Microsoft, Paint

Microsoft Paint: Unsichtbare KI-Wasserzeichen seit August

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft integriert unsichtbare Wasserzeichen für KI-generierte Bilder in Paint und Fotos. Die Kennzeichnung erfolgt automatisch über Server-GUIDs und erfüllt EU-Regularien.

Microsoft kennzeichnet KI-Bilder in Paint und Fotos mit unsichtbaren Wasserzeichen
Ein moderner Arbeitsplatz mit einem Laptop, auf dessen Bildschirm eine leere digitale Arbeitsfläche zu sehen ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Microsoft hat damit begonnen, in seinen Anwendungen Paint und Fotos eine neue Methode zur Kennzeichnung von Bildern zu implementieren, die mittels künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. Dabei werden die lokal auf dem Rechner der Nutzer generierten Grafiken mit einem unsichtbaren Wasserzeichen versehen.

Diese Kennzeichnung basiert auf einer 16-Byte-Server-GUID (Globally Unique Identifier), die im Zuge der Prompt-Moderation auf den Servern von Microsoft erzeugt wird. Die Zuweisung dieser Identifikationsnummer erfolgt somit nicht durch das lokale System des Anwenders, sondern wird durch die Cloud-Infrastruktur des Unternehmens gesteuert.

Technische Details und Robustheit der Kennzeichnung

Die technische Umsetzung dieser Wasserzeichen greift tief in die Struktur der Bilddateien ein. Aktuelle Analysen verdeutlichen die Intensität dieses Verfahrens: In einem untersuchten Testbild wurden 193.376 von insgesamt 262.144 Pixeln modifiziert, um die Information im Bildmaterial zu verankern. Diese massive Anpassung auf Pixelebene dient der Beständigkeit der Markierung. Laut technischen Daten beträgt die genutzte Nutzlast des Wasserzeichens 144 Bit.

Ein wesentliches Merkmal dieser Methode ist ihre Robustheit gegenüber nachträglichen Änderungen. Selbst nach einer weiteren Bearbeitung des Bildes soll die Bitgenauigkeit des Wasserzeichens bei über 97 Prozent liegen. Damit bleibt die Kennzeichnung auch dann auslesbar, wenn das Bild verändert wurde.

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Für die Nutzer besteht zudem keine Möglichkeit, diese Funktion innerhalb der Anwendungen zu deaktivieren; die Markierung wird automatisch und obligatorisch vorgenommen.

Integration in Industriestandards und rechtlicher Hintergrund

Parallel zur unsichtbaren Einbettung in die Pixeldaten nutzt Microsoft etablierte Standards für den Herkunftsnachweis von digitalen Inhalten. Derselbe GUID-Wert, der als Wasserzeichen dient, wird zusätzlich in signierter Form im sogenannten C2PA-Manifest (Coalition for Content Provenance and Authenticity) hinterlegt. Damit schafft das Unternehmen eine zweistufige Validierung, die sowohl aus Metadaten als auch aus den Bildinformationen selbst besteht.

Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter regulatorischer Anforderungen in der Europäischen Union. Seit dem 2. August 2026 greift der Artikel 50 der europäischen KI-Verordnung. Dieser verpflichtet Anbieter von KI-Systemen dazu, KI-generierte Inhalte so zu kennzeichnen, dass sie maschinenlesbar als solche erkannt werden können.

Die nun in Paint und der Fotos-App beobachtete Implementierung dient offenbar dazu, diesen gesetzlichen Transparenzpflichten nachzukommen und die Rückverfolgbarkeit von synthetischen Medien zu gewährleisten.

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Reaktionen in Fachkreisen

Die Entdeckung dieser tiefgreifenden Kennzeichnungsmethode hat in der Fachwelt für erhebliches Aufsehen gesorgt. In technischen Diskussionsforen wie Hacker News stieß das Thema auf großes Interesse und wurde mit 249 Punkten sowie 109 Kommentaren bewertet.

Fachleute diskutieren dort vor allem die Auswirkungen auf die Privatsphäre und die technische Unausweichlichkeit der Wasserzeichen, da die Moderation und GUID-Vergabe zwingend über Microsoft-Server erfolgt, selbst wenn der eigentliche Bildaufbau lokal berechnet wird.

Durch die Verknüpfung von serverseitiger Moderations-ID und lokaler Bildgestaltung etabliert Microsoft ein System, das eine lückenlose Kette von der Eingabe des Nutzers bis zum fertigen Bildprodukt dokumentiert. Dies markiert einen signifikanten Wandel in der Handhabung von Werkzeugen zur Inhaltserstellung auf Desktop-Betriebssystemen.

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