Quartal des kommenden Geschäftsjahres 2027 wird bereits mit Ausgaben von über 50 Milliarden US-Dollar gerechnet.

In diesem Zusammenhang stehen auch strategische Partnerschaften und Infrastrukturprojekte. So lieferte der Partner IREN kürzlich ein erstes Rechenzentrum mit einer Kapazität von 50 Megawatt im Rahmen eines Vertrags über 9,7 Milliarden US-Dollar an Microsoft aus. Zudem gibt es Berichte über Verhandlungen mit dem KI-Unternehmen Anthropic.

Anthropic soll die Miete von Serverkapazitäten auf Basis des Maia-Chips prüfen und hat bereits zugesagt, Azure-Dienste im Wert von 30 Milliarden US-Dollar über einen unbestimmten Zeitraum zu nutzen. Microsoft erwägt im Gegenzug eine Investition von bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic.

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Hoher Auftragsbestand und Ausblick

Trotz der massiven Investitionen, die den freien Cashflow im vierten Quartal um 23 Prozent auf 19,6 Milliarden US-Dollar drückten, blickt das Management optimistisch auf die kommende Periode.

Der kommerzielle Auftragsbestand (RPO) wuchs um 84 Prozent auf 678 Milliarden US-Dollar, wobei etwa 30 Prozent dieser Summe innerhalb der nächsten zwölf Monate umsatzwirksam werden sollen. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert Microsoft für Azure ein währungsbereinigtes Wachstum von etwa 45 Prozent.

Analysten von JPMorgan setzten das Kursziel für die Microsoft-Aktie zuletzt auf 625 US-Dollar fest, während der Median der Branchenexperten bei 560 US-Dollar liegt. Die Aktie notierte zuletzt bei 495,40 US-Dollar. Für die Aktionäre wurde zudem eine Dividende von 0,91 US-Dollar je Aktie angekündigt.

Während das globale Geschäft floriert, bleibt die Bedeutung des China-Geschäfts mit einem Umsatzanteil von lediglich 1,5 Prozent im Jahr 2024 gering; dort wurden zuletzt mehrere Büros und Joint Ventures geschlossen.

Im Rahmen der jüngsten Entwicklerkonferenz Build 2026 wurden zudem neue technische Modelle vorgestellt, darunter die Reihe MAI Thinking 1. Für den Herbst 2026 plant das Unternehmen zudem die Einführung der „Surface RTX Spark Dev Box“, eines Hochleistungsrechners mit einer Leistung von einem Petaflop und 128 GB RAM.

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