Microsoft-Datenresidenz, In-Country-Option

Microsoft-Datenresidenz: In-Country-Option muss bis 14. Dezember 2026 aktiv sein

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 17:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft prĂ€sentiert lokale Speicheroptionen, wĂ€hrend Unternehmen Datenresidenz und anstehende Änderungen bei Exchange und Outlook beachten mĂŒssen.
Moderne, minimalistische Server-Infrastruktur in einem klimatisierten Rechenzentrum mit blÀulicher Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Bei einem Auftritt in Köln vor rund 5.000 Zuhörern warb Microsoft-Chef Satya Nadella gezielt um das Vertrauen hiesiger Unternehmenskunden. Im Zentrum der PrĂ€sentationen standen Fragen der DatensouverĂ€nitĂ€t: Der US-Konzern hob Optionen hervor, Unternehmensdaten lokal zu speichern, Systeme bei Bedarf vom Internet zu trennen sowie verschlĂŒsselte Datenanalysen mit Partnern ĂŒber die Funktion Azure Confidential Clean Rooms abzuwickeln.

Referenzprojekte und politische Skepsis

Um den praktischen Nutzen der Cloud- und KI-Dienste zu demonstrieren, verwies Microsoft auf namhafte Kunden. So bestellte Volkswagen Copilot-Lizenzen fĂŒr 330.000 BeschĂ€ftigte. Auch Bayer, Lufthansa und Miele setzen auf die Technologien des Konzerns.

TK Elevator verzeichnete durch den Einsatz des KI-Assistenten einen RĂŒckgang der sogenannten Callbacks um 40 Prozent; der Dienstleister beschĂ€ftigt weltweit 25.000 Techniker und betreut 1,4 Millionen AufzĂŒge und Rolltreppen. Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim wiederum nutzt digitale Patientenzwillinge auf den Systemen des Konzerns.

Trotz dieser Referenzen gibt es Vorbehalte gegenĂŒber der Marktmacht des Anbieters. Der SPD-Digitalpolitiker Johannes SchĂ€tzl betonte gegenĂŒber der Nachrichtenagentur dpa, Deutschland befinde sich in einer AbhĂ€ngigkeit vom US-Konzern, aus der man sich befreien mĂŒsse. Der US-Cloud-Act binde Microsoft weiterhin rechtlich an die US-Regierung.

Fristen bei der lokalen Datenspeicherung

Hinsichtlich der Datenspeicherung bietet Microsoft Zusagen fĂŒr Exchange Online, SharePoint, OneDrive, Teams sowie Copilot und Copilot Chat an. Unternehmen mĂŒssen die Konfiguration ihrer Mandanten allerdings genau ĂŒberwachen.

Bleibt die sogenannte In-Country-Option deaktiviert, darf der Konzern die Daten deutscher und Schweizer Mandanten ab dem 14. Dezember 2026 in andere LĂ€nder der EuropĂ€ischen Union oder der EFTA verlagern. Zu diesem Datum endet eine dreimonatige PrĂŒffrist, die am 14. September 2026 freigeschaltet wurde.

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Neu angelegte Mandanten stehen seither ab Werk auf dieser Aus-Einstellung. Wird die Option erst nachtrĂ€glich aktiviert, nimmt ein RĂŒckumzug rund sechs Monate in Anspruch – bei einem Umschalten im Januar 2027 wĂŒrde die Migration beispielsweise bis etwa Juli 2027 dauern.

VerÀnderungen bei Schnittstellen und E-Mail-Clients

Parallel zur Datenresidenz passt der Konzern seine Produktlandschaft an. Seit dem 1. Oktober 2026 blockiert Microsoft die Exchange Web Services (EWS) API in Exchange Online standardmĂ€ĂŸig.

Administratoren können die Schnittstelle ĂŒber das Administrationszentrum oder per PowerShell vorĂŒbergehend nochmals freischalten. Diese Ausnahmeregelung endet jedoch am 1. April 2027 mit der endgĂŒltigen Abschaltung, die den Wechsel auf die Microsoft Graph API erzwingt.

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ZusĂ€tzlich entfĂ€llt ab dem 26. Oktober 2026 die Outlook-Funktion zur Posteingangspriorisierung schrittweise bis Ende MĂ€rz 2027 fĂŒr Copilot-Nutzer, um das dortige Angebot zu verschlanken. Der Umstieg auf das neue Outlook fĂŒr Windows wird fĂŒr Enterprise-Kunden ab MĂ€rz 2027 zur Standardeinstellung. Die klassische Outlook-Anwendung soll jedoch noch mindestens bis zum Jahr 2029 unterstĂŒtzt werden.

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