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Microsoft Gaming: 3.200 Stellen gestrichen, Studios werden abgestoßen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsofts Gaming-Tochter entlässt 3.200 Mitarbeiter, trotz laufender Tarifverhandlungen. Gewerkschaften reichen Beschwerden ein.

Microsofts Gaming-Sparte: Eskalation bei Kündigungen und Gewerkschaftskonflikten
Moderner Büroarbeitsplatz mit Gaming-Headset auf einem Schreibtisch, symbolisiert Stellenabbau in der Gaming-Branche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Entlassungswelle bei Microsofts Gaming-Tochter zieht immer weitere Kreise. Nachdem der Konzern am 6. Juli 2026 einen umfassenden Stellenabbau ankündigte, eskalieren nun die Konflikte mit Gewerkschaften und Behörden. Besonders betroffen: die kanadische Tochter Bethesda Game Studios Montreal.

Vorwürfe: Kündigungen trotz laufender Tarifverhandlungen

Die Gewerkschaften OneBGS und CWA Canada haben formelle Beschwerden eingereicht. Ihr Vorwurf: Microsoft und Bethesda hätten gegen Arbeitsgesetze verstoßen, indem sie die Kündigungen während aktiver Tarifverhandlungen durchzogen. Laut Gewerkschaftsangaben waren den kanadischen Mitarbeitern am 6. Juli noch Jobsicherheit bis September zugesichert worden. Nur elf Tage später flatterten die Kündigungen ins Haus – inklusive sofortigem Verlust der Krankenversicherung.

Besonders bitter: Rund ein Dutzend Beschäftigte in Montreal erhielt die Kündigung per kurzem Videoanruf. Sie durften keine Fragen stellen und wurden angewiesen, acht Wochen lang bezahlt zu Hause zu bleiben. Die Gewerkschaft OneBGS wirft dem Konzern zudem vor, entlassenen Mitarbeitern nur die gesetzliche Mindestabfindung angeboten zu haben – es sei denn, sie verzichteten auf gewerkschaftliche Vertretung.

Schlechtes Timing: Kündigungen am Tag der Fallout-Ankündigungen

Die Entlassungen fielen ausgerechnet auf den 17. Juli – denselben Tag, an dem Xbox-Chefin Asha Sharma stolz neue Fallout-Projekte präsentierte. Dazu gehören der Start der Vorproduktion für Fallout 5 sowie Remaster älterer Serienteile. Für die Betroffenen ein Schlag ins Gesicht, wie Proteste am 22. Juli an sechs Standorten in den USA und Kanada zeigten.

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Spieleentwicklung leidet unter Personalnot

Die Folgen der Kündigungen sind bereits spürbar. Das Entwicklerteam von The Elder Scrolls Online strich am 22. Juli den Web Crown Store von der offiziellen Website. Begründung: schlichtweg zu wenig Personal für die Wartung. Auch ein unangekündigter PvP-Ego-Shooter bei MachineGames, intern „Project Platinum" genannt, wurde eingestampft. Bethesda fokussiert sich künftig auf seine Kernmarken: Fallout, The Elder Scrolls, Doom, Quake und Wolfenstein.

Der große Kahlschlag: 3.200 Stellen fallen weg

Die aktuellen Kürzungen sind Teil einer umfassenden Neuaufstellung, die Xbox-Chefin Asha Sharma am 6. Juli verkündete. Insgesamt 3.200 Stellen werden gestrichen – das entspricht rund 20 Prozent der Belegschaft. 1.600 Mitarbeiter verloren bereits Anfang Juli ihren Job, weitere 1.600 sollen im nächsten Geschäftsjahr folgen.

Besonders hart traf es id Software: Berichten zufolge verlor das Studio zwischen 50 und 75 Prozent seiner Belegschaft, darunter große Teile der Qualitätssicherung. Bei Obsidian Entertainment waren es 25 Prozent, bei ZeniMax Media in Maryland 379 Stellen.

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Ausverkauf: Microsoft gibt Studios ab

Als Teil der Restrukturierung trennt sich Microsoft von mehreren Studios. Compulsion Games, Double Fine, Ninja Theory und Undead Labs werden entweder unabhängig oder kommen unter neue Eigentümer. Ein klares Signal: Der Konzern fährt seine Gaming-Ambitionen drastisch zurück.

Die interne Bilanz spricht Bände: Xbox Game Pass zählt aktuell 30 Millionen Abonnenten – vier Millionen weniger als noch 2024. Für Microsoft offenbar Grund genug, den Rotstift anzusetzen.

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